{"id":8807,"date":"2014-08-02T19:46:57","date_gmt":"2014-08-02T19:46:57","guid":{"rendered":" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/?p=8807"},"modified":"2014-08-02T19:46:57","modified_gmt":"2014-08-02T19:46:57","slug":"02-08-2014-noch-mal-glueck-gehabt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/?p=8807","title":{"rendered":"02.08.2014 Noch mal Gl\u00fcck gehabt!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">10 Tage ankern wir jetzt in der Bucht von Pago Pago. Wie schon beschrieben ist der Ankergrund nicht gerade der Beste und wir haben schon viele Segler slippen sehen, wenn der Wind mit \u00fcber 20kn bl\u00e4st. Wir hatten bisher Gl\u00fcck, unser Anker scheint zu halten, zumindest haben wir uns laut GPS bis zum heutigen Samstagnachmittag um keinen Meter bewegt. Wir haben 100m Kette drau\u00dfen und den Anker gut eingefahren, f\u00fchlen uns auch angesichts der f\u00fcr heute Nacht kr\u00e4ftigen Winde sicher. Dumm ist nur, dass gerade jetzt unser Windmesser ausgefallen ist. Scheint ein Leiden bei Raymarine zu sein. Es dringt Feuchtigkeit in den Stecker der den Windmesser am Mast befestigt, dieser oxidiert und die Verbindung ist gest\u00f6rt: in unserem Fall wird zwar noch die Windrichtung, aber nicht mehr die Windst\u00e4rke angezeigt (anders herum w\u00e4re es mir lieber). Dummerweise ist die Steckverbindung in 26m H\u00f6he, bei 30kn Wind an eine Reparatur nicht zu denken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird dunkel, wir vier spielen Karten im Salon. Der Wind wird immer st\u00e4rker. Ich scherze noch und erkl\u00e4re, dass der K\u00e4pten sich jetzt in die Koje schlafen legt. Das ist ein \u201eRunning Gag\u201c bei uns an Bord, meine Crew behauptet dass in brenzligen Situationen der K\u00e4pten immer schl\u00e4ft oder gerade auf der Toilette ist. Es zieht ein Squall \u00fcber uns hinweg, der Regen peitscht horizontal gegen die Salon Fenster: da bemerke ich es als Erster: wir slippen \u2013 und wie schnell wir slippen! Es gen\u00fcgt ein kurzer Ruf \u201eWir slippen, der Anker h\u00e4lt nicht mehr!\u201c und schon springen alle vier auf. W\u00e4hrend ich auf die Flybridge st\u00fcrme, startet Kolja die Motoren und schaltet die Elektronik ein. So kann ich gleich Gas geben und unsere Rutschpartie stoppen bevor wir die dicke Tonne oder einen anderen Segler zu nahe kommen. Anita und Len stehen schon auf dem Vordeck und haben den Anker klar zum Aufholen gemacht. <a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/h1.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-8823\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/h1.jpg\" alt=\"h1\" width=\"450\" height=\"133\" \/><\/a> Das ist leichter gesagt als getan denn, wie wir sp\u00e4ter von der \u201eTrue Blue\u201c erfahren bl\u00e4st es jetzt mit 45kn. Mittlerweile ist es ganz dunkel geworden, die Sicht bei dem peitschenden Regen gleich Null. Kolja und Ich versuchen zusammen die Pacific High im Wind zu halten und die Ankerkette zu entlasten w\u00e4hrend Anita und Len vorne k\u00e4mpfen diese einzuholen. Trotz 2x 75PS machen die B\u00f6en mit der Pacific High was sie wollen. Die Ankerwinsch dreht sich elendig langsam und 100m Kette sind verdammt lang. Innerhalb weniger Minuten sind wir von Kopf bis Fu\u00df klitschnass und bibbern vor K\u00e4lte: die 25 Grad f\u00fchlen sich bei dem Wind und Regen eher wie 10 Grad an. \u00c4hnlich wie bei unserem Windmesser ist dieser Regen auch f\u00fcr unseren Ankerkettenz\u00e4hler zu viel: ohne Vorank\u00fcndigung hat er einen Kurzschluss, das Display erlischt und\u2026 die Kette rauscht wieder in die Tiefe! Kolja springt geistesgegenw\u00e4rtig zum Sicherungspanel und schaltet die Sicherung des Z\u00e4hlers ab \u2013 Gott sei Dank ist dieser (wie jedes Ger\u00e4t an Bord) einzeln abgesichert, das hei\u00dft wir k\u00f6nnen die Ankerwinsch auch ohne ihn bedienen. Gesch\u00e4tzte 40m Kette, die wir gerade m\u00fchevoll hinaufgezogen hatten, gehen so verloren! Ich fluche laut vor mich hin (h\u00f6ren kann mich bei dem Sturm sowieso keiner) w\u00e4hrend die Crew am Bug weiter k\u00e4mpft. Ich kann nicht genau sagen wann es war, ob nach einer halben Stunde oder sp\u00e4ter (die ganze Aktion dauerte zwei Stunden), irgendwann bitte ich Kolja , die beiden vorne zu unterst\u00fctzen und Anita, die sich mit unserem Ankergeschirr am besten auskennt, soll einmal in den Ankerkasten schauen ob die Ankerkette sich sauber auf schlichtet. Als Sie den Ankerkasten \u00f6ffnet kommt Ihr Rauch entgegen: unsere Ankerwinsch gl\u00fcht, es stinkt verbrannt und der Elektromotor qualmt. Gegen Wind und Regen br\u00fclle ich neue Kommandos. Wir haben dieses Szenario vor langer Zeit besprochen: eine kr\u00e4ftige Leine liegt griffbereit, dazu ein Schnappschekel. Kolja verlegt die Leine von der Ankerkette \u00fcber das Kabinendach zur Steuerbord Genua Winsch. So k\u00f6nnen wir \u00fcber die Winsch immer 2-Meter weise die Kette auffieren und die Ankerwinsch entlasten. Leider haben wir v\u00f6llig den \u00dcberblick verloren wie viel Kette noch drau\u00dfen ist. <a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/h2.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-8824\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/h2.jpg\" alt=\"h2\" width=\"450\" height=\"132\" \/><\/a>Obwohl Anita und Kolja ein fantastisches Team bilden und nach wenigen Uml\u00e4ufen einen super Rhytmus drauf haben, dauert mir das ganze mir zu lang: wann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem unsere Kr\u00e4fte schwinden? Ich rufe Helena zu, Sie soll vom Salon aus auf Kanal 16 die anderen Segler im Ankerfeld um Hilfe bitten. Viele von Ihnen haben bestimmt selber Probleme, ob ich bei diesen Wetterbedingungen mein Schiff verlassen w\u00fcrde? Doch schon kurze Zeit sp\u00e4ter kommen zwei Dinghis auf die Pacific High zugeschossen. Das lenkt mich ab, so dass mich ein lauter Rumps am Bug mich v\u00f6llig \u00fcberrascht. Es dauert ein paar Sekunden bis ich es begreife: das war unser Anker \u2013 er ist oben!!! W\u00e4hrend unsere Helfer in der Not an Bord kommen gebe ich Vollgas: die gr\u00f6\u00dfte Gefahr ist erst einmal gebannt! F\u00fcr mich steht fest, dass wir bei dem Sauwetter kein weiteres Ankerman\u00f6ver riskieren, sondern gleich an einem der Hafenschlepper am Pier festmachen. Auch\u00a0James von der \u201eTrue Blue\u201c teilt meine Meinung. Obwohl das Tugboat in der Abdeckung der gro\u00dfen Containerschiffe liegt gestaltet sich das Anlegeman\u00f6ver als haarig. Str\u00f6mungswirbel, pl\u00f6tzliche B\u00f6en aus allen Richtungen und die schlechte Sicht machen es uns nicht leichter. Dank unserer neuen Helfer liegt die Pacific High aber kurze Zeit sp\u00e4ter sicher vert\u00e4ut l\u00e4ngsseits und wir k\u00f6nnen endlich aufatmen. Viel Zeit zum feiern bleibt nicht, unsere Helfer wollen schnellstm\u00f6glich zur\u00fcck auf die eigenen Boote. Unser Dank gilt James und\u00a0Donald von der \u201eTrue Blue\u201c (eine Oyster66) und ganz besonders Alex und seinem Vater John\u00a0von der \u201eExodus\u201c (eine Lagoon 400) die, obwohl sie selbst am Nachmittag geslipped, uns zu Hilfe geeilt sind! Zwei weitere Boote wollten uns zur Hilfe kommen, darunter die \u201eMoonjoos\u201c deren Au\u00dfenborder aber leider nicht anspringen wollte, auch an sie vielen Dank!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So langsam kehrt wieder Ruhe ein auf der Pacific High \u2013 auch die innere Ruhe. Jetzt werden wir endlich die nassen Klamotten los, rubbeln uns mit Handt\u00fcchern trocken. Fast zwei Stunden hat uns Anker auf Man\u00f6ver gedauert: uns kam es nur wie Minuten vor. <a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/h3.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-8825\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/h3.jpg\" alt=\"h3\" width=\"450\" height=\"125\" \/><\/a>Gemeinsam besprechen wir vier im Salon das bestandene Abenteuer. Was f\u00fcr ein Gl\u00fcck wir hatten: keinerlei Sch\u00e4den oder Macken am Boot, alle Crew Mitglieder wohlauf \u2013 das h\u00e4tte auch anders ausgehen k\u00f6nnen. Alkohol gibt es keinen, nicht einmal f\u00fcr den K\u00e4pten \u2013 wer wei\u00df, was die Nacht noch so bringt. Der UKW Funk bleibt die ganze Nacht an: jetzt wo wir sicher vert\u00e4ut sind k\u00f6nnen wir ja anderen helfen. Es bleibt aber ruhig auf Kanal 16, es slippen zwar noch etliche weitere Yachten, diese k\u00f6nnen sich jedoch selbst helfen bzw. Ihr Anker findet nach kurzer Rutschpartie wieder halt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/DSC06839.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-8817\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/DSC06839.jpg\" alt=\"DSC06839\" width=\"350\" height=\"233\" \/><\/a><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/DSC06843.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-8818\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/DSC06843.jpg\" alt=\"DSC06843\" width=\"350\" height=\"233\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachtrag: Am n\u00e4chsten Abend k\u00f6nnen wir uns geb\u00fchrend bei unseren Helfern bedanken: wir laden \u201eTrue Blue\u201c und \u201eExodus\u201c zu Snacks und Drinks zu uns ein. Beide Crews kommen von der US-Westk\u00fcste, aus San Francisco bzw. San Diego. Es wird wieder ein Abend mit vielen spannenden Erz\u00e4hlungen und die ein oder andere Flasche Rotwein leeren wir auch\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Windanzeige funktioniert wieder: sobald sich der Wind gelegt hatte, bin ich in den Mast. Wir haben einen Reserve Windgeber an Bord. Nachdem ich die Kontakte gereinigt und die Oxidation entfernt hatte habe ich den neuen Windgeber mit einer zus\u00e4tzlichen Silikon Schicht montiert. Vielleicht h\u00e4lt er ja diesmal l\u00e4nger!?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ankerwinsch funktioniert auch wieder ganz normal und hat keinen Schaden genommen. Die Rauchentwicklung kam von der Rostschutzfarbe mit der der Elektromotor nachlackiert wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10 Tage ankern wir jetzt in der Bucht von Pago Pago. 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