21.01.2014 Die Geschichte vom Wassermacher

Wir haben einen Wassermacher von SeaRecovery Typ Aquamatic 1400-II auf der Pacific High im Einsatz. Ein tolles Ding: man drückt einfach auf den Startknopf, das Gerät pumpt ca. 1.000 l. salziges Meerwasser pro Stunde durch die Membranen und ca. 230 l. klares Trinkwasser fließen in unsere Tanks. Alles läuft vollautomatisch, auf einem Display kann man grafisch den Ablauf verfolgen, erhält von den Sensoren genaue Werte zur Wasserqualität, dem Salzgehalt, den Druckverhältnissen im System und dem Zustand der Filter. Wir haben uns aber hauptsächlich für den Searecovery Wassermacher entschieden, weil seine Technik als besonders robust gilt, so ist zum Beispiel die Hochdruck Pumpe wassergeschmiert und hat eine Lebensdauer von 8.000 Stunden. Bisher haben wir in knapp fünf Jahren an Bord der Pacific High ca. 150.000 l. Frischwasser produziert. Wie schon erwähnt: ein tolles Ding – wenn er funktioniert! In unserem Fall, mit drei Ausfällen in fünf Jahren, nicht so zuverlässig wie wir uns das vorgestellt haben. Ein erstes Elektronik Problem mit dem Wassermacher hatten wir Mai 2011, also nach rund zwei Jahren in den Abacos / Bahamas. Nicht gerade der optimale Zeitpunkt da die Bahamas weder Süßwasser Vorkommen noch SeaRecovery Händler vorweisen können. Dank der schnellen und kompetenten Unterstützung unseres Händlers (COMPAGNIE HYDROTECHNIQUE ist der Importeur für Frankreich) konnten wir den Fehler mit Bordmitteln reparieren. Im November 2011 begann unsere Hochdruckpumpe merkwürdige Geräusche zu machen und nicht mehr den korrekten Druck aufzubauen (ja, genau die so robuste, wartungsfreie Pumpe… und das nach nur 300 Betriebsstunden!). Da wir uns in der Nähe von West Palm Beach befanden wurde uns ein großer und angeblich sehr erfahrener SeaRecovery Händler (Beard Marine of the Palm Beaches) für die Reparatur empfohlen. Dieser erwies sich leider weder als kompetent noch seriös und stellte uns nach wochenlangen Reparaturversuchen eine horrende Reparaturrechnung aus. Erst nach massiver Intervention unseres französischen Importeurs wurden die Kosten für die Teile auf Kulanz von SeaRecovery übernommen und der Arbeitslohn von Beard Marine reduziert. Bildschirmfoto 2014-02-08 um 19.21.04Vor einem guten Monat, Weihnachten 2013 legten wieder Elektronik Probleme unseren Wassermacher lahm. Bereits ein halbes Jahr zuvor hatte ich aus zwei defekten elektronischen Anzeigen eine funktionierende gebastelt: jetzt gab auch dieses letzte verbliebene Display seinen Geist auf. Trotz intensivster Bemühungen, vieler Tipps, endloser Telefonate mit Pierre Taillefer (unserem Händler) konnten wir die Elektronik nicht wieder zum Leben erwecken. Jetzt war, im wahrsten Sinne des Wortes, guter Rat teuer: SeaRecovery hatte inzwischen eine neue Elektronik und Displays auf den Markt gebracht, unsere waren nicht mehr Bildschirmfoto 2014-02-08 um 19.32.42lieferbar. Wir mussten ein komplettes UpgradeKit mit neuen (Farb-)Displays, Sensoren, Steuerungselektronik und Kabeln sowie einem neuen Gehäuse bestellen. Pierre Taillefer war sichtlich um Schadensbegrenzung bemüht und bot uns das Kit zu Selbstkosten an und übernahm die nicht unerheblichen Frachtkosten. Mit einer Woche Verzögerung (die neue Elektronik muss im Werk in den USA passend für unseren Wassermacher programmiert werden) kam das Kit Mitte Januar in Papeete an. Der Ein- bzw. Umbau gestaltete sich unproblematisch, bis zu dem Punkt an dem wir den „neuen“ Wassermacher in Betrieb nehmen wollten: die neuen Displays leuchteten farbenfroh auf und verkündeten ein Aquamatic 450 Wassermacher zu sein (das ist der kleinste aus dieser Baureihe), wir haben aber den 1400-II (den zweitgrößten). Eine kurze Bildschirmfoto 2014-02-08 um 19.33.07Rücksprache per Mail und Telefon mit Pierre in Frankreich (dort war es bereits nach 22:00 Uhr Abends) bestätigte meine Befürchtung: die Elektronik war falsch bzw. gar nicht programmiert worden! Pierre war rat- und fassungslos am Telefon. Wie konnte dieser Fehler im Werk passieren? Hatte er doch ausdrücklich in seiner Bestellung (ich hatte eine Kopie erhalten) auf unsere besondere Situation in Französisch Polynesien hingewiesen. Es gäbe zwar eine spezielle Hardware zum Programmieren der Elektronik, doch glaube er nicht, dass der Händler in Papeete (sein Partner) diese gekauft habe, da dieser Typ Wassermacher in Französisch Polynesien nicht vertrieben würde. Er würde sich aber noch heute Nacht darum kümmern (Zeitverschiebung) und er hätte Morgen eine Lösung für uns parat. Diese erhielten wir auch in Form eines freundlichen Anrufes von Ms. Philippe Dieumegard (dem Händler). Er meinte lachend, das es Zeit würde dieses teure Teil, das er seit zwei Jahren bei sich rumliegen habe, mal auszuprobieren und ob es mir passen würde wenn er in einer halben Stunde vorbeischauen würde: was für eine Frage: na klar! Philippe ist ein sympathischer Franzose, der vor dreißig Jahren in Tahiti gestrandet ist und eine Polynesierin geheiratet hat. Sein Fachwissen und Können bezgl. Wassermachern ist enorm. Er war uns eine große Hilfe und Dank seinem Programmiertool funktioniert unser Wassermacher nun endlich wieder. Philippe Dieumegard und Pierre Taillefer von COMPAGNIE HYDROTECHNIQUE können wir nur wärmstens empfehlen (am Ende des Beitrages findet Ihr ihre Adressen). Was SeaRecovery angeht… fragt uns doch noch einmal in ein paar Jahren!

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Philippe und Ich beim reprogrammieren des Wassermachers… wie man sieht war es recht heiß!

 

Pierre Taillefer

COMPAGNIE HYDROTECHNIQUE

Pontrigné – 44860 Saint-Aignan (FRANCE)

Tel : 33 (0)240 310 175

Web : www.compagnie-hydrotechnique.com

 

Etablissements Dieumegard

PK 3.2 Arue Clote Montagne

BP 14132 98701 Arue Tahiti

Tel : (689) 42 32 38

Email : ets-dieumegard@mail.pf

 

 

 

 

 

 

 

Link: www.compagnie-hydrotechnique.com

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Ein Gedanke zu “21.01.2014 Die Geschichte vom Wassermacher

  1. Hey Klaus, Du trägst ja eine Brille, seit wann ?
    Ja ja , das Alter …….. (;-)
    Ich muss nämlich auch gerade zur Kontrolle !
    Machts gut !
    Mam

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