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09.12.2010 Ft. Lauderdale – Sawgrass Mill Malls

Wir haben uns von unserem Megayachtdock verabschiedet und sind zu unserem endgültigen Liegeplatz umgesiedelt. Es ist immer wieder aufregend, zumal es in diesem Kanal mit der Strömung nicht immer einfach ist. Wenn dann noch Wind dazukommt wird es kritisch. Deshalb haben wir den Gezeitenwechsel um 11.00 Uhr abgewartet. Leinen los und ein paar Meter rübergetuckert. Das letzte Mal für lange Zeit. Nun sind wir auf der Work Yard und von Luxus und Megayachten keine Spur mehr. Dafür wird zwei Plätze weiter ein großes schwimmendes Dock von Red Bull für die große Winterfest Boat Parade hergerichtet, die am 11. Dezember stattfindet. Über 100 Boote nehmen an der Fahrt durch die Kanäle teil. Auf dem Red Bull Dock werden Halfpipes installiert und dabei wird auch geschweißt. Das macht die Booteigner drum herum und auch uns nicht glücklich, denn der Funkenflug verursacht unzählige böse Rostflecken auf unserem weißen Deck, die nur mit großer Mühe wieder entfernt werden können.

Nachmittag fuhren wir in die Sawgrass Mill Malls, das größte Outletshoppingcenter der Welt, wenn man der Werbung glauben darf. Die Sawgrass Mills Mall ist ein gigantischer Shopping Komplex mit über 350 Geschäften. Gerade als wir ankamen rief Joao von der Casulo an. Sie sind auch in Ft. Lauderdale und wir hatten uns für heute nachmittag in der Shopping Mall verabredet. Wir gingen erst mal essen mit unseren brasilianischen Freunden und wir freuten uns sehr über das Wiedersehen. Die Casulo haben wir zuletzt im September auf Block Island gesehen.

Anschließend erkundeten wir die unzähligen Geschäfte. Gerade Kleidung kann man sehr günstig einkaufen. Wirklich schade, daß wir eigentlich nichts brauchen. Das nächste Jahr werden wir auf der Barfußroute verbringen, wo man nur ein paar T-Shirts und Shorts braucht. Sonst nichts. Daher widerstehen wir den meisten Angeboten.

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06.12.2010 Ft.Lauderdale – Florida

Von Fort Pierce sind wir in zwei Tagesschlägen (eine Ankernacht in Palm Beach) nach Fort Lauderdale gesegelt. Es waren unsere letzten 90 Seemeilen mit der Pacific High dieses Jahr unter Segeln und der Wettergott hatte es gut gemeint mit uns. Bei nordwestlichen Winden um 20kn konnten wir die ganze Strecke dicht unter Land segeln (ein bis zwei Seemeilen von Strand entfernt) bei minimalem Seegang mit durchschnittlich 10kn.  So vergingen die beiden Etappen fast zu schnell und wir hatten z. Bsp. wenig Zeit für den Schulunterricht.

Am Nikolaustag gegen 14:30 Uhr laufen wir in den Hafen von Fort Lauderdale ein. Von hier sind es noch 3 ½ sm durch die Wasserstarssen von Ft. Lauderadle und den Fluß hinauf bis zum Lauderdale Marine Center. Dort bleibt die Pacific High während unserem Heimflug nach Deutschland  bis Mitte Januar. Auf dem Weg dorthin müssen wir fünf Hebebrücken und zwei niedrige Hochspannungsleitungen passieren. Ft. Lauderdale wird nicht umsonst das Venedig Amerikas genannt. Soviele Kanäle und Wasserstrassen mit den tollsten Villen und den schönsten Booten davor. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Und Schnee lag in so manchen Gärten. Täuschend echt in der Weihnachtsdekoration. Manchmal hatten wir nur noch 80 cm Wasser unter den Kielen und manchmal hatten wir nur noch 50 cm Luft über dem Mast (Hochspannungsleitungen!). Da hilft nur noch Augen zu und durch. Man fragt sich wirklich, wie die großen Megayachten da durch kommen. Die letzte Brücke passierten wir um 16.00 Uhr. Glück gehabt, denn die nächste Öffnung ist dann erst wieder um 18.00 Uhr wegen der Rush-Hour. Als wir ankamen, standen schon Thierry und der Dockmaster der Marina bereit und nahmen unsere Leinen in Empfang. Wir liegen vorerst am Steg der Megaluxusyachten und die Pacific-High sieht aus wie ein Beiboot. Von den Eignern der Yachten ist niemand an Bord. Nur die Deckschrubber, die die Nase aber alle soooooo weit oben haben. Es wird kaum gegrüßt und kein Lächeln kommt aus. Naja, wenn ich den ganzen Tag ein Boot schrubben müßte, das mir nicht mal gehört….

Apropos Boot schrubben. Da wir endlich mal wieder endlos Wasser zu Verfügung haben, wollen wir die Pacific-High auf Hochglanz bringen. Das hat sie wirklich verdient. Thierry war heute früh schon da und wir haben die Arbeiten besprochen, die während unserer Abwesenheit erledigt werden sollen.

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04.12.2010 Segeln von Charleston nach Fort Pierce

Morgenröte in Charleston...

Kurz vor Sonnenaufgang heißt es am Donnerstag Morgen nun doch endgültig Abschied nehmen von Charleston. Langsam fahren wir noch einmal an der „Waterfront“ dieses sympathischen historischen Städtchens von South Carolina dem Sonnenaufgang entgegen.

Ein letzter Blick auf Charleston ...

Wie immer schlagen zwei Herzen in unserer Brust: auf der einen Seite wollen und müssen wir nach Florida in den Süden, auf der anderen Seite fällt uns (wieder einmal) der Abschied schwer. Charleston, mit seiner traumhafte Umgebung, den Plantagen, endlosen Stränden hat uns verzaubert. Dazu haben wir hier viele Freunde (wieder) getroffen und neue dazugewonnen. Gestern Nachmittag/Abend/Nacht hatten wir noch die netten Australier Ean und Lee Ann von der Windwalker und Familie Coppersmith von der „Azimuth“ an Bord die wir hoffentlich im Februar auf den Bahamas wiedersehen. Jetzt, am frühen Morgen, ist es doch recht frisch, Gott sei Dank haben wir Rückenwind, denn es weht eine steife kalte Briese. Hinter den Wellenbrechern setzen wir Groß und Fock und nehmen Kurs auf Fort Pierce, folgen aber der Küstenlinie um nicht vom Golfstrom gebremst zu werden.

Sonnenuntergang zum Abendessen ...

Teilweise müssen wir einen Motor mitlaufen lassen um bei Tageslicht in Fort Pierce anzukommen. Die Segeltage verlaufen unspektakulär: bei achterlichen Winden zwischen 10kn und 15kn und wenig Welle haben wir eine sehr angenehme Überfahrt und können nebenbei schon viel auf der Pacific High aufräumen und für die Garantiearbeiten in Fort Lauderdale vorbereiten. Am Freitag Morgen können wir dann den Parasailor setzen.

Angenehmes Segeln mit dem Parasailor

Freitag auf Samstag Nacht passieren wir Cape Canaveral bei sternenklarer Nacht und können mit dem Fernglas genau die Startrampen erkennen. Wir sind pünktlich zum vorletzten Shuttle Start da – nur die NASA patzt: der Start ist zum x-ten Male verschoben worden, mindestens bis Februar 2011  – Schade!

Helena hängt noch schnell die Wäsche ab, bevor wir einlaufen

Da die Tidenströme am Inlet nach Fort Pierce recht heftig sind (bis 5kn Strömung) dümpeln wir den Samstag mit 4kn dahin. Gegen 15:00 Uhr bei null Strömung laufenm wir ein und fahren zum ersten Mal ein paar Meter IWC (Intercoastal Water Way). Unsere Freunde die schon viele 100 sm auf dem IWC hinter sich haben dürfen jetzt ruhig lächeln: wir sind völlig überfordert! Weniger als ein Meter Wasser unter den Kielen, kaum kommt man um ein paar Meter vom Kurs ab fällt das Echolot auf null! Wir müssen ja nicht weit fahren und Anita entdeckt einen perfekten Ankerplatz mit gutem Halt. Wir machen “klar Schiff” – nach 2 1/2 Tagen segeln ist immer einiges aufzuräumen, zu verstauen und mit Frischwasser zu putzen um uns dann in der warmen Spätnachmittagssonne auf der Fly einen Sundowner zu gönnen.

Angler am Ufer direkt neben uns

Das Wasser ist glatt wie Öl, am Ufer wird eifrig geangelt, Pelikane fliegen majestätisch wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche an der Pacific High vorbei und ein Wal zieht eine halbe Stunde lang seine Kreise in der Bucht! Idyllischer kann es wohl nicht mehr werden!?

Plötzlich entdeckt Anita eine Bewegung auf der Wasseroberfläche, was mag das sein?

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Ein Wal von ca. sechs Meter länge schwimmt durch die Bucht!

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01.12.2010 Charleston – Wilder Ankerplatz

Diese Nacht war aufregend. Aufgrund ungünstiger Strömung und zugleich Windböen von 30 Knoten sind alle!! Boote geslippt. Was wiederum gut war, da so alle Boote mitten in der Nacht einfach ein paar Meter nach hinten gerutscht sind. Schon am Tag zuvor war der Ankerplatz von tanzenden Booten geprägt. Zweimal pro Tag wechselt die Strömung von Ebbe auf Flut und andersrum. Während der Strömung liegen alle Boote in der gleichen Richtung, während des Wechsels jedoch tanzen die Boote etwa eine Stunde lang wie es ihnen gerade gefällt. Ein richtiges Ballett wird aufgeführt und manchmal kommen sich zwei Boote dann nahe, manchmal auch zu nahe. Gott sei Dank waren wir gestern den ganzen Tag an Bord um im Notfall eingreifen zu können. Nach der aufregenden Nacht luden wir unsere direkten Nachbarn, die Windwalker und die Azimuth auf einen Kaffee ein. Wir waren alle froh, daß weiter nichts passiert ist.

Lee-Anne und Ian von der Windwalker sind aus Australien. Sie haben hier das Boot übernommen und wollen es nun nach Australien überführen. Die Preise für Gebrauchtboote sind in Australien astronomisch hoch, deshalb haben sie ihr Boot in den USA gekauft.

Die Azimuths sind eine nette amerikanische Familie, die sich gerade erst auf ihren Weg gemacht haben. Die Kinder Dillon und Neve haben sich gut mit unseren verstanden und es wurden allerlei Spiele gespielt. Die Erwachsenen haben sich auch gut verstanden und wir fanden es sehr schade, daß wir morgen früh Richtung Fort Lauderdale segeln. Auch für die Kinder wäre es schön gewesen, ihre neu gefundenen Spielkameraden nicht gleich wieder zu verlieren. Aber es war ein netter Abend und ein Wiedersehen mit den Coppersmith’s (ihre Vorfahren stammen aus Deutschland) im nächsten Jahr ist fest geplant.

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29.11.2010 Charleston Museum

Kostbare Tage sind uns geschenkt worden und wir genießen es ausserordentlich, noch in Charleston zu sein, im warmen Salon zu sitzen und nicht draussen auf hoher See durchgeschaukelt zu werden und vor Kälte bibbernd auf der Fly zu sitzen. Zwar haben wir das jetzt alles noch vor uns, aber den Gedanken verdrängen wir erfolgreich.

Und außerdem konnte ich nun doch noch mein Charleston Museum besuchen. Ein sehr interessantes Museum über die Geschichte Charlestons (übrigens das erste Museum von Amerika: 1773 gegründet). Wer sich für so alte verstaubte Sachen und die Vergangenheit der Südstaaten interessiert und zufällig in der Gegend ist: hingehen! Klaus mußte wieder mit und blieb bis zum Schluss tapfer und ohne zu Murren dabei. Aber ich hetzte auch durch die Ausstellung. Wäre ich alleine gewesen hätte ich den ganzen Tag dort verbringen können. Und Klaus hatte eh’ schon Glück, denn das Gibbs Art Museum, das ich auch noch gerne angesehen hätte, hat leider (Anita) GottseiDank (Klaus) Montag geschlossen.

Das Museum zeigt derzeit eine interessante Special Exhibition: Kleider und Textilien aus dem Bürgerkrieg.

Auch etliche Schuhe der Damen waren ausgestellt und man muß sich wirklich wundern, was für Mini-Füße die hatten. Die Schuhe waren allerhöchstens 5 cm breit, wie soll da ein Fuß hineinpassen? Und auch das Korsett!! Was für eine Qual. Aber schön sahen die Kleider schon aus.

Die gepflückte Baumwolle wurde in grosse Ballen gepresst, von den Plantagen nach Charleston gebracht und dort gewogen. Die Baumwolle wurde von Händlern weiterverkauft in den Norden oder nach England.

Auch Alligatoren sind in der Region um Charleston beheimatet. Alligatoren unterscheiden sich von Krokodilen wie folgt: Mit einem Höchstalter von 75 Jahren werden Alligatoren etwa doppelt so alt wie  Krokodile.  Wenn die Wassertemperatur unter 18 Grad Celsius fällt, schafft es ein  Krokodil nicht mehr, zum Atmen an die Wasseroberfläche zu gelangen – es muss unweigerlich ertrinken. Einem Alligator machen etwas kühlere Temperaturen  viel weniger aus; durch seinen langsameren Stoffwechsel ist er an solche Bedingungen angepasst. So beschränkt sich das Verbreitungsgebiet der Alligatoren heute auf Gegenden, in die die eigentlich leistungsfähigeren Krokodile aufgrund der klimatischen Verhältnisse nicht vordringen konnten. Nämlich auf diese Gegend hier und China. Die auffälligsten äußerlichen Unterschiede zwischen Alligatoren und Krokodilen sind die breitere Schnauze der Alligatoren und vor allem eine andere Anordnung der Zähne. Wenn ein Alligator sein Maul geschlossen hat, wird die untere Zahnreihe von der oberen verdeckt, bei einem Krokodil sind dagegen beide Zahnreihen zu sehen.

Der Mississippi-Alligator kann maximal sechs Meter lang und eine halbe Tonne schwer werden. Allerdings sind solche großen Tiere sehr selten. Gott sei Dank kann ich da nur sagen.

Auch Gershwin’s Piano, auf dem er die Oper “Gorgy and Bess” komponiert hat, ist ausgestellt. Dieses Piano hatte er sich vom örtlichen Musikhandel ausgeliehen. Die Uraufführung am Broadway im Oktober 1935 war kein großer Erfolg. Erst eine zweite Aufführungsserie ab 1942 in New York und die europäische Erstaufführung in Kopenhagen (1943, gegen den Widerstand der Nationalsozialisten) sicherten ihr den Erfolg. Gershwin konnte den weltweiten Erfolg seiner Komposition leider nicht mehr miterleben, er starb 1937 mit nur 39 Jahren.

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28.11.2010 Familienalltag

Eigentlich wollten wir heute nach Cape Canaveral weitersegeln und sind auch brav um 5:00 Uhr morgens aufgestanden um die auslaufende Flut auszunützen. Die aktuellen Wetterprognosen, die wir als erstes abgerufen hatten, zeigten uns jedoch, daß sich die Tiefausläufer am Montag Nachmittag bis Dienstag Abend über Cape Canaveral verstärken. Gleichzeitig bestätigte sich das gute Segelwetterfenster ab kommenden Donnerstag. Angesichts der auf See kalten Nächte und Nachtwachen beschlossenen wir dieses ruhigere Segelwetter abzuwarten.

Statt über Segelabenteuer schreibe ich also nun über unseren Familienalltag an Bord. Anlass war eine Diskussion mit Helena & Kolja vor ein paar Tagen über die Aufgabenverteilung an Bord. Wir Eltern beschwerten uns über ungleiche Aufteilung der  Arbeiten und die mangelnde Unterstützung der Kinder. Wir baten sie sich unsere Argumente durch den Kopf gehen zu lassen und uns dann darauf anzusprechen. Dies tat nun Helena gestern, hatte auch einige Vorschläge parat und erstellte während unserer Diskussion auch eine neue Liste mit Aufgaben die jeder von uns an Bord übernehmen wollte. Zumindestens gestern hat es gut funktioniert: es wurde an allen Ecken und Enden fleißig gewerkelt und geputzt – mal schauen wie lang dieser Enthusiasmus anhält!?

Am Nachmittag starteten wir dann zu einer Rundfahrt der malerischen Waterfront von Charleston entlang zum Fort Sumter wo angeblich der amerikanische Bürgerkrieg begann. Anita & Ich saßen im Cockpit und genossen die warme Nachmittagssonne bei einer leckeren Tasse Cappuccino. Nach einem Blick auf die moderne Arthur J. Ravenel Bridge (interessantes Detail: die Fertigstellung war ein Jahr schneller als geplant und der Bau auch noch günstiger als die Ausschreibung)  und die Südspitze von Charleston “The Battery” ging es noch zum Tanken (Diesel & Wasser) an die Pier der Marina.

Nachmittagskaffee

"The Battery", die Südspitze von Charleston
Fort Sumter
Die Arthur J. Ravenel Bridge wurde 2005 eröffnet

Tankstop
Tankstop

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26.11.2010 Charleston – Bootstage

Helena’s Geburtstag gestern verbrachten wir auf der Pacifc High. Der Tag begann mit Geschenke auspacken und anschließend machten wir es uns an Bord gemütlich (Helena’s Wunsch). Sie chattete mit ihren Freundinnen im Internet. Wir spielten auch etwas zusammen, wobei spielen nicht direkt zu den Lieblingsbeschäftigungen unserer nun 14-jährigen Tochter gehört. Es gab Pizza und es war ein schöner Tag, aber wir sind uns einig, daß Geburtstag feiern zu Hause viel schöner ist. Da kommen die Freunde und Freundinnen und Verwandten und es gibt viele Geschenke.

Heute stand „klar Schiff“ machen auf dem Programm. Klaus widmete sich der Ankerwinsch und wie immer, aus „ich seh mal nur kurz nach der Ankerwinsch“ entstand daraus ein nachmittagfüllendes Programm. Ich widmete mich Kolja’s Kabine. Bombeneinschlag, anders kann man es nicht beschreiben. Ich wundere mich nur, wie man mit so wenig Sachen soviel Chaos anrichten kann. Ich kämpfte mich durch, bis man die Farbe des Bodens wieder erkennen konnte. Und sogar noch weiter, denn auch die Bilgen standen auf dem Programm. In drei Wochen geben wir die Pacific High in die Obhut des Lagoon-Händlers in Ft. Lauderdale. Da sollte das Boot in einigermaßen aufgeräumten Zustand sein.

Am Abend sortierten wir alle Kolja’s Legosammlung. Stunden über Stunden sortierten wir und sind noch nicht fertig. Er hat einfach zuviel Lego. Vor allem die vielen Spezialteile! Das müßte verboten werden. Ich weiß nicht, wie oft ich schon Legosteine sortiert habe. Früher war alles viel einfacher. Als es nur die einfachen Blöcke gab und als Highlight auch mal Räder untendran. Da brauchte man nur nach Farben sortieren und vielleicht nach klein, mittel und groß. Aber heute ist das eine Wissenschaft für sich. Abends um halb neun waren wir mit der ersten Grobsortierung fertig. Nun sind die Teile in zwei großen Wäschebehälter untergebracht und stehen im Weg herum. Auf so einem Boot, und ist es auch noch so groß, ist einfach nie genügend Platz.

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24.11.2010 Charleston Aiken-Rhett-House

Wir stopften unsere zwei Fahrräder auf den Rücksitz unseres Mietwagens und brachten es zurück. Ich wollte noch das Aiken-Rhett-House, das Charleston Museum und das Gibbs Museum of Art ansehen. Zu dumm nur, daß ich vergessen hatte, ein Fahrradschloss mitzunehmen. Im Visitorcenter hatte uns eine Angestellte erzählt, daß schon 3 x Fahrräder von ihrer Veranda gestohlen wurde und es heißt auch, daß Charleston die 10.gefährlichste Stadt in ganz USA sei. Da wir gebrannte Kinder bezüglich Fahrraddiebstahl sind, kauften wir uns erstmal ein neues Fahrradschloss. Kann man ja immer mal brauchen.

Da Klaus das Charleston Museum nicht so sehr interessiert (ich erhoffe mir davon etwas Aufklärung über die Lebensumstände der Sklaven und auch der weißen Herren) und auch das Kunstmuseum lieber auslassen möchte, sehen wir uns zunächst das Aiken-Rhett-House an.

Mit unserem schönen neuen grünen Schloss schliessen wir die Räder davor ab und klingeln an der eindrucksvollen Haustür. Die Führung findet per AudioGuide statt, d.h. man kann selbst umhergehen und sich Zeit lassen.

Gebaut wurde das Haus 1818 und nach nur 8 Jahren mußte der Erbauer das Haus wegen finanzieller Schwierigkeiten veräußern an die Familie Aiken. In deren Besitz blieb es bis 1975. Die Erben verschenkten es dann an das Charleston Museum.

Der Gebäudekomplex umfasst zwölf Zimmer im Haupthaus (vier Zimmer auf jeder Etage) sowie Stallungen, ein Kutschhaus und die ehemaligen Sklavenquartiere, die sich im Keller befinden. Die Familie Aiken besaß an die 800 Sklaven, aber nur die Haussklaven (Diener, Köche, Kutscher usw.) wohnten im Keller. Die anderen Sklaven lebten hinter dem Haus in den Stallungen, in der Waschbaracke oder auf der nahegelegenen Jehossee Reis Plantage, die ebenfalls den Aikens gehörte.

Seit 1858 wurden an dem Haus keine baulichen Veränderungen mehr vorgenommen und auch die meisten Möbelstücke stehen noch an den Plätzen, für die sie gekauft wurden. Ich fand’s toll, alles ist so authentisch. Klaus fand’s nicht so toll, er meinte, es wäre schon alles sehr verkommen. Naja, gut, die Sklavenhäuser würden bei uns als Abbruchhäuser gelten, deren Betreten wegen Einsturzgefahr verboten ist. Ich mußte Klaus auch erst überreden, mit mir die Stufen in den ersten Stock zu erklimmen. Die Möbel zerfallen so langsam zu Staub, die Tapeten an den Wänden kommen in ganzen Bahnen herunter und in den Decken sind große Löcher. Ich fand es trotzdem oder gerade deswegen toll. Eine Zeitkapsel, die die letzten 150 Jahre überdauerte.

Anschließend gingen wir noch kurz was Essen (Burger für mich, Crab Cake für Klaus) in der Broad Street und fuhren durch die schönen Häuser am Waterfront Park zurück.

Immer wieder sind wir hin und weg von Charleston. Die Stadt stellt sich wie ein Architektur-Museum dar. Heute noch sind 73 Häuser aus der Kolonialzeit, 136 aus dem späten 18. Jahrhundert und 623 aus der Zeit vor 1840 erhalten.
Hauptkennzeichen der Stadthäuser sind neben den Gärten die luftigen Terassen. Bis zu drei Meter breit, meist über alle Etagen und entlang mehrerer Seiten, dienten sie der Belüftung und dem Sonnenschutz.

Die Museen werde ich mir ein andermal ansehen. Jetzt zog es uns zum Boot zurück. Wir freuten uns auf einen guten Kaffee auf unserem Vorderdeck in der Sonne. Es ist wieder unglaublich warm geworden. Wir können bis abends 20.00 Uhr im T-Shirt sitzen.

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23.11.2010 Charleston – Drayton Hall Plantage

Welch interessante Geschichten uns diese Eiche erzählen könnte!?

Drayton Hall gilt als eines der besten Beispiele der palladianischen Architektur der Kolonialzeit in den USA. Der riesige zweistöckige Backsteinbau wurde zwischen 1738 und 1742 von John Drayton erbaut.

Eines der wenigen im Originalzustand erhaltenen Plantagenhäuser...

Es ist das einzige Wohnhaus entlang des Ashley River, das 1865 nicht von Truppen der Unionsarmee verwüstet wurde. Als die Truppen im Anmarsch waren, hängten die Besitzer einfach gelbe Fahnen aus den Fenstern, das damals übliche Zeichen, daß sich im Haus Gelbfiebererkrankte befinden. Daher machten die Truppen einen weiten Bogen um das Anwesen.

Die ehemalige Plantage hat heute parkähnlichen Charakter

Das Haus ist fast im Originalzustand der Bauzeit erhalten ( preserved but not restored), auch im 20. Jahrhundert wurden – außer Sicherheitsvorkehrungen – keine Veränderungen vorgenommen. Es fehlt jegliche Einrichtung (15 Zimmer). Interessant aber sind die Architektur und die Gebäudekunst, die durch die Erzählungen der professionellen Führer zu Leben erweckt werden, so steht es zumindest im Prospekt.

Eindrucksvoller Treppenaufgang in den ersten Stock

Leider hatten wir etwas Pech mit unserem Führer. Sein starker Südstaatendialekt und seine undeutliche Aussprache, gepaart mit deutlichem Hang zum Schnellsprechen machte seinen Vortrag für uns leider völlig unverständlich. Nur mit 100%iger angestrengter Konzentration war es uns möglich, zumindest einige Wortfetzen mitzubekommen. Schade, denn die Geschichte des Hauses hätte mich sehr interessiert.

Der "Ballroom" im ersten Stock mit herrlichem Ausblick auf die Plantage

Für die Kinder war es dann bald auch sehr langweilig („Hier gibt’s ja nicht mal Möbel!!“) und wir fanden schlussendlich den Eintrittspreis für uns vier mit knapp 50 US$ recht happig.

Ausblick vom ertsen Stock

Geschafft: die Führung ist vorbei!

Auf der Fahrt nach Hause machten wir einen Umweg über die Citadell Shopping Mall. Schließlich haben wir an Bord eine junge Dame, die in wenigen Tagen 14 Jahre alt wird. So haben wir noch ein paar Kleinigkeiten gekauft. Helena hat sich gewünscht, daß wir diesmal an ihrem Geburtstag nicht auf See sind (an ihrem letzten Geburtstag waren wir gerade auf der Überfahrt auf die Kanarischen Inseln). Deshalb bleiben wir noch ein paar Tage in Charleston.

Diesmal haben wir einen (fast) viereckigen KIA als Mietwagen erwischt

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22.11.2010 Video zur Boone Hall Plantation

Her das zugehörige Video:

Boone Hall Plantation from Pacific High on Vimeo.