Es ist immer das gleiche mit uns: am liebsten möchten wir gar nicht weg von den Exumas! Die Wetterfiles sagen aber drei Tage lang gute Winde zum segeln voraus und danach lange Zeit Flaute. So beschließen wir in drei Schlägen via Little San Salvador, und Eleuthera in die Abacos zu segeln. Das sind Tagesschläge um 80sm die wir mit der Pacific High gut schaffen können. Mit den Kindern besuchen wir noch einmal die Sanddünen an der Nordspitze von Elizabeth Island die sie auf wildeste Art hinabrutschen, springen, surfen… Wir kaufen noch frisches Obst und Gemüse im „Exuma Market“ in Georgetown ein und dann heißt es Segel auf Richtung Nordwesten. Hier noch einige Eindrücke unserer letzten Tage in den Exumas…
Wir sind angenehm überrascht wie „anders“ das Klima auf den Bahamas dieses Jahr ist. Während uns letztes Jahres die Hitze und die kaum vorhandenen Winde oft daran gehindert haben größere Ausflüge zu machen (außer ins kühle Nass!) unternehmen wir dieses Jahr (fast) jeden Tag irgendetwas, angenehme Temperaturen um 28 Grad und eine stete Brise sei Dank! Besonders Helena & Kolja haben neuerdings Spaß an Ausflügen und „Abenteuern“. Wir spielen Federball, Volleyball oder Boccia, unternehmen Wanderungen den Stränden entlang, oder auf die Hügel der Inseln. Wir sind dabei Agenten oder gestrandete Segler die sich ihren Weg durchs Gebüsch schlagen müssen. Oft haben wir im Rucksack ein Picknick mit, sammeln Muscheln, entdecken geheimnisvolle Grotten und Höhlen. Manchmal fahren wir mit dem Beiboot einfach nur an den Riffen und Stränden vorbei und brettern durch die Wellen. Dabei habe ich das Steuer längst an Kolja übergeben der meistens unser Kapitän und Scout ist….
Wir haben uns ein kleines Stück weiter verlegt, in die Sanddollar Beach. Anton und Natalia von der “Jewel” haben sich schon vor ein paar Tagen von uns verabschiedet, wir werden sie aber in wenigen Wochen an der USA Ostküste wiedersehen. Wir geniessen das angenehme Wetter und die wunderschöne Umgebung. Helena und Kolja arbeiten eifrig und konzentriert während dem Schulunterricht um danach umgehend im kühlen Nass zu baden. Beide haben ihre Schwimm- Tauch- und Sprungkünste perfektioniert: Kolja ist ein Meister der Sprünge geworden und Helena eine sehr gewandte Taucherin. Manchmal machen wir Strand oder Inselspaziergänge oder man trifft sich am Strand zu einem Volleyballspiel. Der gemeinsame verlängerte Sundowner ist zum festen Ritual von Donné, Anita, Stewart und mir geworden, entweder auf einem unserer Katamarane oder auf der Terrasse eines netten Lokals…
Seit gut einer Woche segeln wir zusammen mit den beiden anderen Lagoon 500 “Jewel” und “Azuria” über die seichte Bahama Bank (es ist immer wieder faszinierend mit 10kn plus bei Wassertiefen von weniger als einem Meter unter den Kielen zu segeln). Jetzt haben wir den Galliot Cut hinaus aufs offene Meer genommen um nach Georgetown der Hauptstadt der Exumas zu segeln. Der Wind kam zwar aus Südwest (die Richtung in wir segeln wollten), aber bei wenig Welle und 15kn Wind kann auch das Kreuzen gegenan Spaß machen. So wurden aus den 33sm (direkter Kurs) gut 54sm kreuzen gegen den Wind. Die “Azuria” war zuerst am nördlichen Cut von Georgetown und wir baten sie schon einmal einen schönen Ankerplatz für uns zu suchen. Den fanden sie in der wunderschönen … Bucht etwas nördlich von Georgetown. Während sich an den anderen Ankerplätzen ca. 80 Yachten tummeln sind wir drei Katamarane hier ganz für uns – liegt wohl an der Wassertiefe von unter 2 Metern in der Bucht – bei Ebbe haben auch wir nur 30cm Wasser unter den Kielen. Wir geniessen unser kleines Paradis: nach der Schule wird viel geschwommen, geschnorchelt, Kajak gefahren… Helena und Kolja probieren die nagelneuen Unterwasserscooter der “Azuria” aus und sind – wen wundert es – restlos begeistert! Wir fahren Wasserski, aber noch mehr Spass haben wir mit dem “Tube” von der “Azuria”, einer Art großer Schwimmreifen auf den man sich bäuchlinks legen und dann vom Beiboot ziehen lassen kann. Besonders Helena hat ihre Liebe für den “Tube” entdeckt und man kann gar nicht wild und schnell genug die engen Kreise durch die Bucht ziehen…
Unser Bericht über eine Auswahl an tollen Schnorchelplätzen in den Exumas wäre unvollständig wenn wir die “Thunderball Grotto” bei Staniel Cay mit ihrem Fischreichtum und den vielen engen Unterwasserpassagen in die Höhlen auslassen würden. Auch dieses Jahr konnten wir mit der Pacific High wieder direkt davor ankern. Nachdem sich Kolja und Helena im Rigg der Pacific High ausgetobt hatten – ihr neuester Spass ist es sich gegenseitig am Spi-Fall hochzuziehen um dann wie Tarzan im Rigg herumzuschlingen – machten wir uns gleich auf um in der Grotte zu schnorcheln. Wir hatten diesmal altes Gebäck mitgenommen, das von den Fischen begeistert gefressen wurde. Helena und Kolja tobten nur so vor, in und durch die Grotten: ich konnte deutlich die Veränderungen in Ihrem selbstsicheren und selbstbewussten Verhalten erkennen. Während sie letztes Jahr noch brav in der Nähe von Mama und Papa geschnorchelt sind ziehen sie jetzt ihre eigenen Kreise und sind oft schon bessere und mutigere Schwimmer als ihre Eltern! Müde vom vielen Schwimmen und Tauchen kehrten wir an Bord zurück und waren überrascht beim Duschen mit Süsswasser auf den Heckstufen einen Bullenhai friedlich dösend auf dem Sandboden unter der Pacific High liegen zu sehen und einen großen Barracuda direkt hinter der Badeleiter… Eine freudige Überraschung erlebten wir zum Nachmittagskaffee: Natalia und Anton von der “Jewel” kamen in die Bucht und ankerten neben uns. Wir kennen sie nun schon seit Las Palmas Dezember 2009 und treffen sie mit unregelmäßiger Regelmäßigkeit immer wieder. Wir hatten viele spannende Neuigkeiten auszutauschen und die Nachmittag verging wie im Flüge bis uns abends Donné und Stewart zum Sundowner und anschliessendem Abendessen in den Staniel Cay Yachtclub abholten…
Schwimmen und Schnorcheln gehören für uns – eine Familie auf Weltumsegelung – zum Alltag. Früher, als wir noch in Bayern gewohnt haben, haben wir Ausflüge mit den Fahrrädern oder Spaziergänge gemacht, jetzt bestimmt das Element Wasser unsere Freizeitaktivitäten. Rund um unseren aktuellen Ankerplatz am Compass Cay gibt es besonders interessante Möglichkeiten die Unterwasserwelt zu erkunden. Meistens fahren wir zusammen mit Donné und Stewart von der “Azuria” los und erkunden ein neues Unterwasserparadies… oft ist schon die Fahrt mit dem Beiboot über Unterwasserriffe hinweg, über endlose flache Sandbänke, die nur knapp unter der Wasseroberfläche liegen, an traumhaft schönen, einsamen Buchten entlang, ein Erlebnis. In Sichtweite von der “Pacific High”, direkt neben Fowl Cay ragen zwei große Felsen aus dem Wasser, die “Rocky Dundas”. An ihrer Ostseite gibt es einige Höhlen und Grotten die teilweise halb- oder ganz unter Wasser liegen und ein prächtiges Korallenriff mit großen Elchkorallen nebst vielen bunten Riff Fischen zu erkunden. Etwas weiter weg, westlich von O’ Briens Cay liegt ein Flugzeugwrack in ca. 5m Wassertiefe. Es ist zwar “nur” eine kleine Cessna aber trotzdem ein aufregender Schnorchelplatz für uns. Noch etwas weiter weg vor Soldiers Cay liegt der “SeaAquarium Cola Garden” eine besonders fischreiche Gegend. Hier tummeln sich Schwärme von bunten Riff Fischen aller Art. Deutlich weiter südlich am North Gaulin Cay haben wir uns von der kräftigen Strömung durch den engen und steil ansteigenden Pass ziehen lassen. Hier konnten wir größere Meeresbewohner beobachten, wie Schildkröten, Baracudas und Riffhaie.
Wir haben den Marine Park von Warderick Wells verlassen und sind einige Meilen weiter südlich nach Compass Cay gesegelt. Seit einiger Zeit freuen wir uns darauf Reinhard von der “WIKI” wieder zu sehen und seine Familie kennen zu lernen – sie segeln nicht weit von uns entfernt und waren die letzte Woche in Georgetown.
Reinhard, Inna und Victoria mit ihrer "Wiki" einer Lagoon 420
Heute war es nun so weit: die Wiki kam uns unter vollen Segeln auf der Exuma Bank entgegen und wir konnten Reinhard und seine Familie überreden nicht nach Warderick Wells weiterzusegeln sondern uns nach Compass Cay zu folgen. Nach einem freudigen Hallo und einer Runde Cappuccino auf der Pacific High wurden die Strände der Insel erkundet und viel geschwommen. Dabei fanden wir viel trockenes Treibholz und beschlossen am Abend zusammen mit “Wiki” und “Azuria” am Strand zu grillen.
Kolja hat am Strand eine wunderschöne Muschel gefunden. Im Hintergrund ankern "Azuria", "Wiki" und "Pacific High"
Zum Sonnenuntergang trafen wir uns alle am Strand und tranken erst einmal einen Sundowner. Es gab viele Neuigkeiten auszutauschen und es wurde auch über das Revier und die Segelei im allgemeinen gefachsimpelt. Trockemnes Holz hatten wir schon am Nachmittag genug gesammelt, so war es ein Einfaches das Lagerfeuer zu entzünden und eine gute Glut für’s Grillen zu bekommen…
Strandgespräche beim Sonnenuntergang
Natürlich war das Feuer machen ein riesen Spaß für die Kinder
Es wurde noch lange am Lagerfeuer gefeiert... Gott sei Dank gibt es keine Alkoholkontrollen auf dem Meer...
Nach einem angenehmen (wenig Wind und Welle von achtern) aber anstrengenden Segeltag (der Käpten scheucht die Crew zum mehrfachen Segelwechsel von Groß / Fock Besegelung auf Spi / Parasailor, dann Gennaker und wieder zurück um die leichten Winde wenigstens etwas zu nutzen) laufen wir gegen 16:30 Uhr in den Cut von Warderick Wells ein. Die einlaufende Flut schiebt kräftig mit und wir erreichen zum Sonnenuntergang unseren Ankerplatz. Am nächsten Vormittag holen uns Donné und Stewart nach der Schule zu einem Ausflug auf die Insel ab. Es wird eine längere Wanderung über Warderick Wells Felsen und Strände. Nach mehreren Stunden angestrengtem kraxeln geniessen wir ein Pick-Nick am Strand mit Blick auf unsere in der Bucht ankernden Katamarane…
Auf dem Weg in dei Exumas lädt die geschützte Ankerbucht von Rock Sound Harbour geradezu zu einem Zwischenstopp ein. Wir ergänzen unsere Vorräte im kleinen Supermarkt vor Ort und machen einen Spaziergang zum Blue Hole, einem kreisrunden dunkelblauen Salzwassersee ca. 2km im Landesinneren, der unterirdisch mit dem Meer verbunden ist. Am nächsten Morgen geht es auch schon wieder weiter und wir segeln durch den Davis Channel am Powell Point von Eleuthera vorbei RIchtung Warderick Wells / Exumas…
Ansicht des gemütlichen Örtchens Rock Sound Harbour von unserem Ankerplatz ausDas kreisrunde "Blue Hole"
Erinnerungsfoto mit Stewart und Donné
Bei Sonnenaufgang gehen auch wir Anker auf und....
... segeln am Powell Point vorbei nach Warderick Wells
Überraschung! Wir sitzen gemütlich am Frühstückstisch im Cockpit und überlegen ob wir nun weitersegeln wollen oder nicht, als wir die “Azuria” entdecken die gerade in den schmalen Pass am Current Setlement / Eleuthera einläuft. “Azuria” ist auch eine Lagoon 500 mit der Donné und Stewart aus Südafrika segeln. Wir hatten sie in Fort Lauderdale kennen gelernt und standen seitdem in regem Email Kontakt – wussten daher, dass sie in der Nähe waren, freuten uns aber um so mehr über den glücklichen Zufall uns hier zu treffen. Während ich noch zum Mikrofon greifen wollte ertönte schon Stewarts ruf aus dem Lautsprecher “Pacifc High, Pacific High, Pacific High, here is Azuria, Azuria, do you read me?”. Nach einem herzlichen Hallo am Funk segelten wir ihnen hinterher um, nach einem herrlichen Segeltag, zusammen am Pelican Cay / Eleuthera zu ankern. Kurz vor Ankunft hatten wir ein nettes Funkgespräch mit Joseph, Marina und Ihren drei Kindern von der “Shining Star” (eine Outremer 55 light) die in entgegengesetzter Richtung an uns vorbeisegelten. Kurzentschlossen änderten sie Ihre Pläne und segelten zurück um mit uns zusammen zu ankern. Wir hatten zwei tolle Tage mit dieser netten Familie auf Long Island / New York.
Pelican Cay ist unsere erste Bucht in den Bahams mit “echtem karibischen Flair”, so wie wir die Inselwelten in Erinnerung hatten. Türkisblaue Wasser in der Bucht, ankern auf Sandgrund vor einem kleinen Riff, feiner, weicher, weisser Sandstrand und ein kleines farbenfrohes Hotel. Die drei Ankertage Tage in dieser Bucht vergingen wie im Flug. Neben der obligatorischen Schule verbrachten wir viel Zeit im klaren blauen Wasser mit schwimmen, tauchen und springen. Die Wassertemperatur ist gefühlt immer noch etwas frisch mit 24 Grad. Der Strand lud zu langen Spaziergängen und Abenteuerausflügen ein. Dank der Wassersportausrüstung der “Azuria” hatten wir viel Spass mit dem “Tube” auf dem man liegend oder knieend in hoher Geschwindigkeit durch die Bucht gezogen wird. Höhepunkt des Tages sind aber immer wieder die Sonnenuntergänge und die Verfärbungen des Abendhimmels beim Übergang in die sternenklare Nacht dei wir zusammen mit unseren Freunden bei einem leckeren Sundowner erleben…
Am frühen Morgen geht es weiter Richtung Exumas. Davor legen wir noch einen Zwischenstop in Rock Sound Harbour ein...