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23.06.2011 Charleston – Hominy Grill

Wann immer wir einen Charlestonianer fragten, wo man in Charleston echte Südstaatenküche findet, gab es nur eine Antwort: Hominy Grill.

Heute wollen auch wir  die echte unverfälschte Südstaatenküche kennenlernen und haben uns um 13.oo Uhr  Anton und Natalia verabredet. Der langen Schlange nach zu urteilen, die sich vor dem Restaurant gebildet hatte, scheint der Hominy Grill sich wirklich großer Beliebtheit unter den Einheimischen zu erfreuen. Man kann auch keinen Tisch im vorraus reservieren, so reihten wir uns brav unter den Wartenden ein, nachdem wir uns im Lokal gemeldet hatten und mit einem freundlichen Lächeln den Hinweis bekommen hatten, dass wir ca. eine Stunde auf einen Platz würden warten müssen! Diese Prozedur ist überigens bei vielen Restaurants an der Ostküste nicht unüblich, die Restaurantgäste werden auf der Basis “first come first serve” bedient. Es dauerte wirklich knapp eine Stunde die wir bei über 30 Grad  im Schatten der Bäume warten mußten. Anton und Natalia hatten es schlauer gemacht, sich hoffnungslos in Charleston mit ihrem Auto verfranzt  und waren erst kurz bevor wir unseren Tisch bekamen eingetroffen. Hominy Grill entsprach voll uns ganz unseren Erwartungen: ein lebendiges Südstaaten Lokal mit einfacher Einrichtung, schneller und freundlicher Bedienung und leckerem Südstaaten Essen. Wir hatten Shrimp & Grits, frischen Fisch vom Markt an Melonensauce, Farmer Steak an Squash und Red Rice … es gab allein zwanzig Beilagen (viel frisches Gemüse) auf der Tageskarte! Auch für die Kinder hatte es sich  gelohnt: laut Kolja’s Aussage hatte er sein bestes Turkey-club-bacon-lettuce-tomato-mayonnaise-Sandwich seines Lebens… und wir alle hatten auch etwas davon, da es für Ihn viel zu viel war!

 

 

 

 

 

 

 

 

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21.06.2011 Savannah – Georgia

Wir verbrachten einen wunderschönen Tag in Savannah mit Anton und Natalia. Die Kinder zogen es vor “sturmfreie Bude” zu genießen und freuten sich auf einen ganzen Tag ohne “nervige” Eltern an Bord. (Im Auto wäre aber ohnehin kein Platz für die Kinder gewesen). In der derzeitgen Hitze war es fast schön, gut zwei Stunden im gekühlten Auto zu sitzen.

In Savannah entschieden wir uns für eine Trolley Tour. Wir nahmen die günstige Tour für 15,– US $ (die Dame im Tourist-Info meinte: Save money, honey!), dafür durften wir den Trolley bis auf einen kurzen Zwischenstop an einer Kirche (Cathedral of St. John) nicht verlassen.

So sahen wir Savannah im Vorbeifahren an. Wunderschöne Häuser und 22 Parks, die noch auf die Gründungszeit der Stadt (1733) zurückgehen. Am Ende der Tour stärkten wir uns bei Südstaatenküche und ich konnte zum ersten Mal “Grüne Tomaten” essen.

Danach spazierten wir durch Savannah, sahen uns all die schönen Häuser genauer an und ruhten uns immer wieder in den Parks im Schatten der riesigen Eichen aus. Während in Charleston die Häuser großteils aus Holz gebaut sind, gibt es hier eine stattliche Anzahl an Steinhäusern. Obwohl sich beide Städte ähnlich sind, hat jede Stadt ihre Vorzüge und ist auf ihre Art einzigartig. Savannah in Georgia und Charleston in South Carolina, keine zwei Autostunden voneinander entfernt, sind die legendären „Southern Belles“, die Südstaatenschönheiten.

Und sie sind wirklich schön! Von Gaslaternen illuminierte Straßen mit Kopfsteinpflaster, Südstaatenhäuser, plätschernde Springbrunnen, grüne Parks.  Amerikaner besuchen die „Southern Belles“, wenn sie den Zauber der Alten Welt spüren möchten und da gerade die großen Sommerferien angefangen haben, waren auch reichlich amerikanische Touristen hier.

Savannah und Charleston sind die am häufigsten von Gespenstern heimgesuchten Ortschaften in den USA, daher kann man hier auch eine Stadtrundfahrt im Leichenwagen buchen:

Sechs Personen passen hinein, weil kein Sarg zu transportieren ist. Bitte Platz nehmen zur mitternächtlichen Fahrt über die Friedhöfe! Ziemlich makaber aber auch lustig. Und nur eine von einem Dutzend „Ghost Tours“, den so beliebten Stadtrundfahrten auf den Spuren von Mördern, Monstern und Untoten. Wir haben allerdings keine gesehen (auch in Charleston nicht), aber wir haben diese Fahrt auch nicht mitgemacht.

Besonders Savannah besitzt einen geradezu morbiden Charme. Wozu die uralten Eichen, von denen das Spanische Moos herabhängt wie Trauerflor, nicht unwesentlich beitragen. Die seltsame Pflanze lebt von der Luftfeuchtigkeit. Ist diese hoch, färbt sich das Moos grün, bei Trockenheit wirkt es dünn und struppig.

Am Ende des Tages waren wir im Telfair Museum – Jepson Center of Art angekommen. 1886 eröffnet, zählt diese Institution im Historic District zu den ältesten öffentlichen Kunstmuseen des Südens. Eines seiner drei Gebäude, das Jepson Center for the Arts, wurde erst im Jahr 2006 fertig gestellt und weist eine beeindruckende Architektur auf. Zu gerne hätten wir das Museum mit seinen Kunstwerken besichtigt, aber da es schon um 17.00 Uhr schließt, hätten wir keine Stunde Zeit gehabt.

Da machten wir uns lieber auf zum Flagshipstore der SavannahBeeCompany. Ganz dem Honig verschrieben, gibt es Honig in allen erdenklichen Varianten und Geschmacksrichtungen. Auch in Flaschen ist der Honig erhältlich. Man  kann sich wunderbar durch alle Geschmacksrichtungen durchprobieren, bis man seinen Lieblingshonig gefunden hat.

Ach ja… die berühmte Bank vor dem Chippewa Square, auf der Forrest Gump im gleichnamigen Film sass, steht heute im Savannah History Museum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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20.06.2011 Hundstage

 

 

 

Wir haben zwar noch nicht Ende Juli, aber ein Blick auf das Thermometer rechtfertig den Titel des heutigen Blogeintrages:

Der Ausdruck: “es ist heiß” beschreibt unseren derzeitigen Zustand nur unzureichend… falls es Euch nicht gleich aufgefallen sein sollte: die Temperaturen von ca. 32 Grad an Bord der Pacific High sind die Tages-MINIMUM-Temperaturen gemessen um 8:22 Uhr Morgens! Nachmittags um 16:00 Uhr als wir nach einem Ausflug (davon gleich mehr) wieder an Bord waren hatten wir immer noch folgende Werte (knapp 44 Grad Innen- und 52 Grad Aussen-Temperatur):

Die Zeitungen und das Internet berichten vom heißesten 20. Juni in der Geschichtsschreibung von Charleston und für die Region zwischen Savannah und Charleston wurde die höchste Hitzewarnstufe ausgelöst.

Helena und Kolja lassen sich von all dem nicht beeindrucken: nach der Schule um ca. 11:30 Uhr verkünden die beiden jetzt eine Schnitzeljagd für Anita und mich zu organisieren. Sie möchten sich für die Hetzerei vor ein paar Tagen revanchieren und lassen sich von unseren Einwänden, es ist ja viel zu heiß – da holen wir uns alle den Hitzetod, nicht beirren. Mir schwant Böses als sie erst nach 2 1/2 Stunden völlig ausgepumpt und rot wie Tomaten im Gesicht zurückkehren! Sie scheinen sich viel ausgedacht zu haben und wollen uns so schnell wie möglich loswerden! Die Schnitzeljagd führt uns mehrfach quer durch ganz Charleston. Die Luft glüht und besonders wenn wir auf asphaltierten Sraßen fahren, scheint es einem, als wenn man hinter einem Heißluftofen auf höchster Stufe hinterherfährt. Eine tolle Idee hatten die beiden, einen Hinweis in der City Marina auf der anderen Seite von Charleston im Elektrokasten vor der “Jewel” zu hinterlassen. Natürlich nutzen wir die Gelegenheit um uns im klimatisierten Salon unserer Freunde bei kalten Getränken zu erfrischen. Weiter ging es zum Geschichtsmuseum und dann zu den “White Point Gardens” ganz am südlichen Ende der Stadt.

Dort warteten die beiden auf uns und hatten auf dem Rasen im Schatten der uralten Eichen ein Picknick vom Feinsten ausgebreitet. Es gab von den beiden selbst eingekaufte und zubereitete Köstlichkeiten wie Thunfisch-Mayonaise-Baguettes, Tomaten-Mozzarella Salat, eisgekühlte Getränke… Helena und Kolja hatten einfach an alles gedacht. Selbst Gläser und Servietten fehlten nicht nebst Kühlpads aus der Gefriertruhe um alles zu kühlen. Anita und ich waren geplättet und hatten ein wunderschönes Picknick im Park!

 

 

 

 

 

 

 

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19.06.2011 Vatertag

 

Schon seit einigen Tagen verdichteten sich die Anzeigen, daß Helena und Kolja sich Gedanken über den Vatertag (in U.S.A. am heutigen 19.06.) machten. So wurde ich nebenbei gefragt was ich denn gern am Sonntag zum Frühstück essen würde, was denn meine Lieblings-Schokolade sei …

Ab 7:00 Uhr morgens konnte ich die beiden an Bord werkeln hören. Dann wurde es still, die beiden waren zum Einkaufen geradelt und bald später wurde ich dann an den wunderschön gedeckten Frühstückstisch geführt. Es wurde ein langer Frühstücksbrunch mit Spielen (Chase the ace)…

Gegen Mittag holten uns Natalia und Anton zu einem Ausflug nach Sullivan Island und Island of Palms und einer Einkaufsorgie im “COSTCO” (wie Metro in D) ab. Verschwitzt und Müde kehrten wir  zurück und hatten noch einen schönen Familienabend mit leckerem Essen (Red Snapper vom Tepan Yaki mit frischem Ceasar Salat), Spielen und einem Film (Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1)…

 

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18.06.2011 Rauchwolken über Charleston

 

Nachmittag haben wir uns mit Anton und Natalia in Charleston getroffen. Die Kinder waren auch dabei. Wir sind allerdings auf dem kürzesten Weg in den „Blind Tiger“  und haben uns dort im Courtyard niedergelassen.

Für Sightseeing ist es einfach zu heiß. Im Baumschatten mit Ventilatoren (mit Sprühnebel) konnte man es bei einem kalten Getränk gerade noch so aushalten. Es sind 98° Fahrenheit (37° C) und wir leiden ein wenig unter der Hitze. Wir redeten stundenlang und merkten gar nicht, wie die Zeit verflog. Die Kinder radelten nach einiger Zeit zurück zum Schiff, es war ihnen dann doch zu langweilig. Kolja rief uns später an und berichtete, dass überall in der Luft Rauch wäre. Und richtig, ganz Charleston war eingeräuchert. Waldbrände und Buschfeuer aus SüdostGeorgia und Nordflorida schickten ihre Rauchwolken bis hierher.

Rauchwolken über Charleston

In dieser Nacht zog ein leichter (Mini-)Squall über uns hinweg. Im Internet auf dem Regenradar konnten wir die große Gewitterfront (ca. 250 km Länge), die weit südlich von Savannah bis kurz vor Charleston über die Küste hinweg zog, beobachten. Wir waren froh, daß uns dieses Gewitter so gut wie gar nicht beeinträchtigt hat und wir waren heilfroh, daß wir in diesem Augenblick sicher in der Marina festgemacht waren und nicht gerade dort vor der Küste umhersegelten.

Radarbild der Gewitterfront, die  heute Abend über die Bundesstaaten (Nord) Florida, Georgia uns South Carolina  gezogen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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15.06.2011 Bordalltag in Charleston

 

Gleich früh morgens haben unsere Docknachbarn Ingrid und Dayton mit Ihrem Schooner “Nina” abgelegt. Sie wollen auch langsam Richtung Norden segeln. Dank ihrer niedrigen beiden Masten können sie den “Intercoastal Waterway” nehemen und werden in ungefähr einer Woche in Beaufort vor Cape Hatteras sein. Vielleicht werden wir sie dort wiedersehen…

Der Schulunterricht gestalltet sich leider seit einiger Zeit wieder recht zähflüssig. Während den letzen Wochen, ja eigentlich Monaten lief es recht gut, nachdem wir ein längeres ernstes Eltern / Schüler Gespräch hatten. Wir hatten einige neue Spielregeln für den Unterricht gemeinsam festgelegt und auch den Stundenplan und die Unterrichtsfächer etwas anders verteilt. Wenn es Euch interessiert, hier sind die Stundenpläne von Helena und Kolja:

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WIe gesagt haben wir ausserdem noch einige “Spielregeln” für den Unterricht festgelgt:

Schulunterricht Pacific High 2011

Naja, es kommen bestimmt auch wieder bessere Zeiten!

Gegen Mittag sind wir vier dann mit dem Bus ins “Citadell Mall” Einkaufszentrum gefahren. Nichts Aufregendes, Kolja und ich brauchten neue Shorts, die Mädels wollten alleine shoppen gehen. Am liebsten wäre Kolja natürlich in die Computer und Elektronik Geschäfte gestürmt aber wir hatten vorher noch unser “typisch amerikanisches” Einkaufserlebnis auch “SALES” genannt. Scheinbar kauft hier niemand zu regulärem Preisen ein, sondert wartet immer auf “SALES” die regelmäßig alle Geschäfte (auch die Markennamen) veranstallten. Letzten Herbst hatten wir so einen Großeinkauf bei “Aeropostale” gestartet und durchschnittlich 70% Rabatt bekommen. Hier nun unser heutiges “SALES” Erlebnis: nach einigem Suchen und Ausprobieren fanden wir für uns beide schicke hochwertige Shorts: regulärer Preis $ 29,99 ca. EUR 20,– Eigentlich fanden wir den Preis OK, daraus gab es jetzt aber einen “SALES” Rabatt, einen Rabatt weil wir nicht aus dem Staate Couth Carolina waren und einen Mengenrabatt ab 3 Shorts: macht noch $ 9,99 oder knapp EUR 7,– DAs war aber noch nicht alles! Aber auch die knapp 40$ für vier Shorts durften wir nicht Zahlen, denn heute gab es noch einmal $ 10,– Discount auf alle Einkäufe über 25$, sprich jede Shorts hat uns schlußendlich EUR 5,– gekostet! Die Menge muß es bringen!!! Hier zum schmunzeln unser Kassenbeleg:

Kaum waren wir zurück an Bord hatten wir Besuch von Dawie (Kolja’s neuer bester Freund hier in Charleston) und seinem Vater David. David ist Bauunternehmer und hatte in der Stadt zu tun und wollte nur mal bei uns vorbeischauen. Er ist ein sehr netter Kerl, scheinbar sehr fleißig und erfolgreich in seinem Job aber privat urgemütlich und “total relaxed”.

Wärend Dawie und Kolja sich eine heftige Wasserschlacht auf dem Dock leisteten und binnen Minuten klitsch naß waren, leerten wir Männer die eine oder andere Flasche Bier im Cockpit. David kennt Charlston und SC wie seine Westentasche, ist außerdem begeisteter Fischer und wußte so mnache spannende und lustige Geschichte zu erzählen.

Wie immer verging die Zeit wie im Fluge und als er sich gegen 19:00 Uhr hastig aber sehr herzlich von uns verabschiedete nahm er Kolja gleich mit der zu einem “Sleepover” bei seinem Freund Dawie eingeladen war.

Gott sei Dank verspäteten sich Natalia und Anton eine halbe Stunde, so konnten wir schnell etwas “klar Schiff machen”, das Abendessen vorbereiten und unds noch kurz duschen. Es wurde, wie immer,  ein anregender netter langer Abend mit den beiden. Es gab frischen Fisch (Tunfischfilet, Tilapiafilet im Cocosmantel, Lachs in Bourbonsauce mariniert und Red Sapper vom Teppan Yaki), dazu Ceasar Salat, Grits und Baguette. Als Nachtisch Peanut-Butter-Cup Eis mit Weintrauben in Ameretto eingelegt. Auch Helena gesellte sich eine Weile zu unseren langweiligen Erwachsenengesprächen. Kurz vor Mitternacht duschten wir uns noch ein weiteres Mal vor dem “zu Bett gehen”, es ist sehr heiß in Charleston!

Kolja: Es war sehr schön mal wieder Jungs in meinem Alter zu haben. Ich habe sie in unserer Marina getroffen als eine Bootausstellung war. Als ich mit meinem Papa vom Fußball spielen kam, haben die 5 Jungen American-Football gespielt. Ich wollte sie gerade fragen ob ich mit spielen darf als Devi (mein bester Freund)  mich eingeladen hat, mich mit spielen zulassen. Dann mußte ich zum Abendessen und habe schnell alles in mich hinein geschlungen. Danach düste ich zurück um Tagg (Fangen) in der Nacht zu spielen. Ich habe dann gleich die Telefonnummern mit Devi getauscht und wir haben ausgemacht, uns morgen zutreffen. Am nächsten morgen kamen sie um 13:30 Uhr. Sofort haben Devi und ich angefangen zusammen zu Spielen, Fischen und eine brutale Wasserschlacht zu führen. Nachdem Devi und ich von Kopf bis Fuß nass waren musste er gehen, bis wir auf die Idee gekommen sind, einen Sleepover (Übernachten) zu machen. Ich rannte los, wechselte meine Klamotten und packte alles für einen Sleepover ein.

 

 

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14.06.2011 Charleston: von Höhen und Tiefen

 

Es gibt sie, diese Tage, an dehnen man sich unweigerlich fragt: warum bin ich heute bloß aufgestanden? Im Bett wäre mir vielleicht dieser ganze Schlamassel erspart geblieben!

Unsere Pechsträne beginnt eigentlich schon am gestrigen Abend. Wir saßen mit Freunden bei Wein, Bier und Cola im Cockpit als sich Kolja zu mir setzte und mir ins Ohr flüsterte, dass etwas mit seinem Computer nicht stimme: beim booten kämen merkwürdige Fehlermeldungen. Ich beruhigte Ihn und versprach gleich als erstes am nächsten Morgen mir das Problem anzuschauen. Gesagt, getan: mit dem ersten starken Kaffee um 7:00 Uhr kümmere ich mich um sein „Sorgenkind“ und  stelle fest, dass er sich einen bösen Virus eingefangen, der die Kontrolle über seinen Rechner übernommen hat. Es sollten noch zwei Tage vergehen bis ich den Virus von allen befallenen Dateien entfernt haben würde. Ich bin noch mit dem Computer beschäftigt als die Pacific High durch einen leichten Schlag erzittert. Ein  knirschendes Geräusch vom Bug des Schiffes lässt nichts Gutes erahnen. Ich springe an Deck und sehe ein kleines Motorboot, dass beim Manövrieren im Hafen gegen den Bug des Steuerbordrumpfes gestoßen ist. Äußerlich wohl recht hektisch und aufgelöst ermahne ich mich innerlich: „… brüll nicht gleich rum, und schau nicht gar so grimmig!“. Den beiden Insassen des Motorbootes kann ich ihr schlechtes Gewissen gleich ansehen. Sie sind Anfänger, dies ihr erstes Boot und in Hektik geraten… kann passieren, niemand wird als perfekter Kapitän geboren. Sie betonen zig-mal wie peinlich und Leid ihnen ihr Missgeschick wäre und das sie selbstverständlich für den Schaden aufkommen werden. Wir tauschten unsere Adressen aus und die beiden fahren, verunsichert aber auch erleichtert, ihrem nächsten Reiseziel entgegen. Natürlich sind wir verärgert, welcher Bootseigner freut sich schon über einen tiefen Kratzer an seinem Boot. Auf der anderen Seite musste so etwas irgendwann einmal passieren: wir sind jetzt über zwei Jahre und rund 14000sm unterwegs und hatten bisher immer Glück und keine Schäden an unsere Pacific High zu verzeichnen. Auf den Schreck bereitet Anita uns einen zweiten leckeren Cappuccino zu und ich rufe währenddessen beim Zoll an um unsere „Cruising License“ für die USA zu verlängern. Nach unserem Desaster letztes Jahr bei der Einreise in die USA glaube ich Naivling diesmal leichtes Spiel zu haben. Auch der Officer von der Coast Guard, bei dem wir vor wenigen Tagen eingecheckt hatten meinte: „No Problem“, wir waren ja vier Monate außerhalb der USA. Er habe nur leider keinen Computerzugang um unser Permit zu verlängern, könne uns aber die direkte Durchwahl zum Custom Officer geben. Der Custom Officer sieht die Sache leider völlig anders: wir müssen nach Ablauf unserer License die USA verlassen, in einem anderen Staat einklarieren und können erst dann wieder einklarieren und eine neue Cruising License beantragen. Das macht doch keinen Sinn! Wir waren vier Monate in einem anderen Staat und wer kann schon ein Jahr im Voraus seinen Abreisetag genau vorhersagen!? Leider greifen meine Argumente nicht, der Mann betet stur seine Gesetzestexte runter. Es kostet mich all meine Überzeugungskraft mich nicht am Telefon abwimmeln zu lassen und ihn zu einem persönlichen Gespräch zu überreden. Anita und ich trinken hastig unseren Kaffee aus (der gute Mann geht bald in seine wohl verdiente Mittagspause) und schwingen uns auf die Fahrräder um bei 33Grad im Schatten zum Zoll zu radeln. Dieser ist natürlich mitten im Containerhafen (= Sperrgebiet), kein Mensch scheint zu wissen wo das Zollgebäude ist. Selbst der Pförtner am Zollfreigelände schickt uns erst in eine völlig falsche Richtung um sich dann später doch daran zu erinnern das hier das Zollgebäude ist und er unseren Officer nur anzurufen braucht. Da wir nicht auf das Zollgelände dürfen muss sich dieser zu uns hinausbequemen, in die heiße Mittagssonne. Sichtlich verärgert seinen klimatisierten Arbeitsplatz verlassen zu müssen belehrt er uns weiterhin über die Gesetzeslage. Anita lässt all Ihren Charme spielen, erinnert ihn höflich daran, dass wir ja vier Monate im Ausland waren und das in der Karibik jetzt Hurrikane Saison sei und bis Kanada gut 2000sm zu segeln. Keine Chance: das täte ihm ja furchtbar Leid aber das wäre nicht sein Problem. Geknickt und niedergeschlagen radeln wir durch die Mittagshitze zurück zur Pacific High und gönnen uns eine eiskalte Cola. Unsere tollen Kinder haben derweil fleißig für die Schule gelernt und versuchen uns aufzumuntern. Kolja und ich spielen erst einmal eine Runde Fußball auf dem nahegelegenen Bolzplatz Helena und Anita radeln in die Innenstadt von Charleston, ein wenig Shoppen, die schöne Altstadt anschauen und etwas Kühles trinken. Derweil waschen Kolja und ich mit viel Wasser die Pacific High, schleckern eine riesige Portion Eis und spielen einige Runden UNO. Da kommt mir die Idee einfach mal beim Custom in New York anzurufen, dort habe wir letztes Jahr einklariert und unser Cruising License erhalten. Schon die Sekretärin am Telefon ist sehr freundlich und begrüßt mich mit einigen deutschen Sätzen die Sie in der Schule gelernt hat. Der zuständige Custom Officer bestätigt die Gesetzeslage, findet sie genauso absurd wie wir und spricht nach kurzem Überlegen die erlösenden Sätze: „Come to New York and we’ll find a solution for you“. Ich bin immer noch verunsichert und frage nach ob ich mich denn darauf verlassen könne… „You have my word, man!“ dröhnt seine sonore Stimme aus meinem Headset und mir fällt ein Stein vom Herzen und ich bedanke mich überschwänglich.

Anita und Helena sind derweil von ihrer Tour zurück und wir besuchen unsere Docknachbarn Ingrid und Dayton von der „Nina“ einem klassischen 70 Fuß Schooner . Trotz seiner Einfachheit, keine Winchen, Dieselofen zum Kochen, schlägt uns dieser 25 Jahre alten Holzseglers in seinen Bann! Wir lauschen gespannt den Erklärungen und Geschichten der beiden bis um 19:00 Uhr Anton und Natalia von der „Jewel“ zu unserer Verabredung erscheinen.

Wir nehmen noch einen Aperitif an Bord der Pacific High und laufen dann zu Fuß zum „Fleet Landing“, einem Fischrestaurant am Hafen. Es wird wieder einmal ein amüsanter Abend mit den beiden und wir sind mit die letzten Gäste des Lokals als wir es gegen 23:00 Uhr verlassen. Auf dem Rückweg zeigen wir den beiden noch „unseren“ Supermarkt „Harris Teeter“ um Joghurt zu kaufen (wir sind in den USA: der Supermarkt hat rund um die Uhr 7 Tage die Woche geöffnet). Wir sind gerade dabei uns zu verabschieden als uns Bob, ein Mitarbeiter der Marina, uns anspricht ob er uns in seinem Auto zur Marina fahren kann. Welch eine höfliche Geste, was für ein netter Ausklang dieses langen Tages in Charleston der doch so verkorkst begonnen hatte!

 

 

 

 

 

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13.06.2011 Schnitzeljagd durch Charleston

 

Klaus organisierte heute für die Kinder eine Schnitzeljagd durch Charleston. Sogar der Apple-Store in Charleston war involviert. Aber ich lasse wohl besser Klaus und die Kinder selbst schreiben:

Die Idee zu einer Schnitzeljagd war uns wärend unser ausgedehnten Fahrradtouren durch Charleston gekommen. Heute Vormitag, während Helena und Kolja ihre täglichen Schulstunden abarbeiteten bin ich mit dem Rad kreuz und quer durch Charleston gefahren und habe an den unmöglichsten Orten Hinweise für die Schnitzeljagd hinterlegt. So mussten die beiden zum Beispiel das erste amerikanische U-Boot suchen das vor dem “Charleston Museum” ausgestellt ist. Unter dem vorderen backbord Tiefenruder hatte ich den nöchsten Hinweis befestigt. Besonders kniffelig war auch die Aufgabe im Apple Store.

Dort hatte ich die netten Mitarbeiter dazu überredet einen Hinweis für die beiden beritzuhalten. Helena Koja mussten also in das Apple Computergeschäft und nach einer Mitarbeiterin “Phoebe” fragen die den Hinweis für sie aufbewahrte. Der ganze Apple Store fand die Idee so lustig, das immer mehrere Mitarbeiter an der Tür Wache hielten um ja unsere Kinder nicht zu verpassen! Weitere Hinweise befanden sich unter Parkbänken, Denkmälern oder in Briefkästen.

Mit etwas telefonischer Unterstützung fanden die beiden schließlich auch ihr Ziel den “Blind Tiger Pub” in dem Anita und ich schon auf sie warteten. Bei Hamburgern, viel Sprite und Cola konnten sie sich von den Strapazen der Jagd erholen.


Nachdem wir alle wieder glücklich vereint im “The Blind Tiger” uns gestärkt hatten, fuhren wir zur City Marina, um Natalia und Anton von der Jewel zu begrüßen, die heute früh in Charleston angekommen sind. Vorher schauten wir noch kurz bei  der “Bella Donna” vorbei, einem 70-Fuß-Katamaran. Bei unserer Ankunft in Charleston lagen wir kurzzeitig hinter “Bella Donna” am Megadock, bevor wir zur Charleston Maritim Center-Marina wechselten. John und Deborah kennen wir noch von letztem Jahr aus Nassau, Atlantismarina. Sie zeigten uns ihr Boot und ich bin beeindruckt von dem übergroßen Platzangebot. Das sind wirklich Welten zwischen unserem 50-Fuß- und einem 70-Fuß-Katamaran. Anschließend hatten wir noch einen netten Abend mit Anton und Natalia auf der Jewel. Um 20.30 Uhr radelten wir wieder nach Hause. Aber auch um halb neun abends ist es noch richtig heiß in Charleston.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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12.06.2011 Charleston – French Quarter

 

Auf unserem Heimweg von Downtown Charleston zur Marina kommen wir immer an einem Auto mit Münchner!!! Kennzeichen vorbei. Ich freue mich immer, kommt doch so etwas wie Heimatgefühl auf.

Ansonsten waren wir heute im French Quarter unterwegs. Wunderschöne Südstaatenhäuser, Gaslaternen, Kopfsteinpflaster, elegant gekleidete Charlestonianer auf dem Weg zur Kirche, schattenspendende Bäume, nette Lokale, Galerien. Ein rundum gelungener Tag. Nur ein bißchen heiß ist es hier.

Nachmittag waren Ingrid und Dayton zu Besuch, unsere netten Nachbarn hier am Steg. Sie leben auf Nina, einem wunderschönen “richtigem” Segelboot. Ingrid hat Musik studiert und wir hören gerne zu, wenn sie ihre wunderbaren Melodien auf der Violine spielt.

 

 

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11.06.2011 Charleston – Citadell Mall

 

 

 

Früh morgens wurden wir von frischen Baguettes überrascht. Kolja nutzte die neue Freiheit, schwang sich auf’s Fahrrad und kaufte fürs Frühstück ein. Wir freuten uns. Danach schwangen Klaus und ich uns aufs Fahrrad (die zwei Neuen) und radelten in den nördlichen Teil Charlestons, der kaum von Touristen besucht wird und mehrheitlich von Farbigen bewohnt ist. Dutzende Male bekamen wir im Vorbeifahren Komplimente wegen unserer tollen Fahrrädern („Hey, I like your bikes, they’re cool!). Jeder hat ein freundliches Lächeln auf den Lippen. „Hi, how are you doing?“ Auch wenn es nur eine Floskel ist, man fühlt sich gleich viel weniger als Fremder. Am Nachmittag stand ein Besuch des ShoppingCenters Citadell an. Die Kinder brauchen ein paar neue Sachen. Trotzdem wir im Internet Gegenteiliges gelesen hatten, klappte es mit dem öffentlichen Nahverkehr einwandfrei.

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