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02.11.2010 Washington D.C. – Potomac

Noch einmal sind wir heute nach Washington gefahren. Das Lincoln-Memorial stand auf dem Programm und das Hirshhorn-Museum. Wir suchten uns einen Parkplatz am Strassenrand. Für 2 Stunden kann man umsonst am Straßenrand parken.

Da wir direkt neben dem Albert-Einstein-Memorial parkten, haben wir uns dieses zuerst angesehen. Eine massive überlebensgroße 4 Tonnen schwere Bronzestatue, 1979 von Robert Berks gestaltet. Nach dem obligatorischen Foto sind wir durch das Vietnam Veterans Memorial zum Lincoln Memorial gewandert.


Majestätisch sitzt er da. Abraham Lincoln, der 16. Präsident der USA. Seine Präsidentschaft gilt als eine er Bedeutendsten in der Geschichte der USA. Die Wahl des Sklaverei-Gegners veranlasste 11 skalvenhaltende Südstaaten zur Sezession. Lincoln führte die verbliebenen Nordstaaten durch den daraus entstandenen Bürgerkrieg, setzte die Wiederherstellung der Union durch und betrieb erfolgreich die Abschaffung der Sklaverei in den Vereinigten Staaten und schlug so den Weg zum modernen Industriestaat ein und schuf die Basis für den Aufstieg zur Weltmacht. Überraschenderweise war Lincoln Republikaner.


5,80 Meter hoch ist die Statue des sitzenden Lincoln. Die Statue aus weißem Marmor ist ein Werk des Bildhauers Daniel Chester French. Beeindruckend. Im Memorial darf man nicht mit Stativ filmen und obwohl meines wirklich klitzeklein ist und außerdem weiße Füße hat (hinterläßt keine Abdrücke) mahnte mich der Wärter ab. Gottseidank erst nachdem ich die Aufnahmen im Kasten hatte.


Wir wanderten zurück zum Auto und fuhren zum Hirshhorn Museum. Wir bekamen einen kostenlosen Parkplatz direkt vor dem Museum.

Das Hirschhorn Museum war geprägt von einer Einzelausstellung des argentinischen Künstlers Guillermo Kuitca. Der sagte uns jetzt nicht so zu.

Ansonsten gab es Skulpturen zu bewundern und naürlich das Gebäude an sich.

Ziemlich bald waren wir fertig und gingen zum „The Castle“ um im Cafe eine kleine Stärkung zu uns zu nehmen. Im „Castle“ selbst sind auch einige tolle Exponate ausgestellt, wie z.B. ein Fragment der Hindenburg:

Und noch ein paar tolle Ausstellungsstücke:

Da wir noch Zeit hatten, sahen wir uns die Freer Gallery und die Arthur M. Sackler Gallery auch noch an, aber mehr deswegen, um sagen zu können, daß wir auch dort waren. Beide Museen spezialisierten sich hauptsächlich auf asiatische Kunst.
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Dann stand noch das National Museum of the American Indian an.

Schon beim letzten Besuch in Washington hat es uns dieses Museum wegen seiner außergewöhnlichen Architektur angetan. Die Fassade aus Natursandstein weist weder Ecken noch Kanten auf, kurvenreiche Linien betonen den Einklang mit der Natur. Indianische Planer wie Architekt Douglas Cardinal von den kanadischen Blackfoot und Johnpaul Jones von den Cherokee waren federführend beim Bau. Das NMAI wurde 2004 eröffnet.

Wegen eines völlig irreführenden Parkschildes hätten wir beinahe einen Strafzettel von 100,– USD kassiert und unser kostenloser Parkplatz wäre uns teuer zu stehen gekommen, aber die Politesse hatte ein Einsehen.
Wir fuhren nach Potomac, etwa 15 Meilen von Washington entfernt. Meine beste Grundschulfreundin Carolin wohnt seit 6 Jahren in Potomac. Seit der Grundschulzeit haben wir uns nicht mehr gesehen und nun hat mir unsere Weltumsegelung zu einem weiteren unverhofften Treffen mit lange verschollenen Freunden verholfen.

Sie hat zwei Töchter im selben Alter wie meine Kinder, die beide perfekt Deutsch und Amerikanisch ohne Akzent sprechen. Da sich das Treffen sehr kurzfristig ergeben hatte waren wir leider ohne unsere Kinder unterwegs. Schade, für Helena und Kolja wäre es toll gewesen, mal wieder mit deutschen Kindern, noch dazu im selben Alter zu spielen. Aber vielleicht ergibt sich noch ein Treffen, wenn wir noch lange genug in Annapolis bleiben.

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01.11.2010 Steven F. Udvar-Hazy Center in Chantilly, Virginia

Das Steven F. Udvar-Hazy Center ist nahe am Washingtoner Flughafen gelegen und eine Außenstelle des Smithsonian Air and Space Museum. Alles was in Washington keinen Platz hat wird hier ausgestellt. Das Museum ist wie alle Smithsonian frei, aber für den obligatorischen Parkplatz muß man 15,– USD bezahlen. Das finden wir aber in Ordnung. Das Museum ist einfach klasse. Absolut empfehlenswert. Da Montag vormittag war, hatten wir das Museum fast für uns alleine. Kurz nach dem Eingang wartet schon das erste Highlight: Die Lockheed SR-71 Blackbird. Ein Mach-3-schnelles, sehr hoch fliegendes Aufklärungsflugzeug. Der Blackbird (auf Deutsch: Amsel) gelang die schnellste Atlantiküberquerung.

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 2.925 km/h (wegen der notwendigen Luftbetankung konnte sie ihre normale Reisegeschwindigkeit von 3500 km/h nicht einhalten) dauerte die Strecke New York – London 1 Stunde und 55 Minuten!!!! Wir haben 16 TAGE gebraucht!!!!

Auch ein echtes Space-Shuttle kann man besichtigen. Gigantisch, viel größer als gedacht. Aber auch viel globiger. Und auch wenn dieses Exemplar nie wirklich im All war (sie diente als Prototyp zur Erprobung), steht sie doch majestätisch auf ihrem Platz.

Für heute war übrigens ein Space-Shuttle-Start am Cape Canaveral geplant. Wir wollten eigentlich um diese Zeit schon viel weiter im Süden sein, nämlich bei Cape Canaveral, um den Start aus nächster Nähe anzusehen. In Block Island haben wir uns aber dagegen entschieden. Zu sehr hätten wir hetzen müssen und viele interessante Orte wie z.B. Washington D.C. auslassen müssen. Jetzt allerdings kribbelt es schon ein bißchen. Zu gern wären wir bei dem Shuttle-Launch dabeigewesen. Aber der Start wurde verschoben auf übermorgen. Vielleicht wird er ja nochmal verschoben…

Für mich interessant war auch die Begegnung mit der Enola Gay. Dieser B-29-Bomber (Superfortress) wurde eingesetzt, um die erste Atombombe über Hiroshima abzuwerfen. Da es sich um ein Ganzmetallflugzeug handelt, glänzt es wie frisch poliertund sieht wirklich schön aus. Benannt wurde das Flugzeug nach der Mutter des Piloten, der das Flugzeug bei dem Abwurf der Atombombe geflogen hat. Wie man sich da wohl so fühlt?

2010-11 Steven F. Udvar-Hazy Center Smithsonian Air and Space Museum from Pacific High on Vimeo.

Wir sahen im IMAX einen interessanten Film: Fighter Pilot. Operation Red Flag ist die Bezeichnung für die größte und zugleich intensivste Luftkampf-Übung, an der neben den U.S. Piloten auch Piloten aus anderen NATO-Ländern teilnehmen. Gefilmt über der Wüste Nevadas und mit historisch einmaligen Einblicken in die militärischen Kampfabläufe. Mit am Start: F-15C Eagles, F-15E Strike Eagles, F-16 Aggressors, Stealth F-117s, B-1B Lancers, B-2 Stealth, C-17 Globemaster III, U-2S und viele andere mehr…

Eine weitere Attraktion war wieder mal der McDonalds, der sich auch im Museum befindet. Eigentlich keine schlechte Idee. Die meisten Kinder mögen es, es geht schnell und man muß nicht im überteuerten Museumskiosk trockene Sandwiches kaufen. Wir erfüllten Kolja gerne den Wunsch, denn es war SEIN Tag. Helena hatte es vorgezogen alleine an Bord zu bleiben. Für Kolja war es toll, einmal die ungeteilte Aufmerksamkeit von beiden Elternteilen zu haben. Und Helena war im 7. Himmel, den ganzen Tag völlig ungestört an Bord verbringen zu dürfen.

Auf dem Rückweg kamen wir bei ALDI vorbei und deckten uns reichlich mit Schokolade und sonstigen Sachen ein. Aber an der Kasse nahmen sie unsere Kreditkarten nicht an. Sie nehmen nur Debit-Karten, keine Credit-Karten, also können wir nur Cash bezahlen. Wir hatten gerade noch so viel dabei. Es entpuppt sich als Märchen, Amerika sei das Kreditkartenland. Bei Aldi kann man nicht bezahlen, American Express wird oft nicht genommen, dagegen bei Costco kann man nur mit Amexco bezahlen. In vielen Restaurants, besonders in Maine konnte man nur bar bezahlen. Bei Tankstellen haben wir auch schon gesehen, daß man bei Barzahlung den Sprit günstiger bekommt. Also, von wegen, in Amerika wird jeder Kaugummi mit Kreditkarte bezahlt. Nur Bares ist Wahres.

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31.10.2010 Annapolis – Halloween

Da heute in Washington ein Marathon stattfindet und dazu etliche Strassen gesperrt sind, ziehen wir es vor, in Annapolis zu bleiben. Wir helfen Anton, seinen Mietwagen zurückzubringen und so gibt es für uns ein Wiedersehen mit der Jewel.

Wir kommen auch in den Genuß, über die Bay Bridge zu fahren, nachdem wir bei unserer Ankunft in Annapolis darunter hergesegelt sind. Und mit ihrer beeindruckenden Höhe hatten selbst wir keine Angst, dass wir nicht durchpassen würden. Also, diesmal mit dem Auto. Die Jewel liegt in einer kleinen Marina und da sich unsere Wassertanks langsam leeren und wir in dem Creek kein Wasser machen wollen, nutzen wir die Gelegenheit und duschen lange mit heißem Wasser in der Marina. Auch unseren Müll entsorgen wir legal (einen ganzen Kofferraum voll, unglaublich, was sich immer so ansammelt!). Auf dem Rückweg schauen wir noch bei Amelia vorbei, da noch ein Paket angekommen ist. Sie wohnt sehr idyllisch inmitten eines Waldgebietes direkt am Wasser.  Anschließend geht es nochmal zum einkaufen und bei Target gibt es sogar Milka-Schokolade und Gummibärchen. Auf dem Rückweg sehen wir Heerscharen von Halloween-Kindern, die an den Haustüren klingeln: Trick or treat. Wehe dem, der keine Süßigkeiten vorbereitet hat…

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30.10.2010 Washington D.C. – Rally to Restore Sanity-

Wir machten uns ziemlich früh auf den Weg. Da wir in der Parkgarage eines Regierungsgebäudes parkten, mussten wir Kofferraum und Motorhaube öffnen. Dafür kostet es nur 10,– USD. Die horrenden Parkgebühren erweisen sich als Ammenmärchen.

Für heute wurden einige zehntausend Menschen in Washington zur „Rally to Restore Sanity“ erwartet. Jon Stewart, einer der angesehensten politischen US-Komiker, rief auf zur „Demonstration zur Wiederherstellung der Vernunft.“ Und wir mittendrin! Die Demo wird nicht irgendwo abgehalten, sondern auf der National Mall in Washington D.C. Dort, wo Martin Luther King seine berühmte „I Have a Dream“ Rede hielt – und wo der erzkonservative TV-Moderator Glenn Beck im August Zentausende seiner Anhänger versammelte. Hauptrednerin war damals Sarah Palin. “Die nationale Debatte über die Probleme unseres Landes wird von den lauten Menschen dominiert”, sagte Stewart in seiner Show. Und das seien meist die mit den extremsten Meinungen auf beiden Seiten des politischen Spektrums: die Obama-ist-ein-Muslim-Schreier genauso wie die Bush-gleicht-Hitler-Fraktion. Es sei Zeit, dass die politische Mitte gehört werde.

Wir sind jedenfalls froh, daß wir in diese Demonstration gerieten und nicht in die vom August. Viele Demonstranten sind fantasievoll gekleidet, noch mehr halten Schilder mit den unterschiedlichsten Aussagen hoch. Die Veranstaltung ist trotz der Menschenmassen (215.000 – 250.000 Teilnehmer) friedlich und gerät zu einem Happening mit Rockkonzerten (unter anderem waren Sheryl Crow und Ozzy Osbourne dabei). Wir haben nach einer Weile genug von der Menschenmenge und verdrücken uns in die National Gallery of Art. Viele Highlights der Kunstgeschichte erwarteten uns hier wie Leonardo da Vinci’s „Ginevra“, ein Selbstporträt von Rembrandt, Augustus Saint-Gaudens „Diana of the Tower“, Edgar Degas Wachsstatue „Little Dancer Agend 14“ und „Der Denker“ von Auguste Rodin. Zudem wird in einer Sonderausstellung „The Chester Dale Collection“ gezeigt, eine Sammlung bemerkenswerter Gemälde (Picasso, Renoir, Cézanne, van Gogh, Matisse, Modigliani, Monet, Manet und viele mehr).

Anschließend wühlten wir uns wieder durch die Menschenmassen. Manchmal gab es kaum ein Weiterkommen, wir hatten nur Glück, daß wir in die entgegengesetzte Richtung wollten und je weiter wir kamen, desto ruhiger wurde es.

Unser Weg führte uns zum American Art Museum + National Portrait Gallery. Die beiden Museen sind in einem der ältesten Gebäude Washingtons untergebracht, 1836 als U.S. Patentamt erbaut. Neben einer sehenswerten Sammlung zeitgenössischer Kunst beherbergt es auch die einzig komplette Portraitsammlung aller US-Präsidenten. Auf den Schildern neben den Portraits gibt es viele Informationen dazu.

Anton war auch in Washington und wir trafen uns im Museum. Wir besuchten anschließend den Skulpturengarten mit einer Skulptur von Louise Bourgeois, die leider unlängst verstorben ist. Die riesigen bronzenen Spinnen waren ihr Markenzeichen.

Da die Museen um 17.30 Uhr schliessen, blieb uns für das Natural History und das American History Museum nur noch eine Stunde. Eigentlich eine Schande! Ein kurzer Rundumblick im Natural History Museum genügte, immerhin war Klaus mit den Kindern schon in New York im Natural History Museum. So hatten wir im American History Museum noch die Gelegenheit, den „Star-Spangled-Banner“ anzusehen.

Mittlerweile ist die Fahne knapp 200 Jahre alt und sieht schon ein wenig mitgenommen aus, ist aber fast vollständig erhalten. Und sie ist viel, viel größer als ich angenommen hatte. Die Frau, die das riesige Sternenbanner nähte, hat (außer Unsterblichkeit) als Entgelt 405,– USD erhalten. Es waren noch andere interessante Dinge ausgestellt, wie z.B. ein Care-Paket.

Abschließend gingen wir mit Anton im abendlichen Washington zum Essen. Es war ein letzter schöner Abend und wir genossen seine Gesellschaft.

Die Stadt leerte sich langsam wieder und es erstaunte uns, wie sauber die Stadt sich uns präsentierte nach diesen vielen hunderttausenden von Menschen. Nur noch an den übervollen Mülleimern konnte man erkennen, was sich tagsüber hier abgespielt hatte.

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29.10.2010 Annapolis

Eigentlich wollten wir heute nochmal ohne Kinder nach Washington fahren. Da aber der Wind aufgefrischt hat und zudem noch aus einer anderen Richtung kommt, haben wir uns gedreht und liegen nurmehr eine Bootslänge von einem anderen Boot entfernt. Da uns das Vertrauen in den Ankergrund fehlt, beschliessen wir, an Bord zu bleiben. Wir wollen den Kindern nicht die Verantwortung für das Boot aufbürden, falls doch mehr Wind aufkommt und wir slippen.

Aber so hatten wir auch Zeit für Amelia. Sie ist eine Freundin der Familie Spring und wir durften ihre Adresse nutzen, um uns ein paar Sachen schicken zu lassen. Amelia und ihr Freund kamen zu uns an Bord, und da sie nächstes Jahr auch zu einer Weltumsegelung aufbrechen wollen hatten wir viel zu besprechen.

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28.10.2010 Washington

Smithsonian Institution! Wie oft hatten wir das auf unserem Weg durch die USA gehört. Jeder, wirklich jeder hat uns diesen Museumskomplex in Washington empfohlen. Mit Recht! Aber der Reihe nach:

Mit unserem schönen blauen Mietwagen sind wir über den Freeway nach Washington gefahren. Es ging viel schneller als erwartet und nach einer halben Stunde Fahrt durch den Indian Summer waren wir schon in der Hauptstadt. 13,– USD stand auf einem Schild vor dem Parkhaus. Äh, pro Stunde oder für den Tag? Wir hatten von den horrenden Preisen der Parkhäuser gehört, aber es war tatsächlich der Preis für den ganzen Tag. Und das wenige Gehminuten vom Weißen Haus entfernt. Der Himmel war blitzblau, wir waren gut gelaunt, alles klappte wie am Schnürchen. Als erstes schauten wir beim Weißen Haus vorbei. Sieht kleiner aus als wie im Fernsehen, aber dafür mitten im Grünen. Riesige schön angelegte Parkanlagen rund ums Weiße Haus. So möchte ich auch wohnen, mal abgesehen von den vielen Touristen und Polizisten, die da so rumlungern. Weiter zum Washington Monument, ein weißer Marmor-Obelisk. 1848 wurde mit dem Bau zu Ehren Washingtons begonnen, bald jedoch war das Spendengeld aufgebraucht und erst nach dem Bürgerkrieg wurde 1879 weitergebaut. Heute noch kann man die „Nahtstelle“ wegen der verschiedenen Farbe der Steine sehen. Insgesamt 169,3 Meter hoch war es seinerzeit das höchste Bauwerke der Welt und löste damit den Kölner Dom ab.

Smithsonian Institution

Unser erster Besuch des Smithsonian Museumskomplex, der sich auf der an das Washington Monument anschließender National Mall erstreckt, galt dem Informationszentrum des Smithsonian, dem „The Castle“. Es sieht wirklich wie ein kleines Schlößchen aus. Wir sahen uns einen kurzen Film mit den Highlights des riesigen Museums an. So hatten wir zumindest einen kleinen Einblick in die verschiedenen Museen. Der heutige Tag war jedoch dem Air- and Space Museum gewidmet. Es ist beeindruckend, wie viele komplette Flugzeuge in diesem Museum ausgestellt sind. Und vor allem welche Ikonen der Luft- und Raumfahrt: die Spirit of St. Louis, mit der Charles Lindbergh 1927 nonstop von New York bis Paris flog, die Apollo 11 mit der Mondfähre Eagle (erste Mondlandung mit Neill Amstrong), das erste Motorflugzeug der Gebrüder Wright und vieles mehr. Und keine Kopien, alles echt! Am meisten beeindruckt hat uns jedoch alle ein winzig kleines Ausstellungsstück: etwa 1 x 2 cm groß, 4 Milliarden Jahre alt. Ein Splitter echten Mondgesteins, den man auch anfassen darf.

Mittendrin erreichte uns ein Anruf von Anton und Natalia. Sie waren ebenfalls in Washington und wollten auf einen kleinen Sprung vorbeikommen, da Natalia morgen zurück nach Californien fliegt. Das ist das Schöne am Smithsonian. Die Museen sind kostenlos, daher kann man auch nur für wenige Stunden oder wie im Fall von Natalia und Anton auch nur für wenige Minuten reinschauen. Wir verabschiedeten uns sehr herzlich und hoffen, sie bald wiederzusehen. Anton bleibt noch länger und wird nächste Woche die Jewel nach Florida verlegen. Wir sahen uns noch die Fotoausstellung -Beyond: Visions of our Solar System- von Michael Benson an. Fantastische Bilder von Mond, Mars und Saturn. Wir blieben bis zum Schluß und wurden fast rausgeschmissen. Wir spazieren durch die Innenstadt am FBI vorbei zurück zu unserem Parkhaus.

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27.10.2010 Annapolis Einkaufscenter Costco

Anton und Natalia riefen uns an. Sie sind mal wieder auf ihrer Lagoon 500 “Jewel” und liegen unweit von uns entfernt in einer Marina. Wir verabredeten uns im Costco, einem riesigen Einkaufsladen, ähnlich wie bei uns Metro. Da Anton im Besitz einer Kundenkarte ist, können auch wir dort einkaufen. Es war vielleicht nicht der glamouröseste Ort für ein Wiedersehen (das letzte Mal trafen wir uns in Tortola, British Virgin Islands), aber das tat der Wiedersehensfreude keinen Abbruch. Für den Abend verabredeten wir uns in Annapolis in einem Restaurant. Wir hatten uns viel zu erzählen. Wir erzählten von unserer Reise an der Ostküste, sie erzählten uns von ihrem neuen Haus, das sie sich so zwischendurch in Californien gekauft hatten.

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26.10.2010 Annapolis

Wir waren gerade am diskutieren, was wir am besten machen sollten. Zurück nach Baltimore? Hier ausharren? Aber dann können wir Washington vergessen. Bei dem Ankergrund ungeschützt vor dem Hafen lassen wir die Pacific-High nicht alleine. Gerade als sich Ratlosigkeit breit macht, kommt der Harbourmaster. Wir würden in der Einfahrtspassage liegen und müßten uns verlegen. Auch das noch! Aber nach einem kleinen Schwätzchen gab Tom uns den wertvollen Tip, wir sollten uns doch hinter die Brücke in den Creek verlegen. Da lägen wir absolut ruhig und super geschützt und außerdem endet jede Straße zum Creek hin mit einem Dinghy Dock. Super! Die Lösung unserer Probleme, dachten wir jedenfalls. Bis wir vor die Brücke kamen. Die Brücke öffnet sich zu jeder halben und vollen Stunde und gleich war es soweit, aber da passen wir doch nie durch!!! Auf der Karte war leider nicht verzeichnet, wie breit die Brücke ist. Als wir zögern winkt der Brückenwärter. Auf Funk bestätigt er uns: You will make it! Also, Augen zu und durch. Helena, Kolja und ich mit Fendern bewaffnet. Unnötigerweise, denn unser Käpt’n steuert unser Riesenschiff mit Leichtigkeit durch die Brücke durch. Rechts und links waren aber wirklich nicht mehr als ein halber Meter Platz. Und nun liegen wir hier, im Spa Creek in traumhafter Kulisse. Das Wasser ist spiegelglatt, die Bäume am Ufer glühen in den schönsten Farben. Ein Traum. Ein absoluter Traum. Und zur Krönung des Ganzen haben wir auch noch schnelles Internet. Wie schnell sich das Leben ändern kann. Jetzt macht das Bootsleben wieder Spaß und wir haben uns einen Mietwagen genommen. Denn heute (endlich!!) kommt das neue SIMS-Computer-Spiel heraus und Helena kann es schon seit Wochen kaum mehr erwarten, dieses Spiel in den Händen zu halten. Und so waren wir nachmittags schon in die riesige Annapolis-Mall gefahren um Helena ihren dringenden Wunsch zu erfüllen.

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25.10.2010 Baltimore – Annapolis

Kurzentschlossen haben wir uns dafür entschieden, heute nach Annapolis zu segeln. Der Segeltag war nahezu perfekt. Wir kreuzten vor der Bay Bridge bei nicht zuviel und nicht zuwenig Wind. Bei den Segelmanövern verzichteten wir diesmal auf die elektrischen Winschen und kurbelten mit der Hand. Uupps, das ist ja ganz schön schwer!! Bei 25 Knoten Wind geht das doch mal nicht so eben. Ich mußte ganz schön kurbeln und war jedesmal total erledigt.

Unser Ankerplatz in Annapolis draußen vor dem Hafen hat uns nicht so gefallen, zumal unser Anker nicht richtig hielt. Wir probierten an mehreren Stellen, aber richtig gehalten hat er nirgends. Das Hafenbecken ist voller Moorings für die wir zu groß sind. Zum ankern ist kein Platz. Die Marina hat keinen Platz für uns frei, der Besuchersteg (ohne Wasser und Strom) kostet 3,– USD pro Fuß. Und draußen macht uns der Schwell zu schaffen. Wir machten uns auf in die nächste Bucht, aber leider war auch dort alles voller Moorings und unser Ankerversuch endete damit, daß auch hier unser Anker nicht hielt und außerdem waren wir den anderen Booten zu nah. Ausser Spesen nichts gewesen. So sind wir zurückmotort an unseren schwelligen Ankerplatz. Wären wir doch nur in Baltimore geblieben. Am liebsten würden wir gleich wieder abhauen, aber wir haben uns einige Pakete und Briefe hier herschicken lassen, die noch nicht alle angekommen sind. So müssen wir einige Zeit bleiben. Aber der Ankerplatz ist nichts. Der Weg zum Dinghydock zu weit, der Anker hält nicht richtig und obendrein ist noch Schwell! Ziemlich frustriert gingen wir schlafen…

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24.10.2010 Helena und Kolja in Baltimore

Der schöne und ungewöhnliche Leuchtturm Seven Foot Knoll

Helena und Kolja im Hafengebiet, ein schönes Beispiel für eine gelungene Stadtsanierung. Wie andere Metropolen der USA mußte auch Baltimore einen Jahrzehnte währenden Niedergang verkraften. Die traditionsreiche Hafen- und Industriestadt verlor nach dem Zweiten Weltkrieg (Flucht in die Vorstädte) etwa 15 % ihrer Bevölkerung und schrumpfte auf nunmehr ca. 730.000 Einwohner.

In den 70er Jahren zogen die Stadtväter die Notbremse und erinnerten sich, dass man mit dem seit dem 17. Jh. genutzten Hafenbecken Touristen locken und Geld in den Stadtsäckel fließen lassen könnte. Mittlerweile gilt die Gegend um den Inner Harbor als Paradebeispiel für gelungene Stadtsanierung und Baltimore wird von anderen Citys darum beneidet. Barnes&Nobles und das Hardrock Cafe Baltimore befinden sich im alten Gaswerk.

Das ungewöhnlich lange U-Boot USS Torsk. Seit 1944 absolvierte sie über 10.600 Tauchgänge, bis sie 1968 außer Dienst gestellt wurde.

Wie in Boston gibt es auch hier einen Spaziergang durch die Geschichte.

Auch das Einkaufszentrum The Gallery darf auf dem Besuch nicht fehlen.

Wieder mal Geschichtsunterricht der besonderen Art. Das Holocaust-Denkmal sieht schon aus der Ferne beklemmend aus, aus der Nähe verstärkt sich der Eindruck noch. Den Spruch auf dem Sockel haben wir gemeinsam übersetzt: Jene, die sich nicht an die Vergangenheit erinnern, sind verurteilt, sie zu wiederholen.

Wir warten auf unser Wasser Taxi…

Da kommt unser Taxi!

Und schon geht es wieder zurück auf die Pacific High!