{"id":6117,"date":"2013-04-27T21:27:00","date_gmt":"2013-04-27T21:27:00","guid":{"rendered":" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/?p=6117"},"modified":"2013-04-27T21:27:00","modified_gmt":"2013-04-27T21:27:00","slug":"27-04-2013-von-den-marquesas-in-die-tuamotus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/?p=6117","title":{"rendered":"27.04.2013 Von den Marquesas in die Tuamotus"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/Nuku_Hiva_Marktschild.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-6121\" title=\"Nuku_Hiva_Marktschild\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/Nuku_Hiva_Marktschild-320x137.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"137\" \/><\/a><strong>Mittwoch Abend, 24.04<\/strong>: Es ist meine erste Nachwache, ich sitze auf der Fly und schreibe Logbuch. Die Pacific High gleitet weich durch die Wellen des Pazifischen Ozeans. Wir segeln S\u00fcdkurs, der Passat weht aus Westen mit 9kn bis 12kn, wir haben also angenehme seitliche Winde und segeln mit 7kn bis 9kn unserem Ziel dem Atoll \u201eMakemo\u201c entgegen. Vollmond gibt es auch noch gratis dazu: sch\u00f6neres Nachtsegeln kann man sich wirklich nicht mehr w\u00fcnschen! Dabei hat der Tag schon fr\u00fch und turbulent f\u00fcr uns angefangen. Jeweils Mittwoch, Freitag und Samstag ist Markt in Nuku Hiva. Wer nicht gleich um 6:00 Uhr fr\u00fch da ist, bekommt nichts mehr, so haben es uns andere Segler wenigstens berichtet. Als ich um 5:30 Uhr in den Salon schlaftrunken in den Salon stolpere, hat sich Anita bereits einen Tee zubereitet und das Dinghi vorbereitet. <a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130424-DSCN0620.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-6122\" title=\"KK_20130424-DSCN0620\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130424-DSCN0620-286x215.jpg\" alt=\"\" width=\"286\" height=\"215\" \/><\/a>Wir stehen also brav um f\u00fcnf vor sechs vor der Markhalle. Diese liegt praktischerweise direkt am Landungspier. Um kurz nach sechs werden die Tore aufgesperrt und eine Familie entl\u00e4dt den einzigen davor geparktem Pick-Up Truck. Wir warten bis ihr Stand aufgebaut ist, dann d\u00fcrfen wir einkaufen. Es gibt (zumindest heute) nur diesen einen Gem\u00fcsestand, aber hier bekommen wir Alles, was unser Herz begehrt und in hervorragender frischer Qualit\u00e4t: kleine bunte s\u00fc\u00dfe Paprika, herrlich duftende Tomaten, knackige Rettiche und Gurken, Salat, Auberginen und vieles mehr. An einem anderen Obststand erstehen wir eine ganze Bananenstaude. W\u00e4hrend das Gem\u00fcse, erwartungsgem\u00e4\u00df, nicht billig ist (in Deutschland beim Gem\u00fcseh\u00e4ndler h\u00e4tte es weniger als die H\u00e4lfte gekostet), sind Bananen sehr g\u00fcnstig: f\u00fcr eine ganze Staude (Gewicht gesch\u00e4tzte 15Kg) zahlen wir 3 EUR! Wir legen unserem Einkauf offen ins Dinghi \u2013 hier klaut keiner was &#8211; und laufen noch zum Supermarkt Baguettes kaufen. In schneller Gleitfahrt kehren wir mit unserer reichen Beute zur\u00fcck an Bord. Helena und Kolja erwarten uns schon um uns beim umladen der Eink\u00e4ufe und \u201eklar Schiff machen\u201c zu helfen. <a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130424-KK_L4677.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-6123\" title=\"KK_20130424-KK_L4677\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130424-KK_L4677-320x213.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" \/><\/a>Gegen 7:30 Uhr gehen wir Anker auf, nicht ohne eine Runde durchs Ankerfeld zu drehen um uns von einigen Seglern zu verabschieden. Begleitet von vielen guten W\u00fcnschen, setzen wir Segel und bekommen gleich einmal einen m\u00e4chtigen Regenschauer ab. Die ganze Zeit, w\u00e4hrend unserem Aufenthalt in Nuku Hiva, hat es praktisch nicht geregnet, gerade jetzt wo wir auslaufen gie\u00dft es aus K\u00f6beln und wir werden klitschna\u00df: Seglerpech! Kaum haben wir das Lee von Nuku Hiva verlassen, treiben uns auch die vorhergesagten Passat Winde mit 9kn Richtung Marquesas. Anita und ich machen es uns bei einem hei\u00dfen Cappuccino gem\u00fctlich. Endlich, wie habe ich den Morgen blo\u00df ohne \u00fcberstanden?! Bald gesellen sich auch Helena und Kolja zu uns, f\u00fcr die Schule sind die seitlichen Wellen heute einfach zu ruppig. Nach gut zwei Stunden haben wir bereits das 20sm entfernte Ua Pou erreicht und werden von einem anderen Segler angefunkt. Es ist die \u201eBika\u201c, die unseren Kurs kreuzt. Henrik und Mina sind aus Norwegen und segeln wie wir Richtung Marquesas. W\u00e4hrend ich im Salon mit Henrik am Funk plaudere, hat Kolja die Steuerung der Pacific High \u00fcbernommen, <a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130424-KK_L4695.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-6124\" title=\"KK_20130424-KK_L4695\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130424-KK_L4695-320x213.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" \/><\/a>und segelt gekonnt hinter dem Heck der Bika durch. Obwohl wir 10sm (18km) \u00f6stlich an Ua Pou vorbeisegeln, geraten wir doch f\u00fcr kurze Zeit in ihren Windschatten. Wieder was dazu gelernt \u2013 unglaublich wie weit die hohen spitzen Berge der Insel die Luft verwirbeln. S\u00fcdlich von Ua Pou rauscht ein m\u00e4chtiger 35kn Squall \u00fcber uns hinweg. Kolja und ich haben Wache und ich \u00fcberlasse ihm komplett das Kommando: geschickt segelt er die Pacific High durch Wind und Regen, trimmt die Segel neu und \u00e4ndert den Kurs. Der Rest des Tages verl\u00e4uft \u00e4hnlich: wir haben kr\u00e4ftigen Wind, viel Sonne und einige Squalls. Helena und Kolja lernen doch noch f\u00fcr die Schule: wir lesen zum Beispiel viele franz\u00f6sische Texte aus ihren Schulb\u00fcchern: das geht auch bei rauer See auf der Fly. Abends gibt es Brotzeit: wir haben ja frisches Gem\u00fcse und Baguette an Bord. Mit K\u00e4se, Schinken und Salami hatten wir uns in Panama reichlich eingedeckt. Gro\u00dfe Mengen lagern immer noch im K\u00fchl- bzw. Gefrierschrank. Ich \u00fcbernehme die erste Wache. Dank Radar und Vollmond sind die Squalls nachts fast leichter zu erkennen als tags\u00fcber. <a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130424-KK_L4708.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-6125\" title=\"KK_20130424-KK_L4708\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130424-KK_L4708-320x213.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" \/><\/a>Auf dem Display sehen wir ein genaues Bild aller Squalls im Umkreis von 12sm (20km). Wir k\u00f6nnen ihre Zugrichtung und Geschwindigkeit bestimmen, wissen daher recht genau ob und wann uns eine Regenwolke erwischt. Dies gibt Sicherheit, da wir schon im voraus die Segel reffen k\u00f6nnen, bzw. einem besonders kr\u00e4ftigen Regenschauer ausweichen. Gegen 22:30 Uhr zieht der letzte dicke Squall \u00fcber uns hinweg, dann ist Ruhe. Ab Mitternacht haben wir nur noch leichte Passatbew\u00f6lkung und auch der Wind ist schw\u00e4cher geworden. Ich bin von den ruhigen Ankertagen in den Marquesas fit und \u00fcbergebe die Wache an Anita um 3:00 Uhr Morgens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Donnerstag, 25.04<\/strong>: In den ersten 24 Stunden sind wir 164sm gesegelt. Daf\u00fcr, dass wir die ganze Zeit im ersten Reff gesegelt sind \u2013 sonst sind wir zu schnell und kommen nachts in den Tuamotus an \u2013 ist das Etmal richtig gut. Kolja hat am Morgen die Wache von Anita \u00fcbernommen. Tags\u00fcber entlasten uns die beiden jetzt immer h\u00e4ufiger bei den Wachen. <a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130425-DSC08498.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-6126\" title=\"KK_20130425-DSC08498\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130425-DSC08498-333x500.jpg\" alt=\"\" width=\"333\" height=\"500\" \/><\/a>Habe ich gestern eigentlich geschrieben ich w\u00e4re fit? B\u00f6ser Fehler! Prompt f\u00fchle ich mich heute nicht gut: mir ist \u00fcbel und ich habe Kopfschmerzen. Meine Familie \u00fcbernimmt alle (Tages-) Wachen \u2013 Danke! Die Stimmung ist gut an Bord, alle lesen viel (auch Kolja hat bald sein n\u00e4chstes Harry Potter Buch durch), h\u00f6ren Musik bzw. H\u00f6rb\u00fccher und spielen manchmal zusammen. Oft sitzen wir auch einfach nur auf der Fly, schauen auf das Meer und die Wolken, und diskutieren \u00fcber Gott und die Welt&#8230; Wir haben bald die H\u00e4lfte der Strecke von den Marquesas zu den Tuamotus zur\u00fcckgelegt. W\u00e4hrend der Nachtwache rechne ich etliche Navigations-Varianten durch und komme immer zu den gleichen Ergebnis: unser geplantes Ankunfts-Motu \u201eMakemo\u201c liegt streckenm\u00e4\u00dfig ung\u00fcnstig. Wir sind zu schnell unterwegs: segeln wir wie bisher weiter im ersten Reff, kommen wir irgendwann Morgen in der zweiten Nachth\u00e4lfte an. Reffen wir aus und laufen so schnell wir k\u00f6nnen, sind wir schon Morgen Abend da. In beiden F\u00e4llen m\u00fcssen wir bis zum darauffolgenden Mittag lange am Pass warten um in das Atoll einlaufen zu k\u00f6nnen. Ich suche nach Alternativen und sto\u00dfe auf das Atoll \u201eKauehi\u201c. Es liegt ca. 50sm weiter entfernt, nordwestlich von \u201eFakarava\u201c. Wir m\u00fcssten es, bei gleichbleibenden Segelbedingungen, gerade so bis Morgen Mittag schaffen. Ich ziehe unsere elektronische Bibliothek zu rate in der wir unz\u00e4hlige Segelberichte, Cruising Guides, Wetterdaten, Offline gespeicherte Internet Seiten, T\u00f6rnberichte, Karten, ec. gespeichert haben. Ich lasse den Computer nach \u201eKauehi\u201c suchen und bekomme ca. 50 Treffer die ich sichte. \u201eKauehi\u201c wird als besonders gr\u00fcnes Atoll, mit vielen Palmen und Sandstr\u00e4nden beschrieben. Einen Ort, mit ca. 300 Einwohner und einem kleinen Laden gibt es auch. Obwohl die Einfahrt in den Pass als einfach beschrieben wird, scheinen nur wenige Segler dieses Atoll anzulaufen. Ich finde, das h\u00f6rt sich gut an und \u00e4ndere unseren Kurs um 40 Grad nach Steuerbord: Ziel \u201eKauehi\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130427-KK_L4771.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-6127\" title=\"KK_20130427-KK_L4771\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130427-KK_L4771-320x213.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" \/><\/a>Freitag, 26.05<\/strong>: Sonnenstrahlen, die durch unsere Heck Luke aufs Bett fallen, wecken mich gegen 8:00 Uhr. Wie selbstverst\u00e4ndlich das sch\u00f6ne warme Wetter f\u00fcr uns ist. Ich f\u00fchle mich ausgeschlafen, hat doch Anita die Nachwache um 2:00 Uhr \u00fcbernommen und ich konnte 6 Stunden am St\u00fcck schlafen. Meine Shorts und ein T-Shirt sind schnell angezogen, ich mache mir einen Kaffee und setze mich zu Kolja auf die Fly. Auch Helena kommt dazu und nachdem Kolja mich \u00fcber seine Segelwache kurz informiert hat (Wind wird schw\u00e4cher, ruhiges Segeln in den letzten Stunden, bisher 500sm bei 7kn Durchschnittsgeschwindigkeit zur\u00fcckgelegt), dreht sich unser Gespr\u00e4ch um Kinofilme. Die letzten, die wir angeschaut haben waren: \u201eLe grand bleu \u2013 Im Rasch der Tiefe\u201c mit Jean Reno, \u201eEiner flog \u00fcbers Kuckucksnest\u201c mit Jack Nicholson, den Zeichentrickfilm: \u201eDrachen z\u00e4hmen leicht gemacht\u201c aber auch die komplette \u201eTerminator\u201c Reihe. Helena ist ein Ph\u00e4nomen: Sie kann sich so viele Details merken, kennt die meisten Schauspieler (und ihre Synchronsprecher!), wei\u00df wer wann und wo mitgespielt hat. Kolja und ich k\u00f6nnen da nicht mithalten, haben aber am Filme schauen und dar\u00fcber diskutieren nicht weniger Spa\u00df. Besonders gern ziehen wir auch \u00fcber deutsche Serien her, die wir nach dem Abendessen anschauen&#8230; Der Rest des Tages und die darauffolgende Nachtwache verlaufen ereignislos = angenehmes Leben an Bord.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130427-KK_L4743.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6128\" title=\"KK_20130427-KK_L4743\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130427-KK_L4743-700x226.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"226\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Samstag, 27.5<\/strong>: Um 8:00 Uhr ist es Kolja, der \u201eunser\u201c erstes Tuamotu Atoll \u201eTaiaro\u201c mit blo\u00dfem Auge am Horizont erkennt. Trotz aller Technik, die uns heutzutage die Navigation erleichtert, ist es ein aufregender Moment nach rund 500sm (knapp 1.000km) mitten im Pazifischen Ozean wieder Land zu entdecken. In vielen Berichten erw\u00e4hnen Segler, dass sie die Motus erst in letzter Minute erkennen und gerade noch Zeit haben die Segel zu bergen. Dies k\u00f6nnen wir nicht best\u00e4tigen: \u201eTaiaro\u201c hat Kolja aus ca. 15sm Entfernung gesichtet, also rund zwei Stunden im voraus. Andere Atolle konnten wir zur Mittagszeit in 20sm Entfernung erkennen. W\u00e4hrend wir einige Meilen \u00f6stlich an dem Motu vorbeisegeln, haben wir wundersch\u00f6ne Ausblicke auf das t\u00fcrkisfarbene Meer, den wei\u00dfen Sandstrand (wie sich sp\u00e4ter noch herausstellen wird sind es mehr Korallenstr\u00e4nde) und die \u00fcppig gr\u00fcnen Palmenhaine. Der Anblick ist sch\u00f6ner als ich es mir vorgestellt hatte. Es sind nur noch gut 30sm bis \u201eKauehi\u201c, bis zur \u201eSlack Tide\u201c um 11:45 Uhr werden wir es wohl trotzdem nicht mehr schaffen. Es wird wohl eher 14:30 Uhr werden, bis wir am Pass sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130427-KK_L4754.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6129\" title=\"KK_20130427-KK_L4754\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130427-KK_L4754-700x175.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"175\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend der Wache lese ich in meinen Cruising Guides \u00fcber die Tuamotus. Speziell Berichte von Seglern, \u00fcber die Tuamotus und die Riffeinfahrten. Das h\u00f6rt sich alles ziemlich gruselig an. Obwohl es die anderen Segler scheinbar immer genau schaffen bei Stillwasser und mit der Mittagssonne im R\u00fccken an den P\u00e4ssen zu sein, lese ich von extremen Str\u00f6mungen, wilden Verwirbelungen die einem das Ruder rumrei\u00dfen, sich brechenden Wellen und viele andere abenteuerliche Geschichten. Mein Adrenalinpegel steigt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130427-KK_L4766.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6130\" title=\"KK_20130427-KK_L4766\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130427-KK_L4766-700x228.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"228\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie bei allen Neuen und Unbekanntem ist man erst einmal verunsichert, zumal wir am Nachmittag genau zwischen Ebbe und Flut zur st\u00e4rksten Str\u00f6mung am Pass sein werden. Auf der anderen Seite sind wir ja auch keine Neulinge mehr, haben schon einige enge Hafeneinfahrten und Kan\u00e4le bei Sturm, starker Str\u00f6mung und sich brechenden meterhohen Wellen gemeistert, warum also auch nicht den Pass von \u201eKauehi\u201c? Besonders gefallen und aufschlussreich waren f\u00fcr mich das \u201eThe Tuamotus Compendium\u201d von Soggy Paws (kann man unter <span style=\"color: #0000ff;\"><a href=\"http:\/\/svsoggypaws.com\/\"><span style=\"color: #0000ff;\">http:\/\/svsoggypaws.com\/<\/span><\/a><\/span> herunterladen &#8211; meine Version L ist von Juni 2011) und die Cruising Reports der \u201cMahi Mahi\u201d. <a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130427-KK_L4774.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-6131\" title=\"KK_20130427-KK_L4774\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130427-KK_L4774-320x213.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" \/><\/a>Wir schaffen es doch schon um 14:00 Uhr am Pass \u201eArikitamiro\u201c die Segel zu bergen, der Wind hat wieder aufgefrischt und ich habe die letzten Stunden einen Motor mitlaufen lassen. Wir beobachten den Pass durchs Fernglas: der Wind bl\u00e4st mit 18kn gegen die einlaufende Str\u00f6mung, wir sehen Schaumkronen und niedrige sich brechende Wellen die aber nicht wirklich gef\u00e4hrlich wirken. Beruhigend sieht auch ein Fischerboot aus, das im Pass treibt und &#8211; wie wir vermuten &#8211; auf Taucher, die sich unter ihm mit der Str\u00f6mung durch den Pass ziehen lassen, wartet. Beide Motoren drehen 2.000 U\/min. ungef\u00e4hr 1\/3 Kraft voraus, wir fahren mit 6kn in den Pass. Lange Zeit passiert gar nichts, dann erfasst uns die Str\u00f6mung und zieht uns mit max. 4,5kn in das Atoll. Mit gut 10kn rauschen wir v\u00f6llig ungef\u00e4hrdet durch die niedrigen Wellen und&#8230; sind auch schon durch. V\u00f6llig unspektakul\u00e4r und v\u00f6llig harmlos. Wir haben ja noch keinen Vergleich, aber der Pass \u201eArikitamiro\u201c von Kauehi scheint f\u00fcr Tuamotus Neulinge wie uns genau richtig (= einfach) zu sein. Wir motoren die 4sm durch 30m bis 45m tiefes Wasser bis zu unserem Ankerplatz im S\u00fcdosten des Atolls. <a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130427-KK_L4778.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-6132\" title=\"KK_20130427-KK_L4778\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130427-KK_L4778-320x213.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" \/><\/a>Unsere Navionics Karten scheinen recht genau zu sein, zumindest sind die beiden, von uns knapp unter der Wasseroberfl\u00e4che gesichteten, Korallenbl\u00f6cke korrekt in unseren Karten verzeichnet. Unser Anker f\u00e4llt in 10m tiefen t\u00fcrkisblauem Wasser direkt vor den traumhaften Palmeninseln von Kauehi. Die Sonne steht schon recht niedrig und h\u00fcllt die Inseln in ihrem goldenen Glanz. Es gibt nat\u00fcrlich einen Umtrunk auf der Fly. Anita hat noch den Elan leckere \u201eHors d\u2019 Oeuvre\u201c mit meinem geliebten Manchego K\u00e4se zu zaubern, w\u00e4hrend die Kinder kalte Getr\u00e4nke vorbereiten &#8211; ich bekomme ein Guinness aus dem Null-Grad-Fach &#8211; einfach k\u00f6stlich! Wir sind gl\u00fccklich und dankbar wieder so eine sichere \u00dcberfahrt gehabt zu haben und plaudern noch einige Zeit lustig durcheinander&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130427-KK_L4783.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6133\" title=\"KK_20130427-KK_L4783\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/KK_20130427-KK_L4783-700x466.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"466\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--:--><!--:en--><\/p>\n<p>27.04.2013 Von den Marquesas in die Tuamotus<\/p>\n<p>Mittwoch Abend, 24.04. Es ist meine erste Nachwache, ich sitze auf der Fly und schreibe Logbuch. Die Pacific High gleitet weich durch die Wellen des Pazifischen Ozeans. Wir segeln S\u00fcdkurs, der Passat weht aus Westen mit 9kn bis 12kn, wir haben also angenehme seitliche Winde und segeln mit 7kn bis 9kn unserem Ziel dem Atoll \u201eMakemo\u201c entgegen. Vollmond gibt es auch noch gratis dazu: sch\u00f6neres Nachtsegeln kann man sich wirklich nicht mehr w\u00fcnschen! Dabei hat der Tag schon fr\u00fch und turbulent f\u00fcr uns angefangen. Jeweils Mittwoch, Freitag und Samstag ist Markt in Nuku Hiva. Wer nicht gleich um 6:00 Uhr fr\u00fch da ist, bekommt nichts mehr, so haben es uns andere Segler wenigstens berichtet. Als ich um 5:30 Uhr in den Salon schlaftrunken in den Salon stolpere, hat sich Anita bereits einen Tee zubereitet und das Dinghi vorbereitet. Wir stehen also brav um f\u00fcnf vor sechs vor der Markhalle. Diese liegt praktischerweise direkt am Landungspier. Um kurz nach sechs werden die Tore aufgesperrt und eine Familie entl\u00e4dt den einzigen davor geparktem Pick-Up Truck. Wir warten bis ihr Stand aufgebaut ist, dann d\u00fcrfen wir einkaufen. Es gibt (zumindest heute) nur diesen einen Gem\u00fcsestand, aber hier bekommen wir Alles, was unser Herz begehrt und in hervorragender frischer Qualit\u00e4t: kleine bunte s\u00fc\u00dfe Paprika, herrlich duftende Tomaten, knackige Rettiche und Gurken, Salat, Auberginen und vieles mehr. An einem anderen Obststand erstehen wir eine ganze Bananenstaude. W\u00e4hrend das Gem\u00fcse, erwartungsgem\u00e4\u00df, nicht billig ist (in Deutschland beim Gem\u00fcseh\u00e4ndler h\u00e4tte es weniger als die H\u00e4lfte gekostet), sind Bananen sehr g\u00fcnstig: f\u00fcr eine ganze Staude (Gewicht gesch\u00e4tzte 15Kg) zahlen wir 3 EUR! Wir legen unserem Einkauf offen ins Dinghi \u2013 hier klaut keiner was &#8211; und laufen noch zum Supermarkt Baguettes kaufen. In schneller Gleitfahrt kehren wir mit unserer reichen Beute zur\u00fcck an Bord. Helena und Kolja erwarten uns schon um uns beim umladen der Eink\u00e4ufe und \u201eklar Schiff machen\u201c zu helfen. Gegen 7:30 Uhr gehen wir Anker auf, nicht ohne eine Runde durchs Ankerfeld zu drehen um uns von einigen Seglern zu verabschieden. Begleitet von vielen guten W\u00fcnschen, setzen wir Segel und bekommen gleich einmal einen m\u00e4chtigen Regenschauer ab. Die ganze Zeit, w\u00e4hrend unserem Aufenthalt in Nuku Hiva, hat es praktisch nicht geregnet, gerade jetzt wo wir auslaufen gie\u00dft es aus K\u00f6beln und wir werden klitschna\u00df: Seglerpech! Kaum haben wir das Lee von Nuku Hiva verlassen, treiben uns auch die vorhergesagten Passat Winde mit 9kn Richtung Marquesas. Anita und ich machen es uns bei einem hei\u00dfen Cappuccino gem\u00fctlich. Endlich, wie habe ich den Morgen blo\u00df ohne \u00fcberstanden?! Bald gesellen sich auch Helena und Kolja zu uns, f\u00fcr die Schule sind die seitlichen Wellen heute einfach zu ruppig. Nach gut zwei Stunden haben wir bereits das 20sm entfernte Ua Pou erreicht und werden von einem anderen Segler angefunkt. Es ist die \u201eBika\u201c, die unseren Kurs kreuzt. Henrik und Mina sind aus Norwegen und segeln wie wir Richtung Marquesas. W\u00e4hrend ich im Salon mit Henrik am Funk plaudere, hat Kolja die Steuerung der Pacific High \u00fcbernommen, und segelt gekonnt hinter dem Heck der Bika durch. Obwohl wir 10sm (18km) \u00f6stlich an Ua Pou vorbeisegeln, geraten wir doch f\u00fcr kurze Zeit in ihren Windschatten. Wieder was dazu gelernt \u2013 unglaublich wie weit die hohen spitzen Berge der Insel die Luft verwirbeln. S\u00fcdlich von Ua Pou rauscht ein m\u00e4chtiger 35kn Squall \u00fcber uns hinweg. Kolja und ich haben Wache und ich \u00fcberlasse ihm komplett das Kommando: geschickt segelt er die Pacific High durch Wind und Regen, trimmt die Segel neu und \u00e4ndert den Kurs. Der Rest des Tages verl\u00e4uft \u00e4hnlich: wir haben kr\u00e4ftigen Wind, viel Sonne und einige Squalls. Helena und Kolja lernen doch noch f\u00fcr die Schule: wir lesen zum Beispiel viele franz\u00f6sische Texte aus ihren Schulb\u00fcchern: das geht auch bei rauer See auf der Fly. Abends gibt es Brotzeit: wir haben ja frisches Gem\u00fcse und Baguette an Bord. Mit K\u00e4se, Schinken und Salami hatten wir uns in Panama reichlich eingedeckt. Gro\u00dfe Mengen lagern immer noch im K\u00fchl- bzw. Gefrierschrank. Ich \u00fcbernehme die erste Wache. Dank Radar und Vollmond sind die Squalls nachts fast leichter zu erkennen als tags\u00fcber. Auf dem Display sehen wir ein genaues Bild aller Squalls im Umkreis von 12sm (20km). Wir k\u00f6nnen ihre Zugrichtung und Geschwindigkeit bestimmen, wissen daher recht genau ob und wann uns eine Regenwolke erwischt. Dies gibt Sicherheit, da wir schon im voraus die Segel reffen k\u00f6nnen, bzw. einem besonders kr\u00e4ftigen Regenschauer ausweichen. Gegen 22:30 Uhr zieht der letzte dicke Squall \u00fcber uns hinweg, dann ist Ruhe. Ab Mitternacht haben wir nur noch leichte Passatbew\u00f6lkung und auch der Wind ist schw\u00e4cher geworden. Ich bin von den ruhigen Ankertagen in den Marquesas fit und \u00fcbergebe die Wache an Anita um 3:00 Uhr Morgens.<\/p>\n<p>Donnerstag, 25.04 In den ersten 24 Stunden sind wir 164sm gesegelt. Daf\u00fcr, dass wir die ganze Zeit im ersten Reff gesegelt sind \u2013 sonst sind wir zu schnell und kommen nachts in den Tuamotus an \u2013 ist das Etmal richtig gut. Kolja hat am Morgen die Wache von Anita \u00fcbernommen. Tags\u00fcber entlasten uns die beiden jetzt immer h\u00e4ufiger bei den Wachen. Habe ich gestern eigentlich geschrieben ich w\u00e4re fit? B\u00f6ser Fehler! Prompt f\u00fchle ich mich heute nicht gut: mir ist \u00fcbel und ich habe Kopfschmerzen. Meine Familie \u00fcbernimmt alle (Tages-) Wachen \u2013 Danke! Die Stimmung ist gut an Bord, alle lesen viel (auch Kolja hat bald sein n\u00e4chstes Harry Potter Buch durch), h\u00f6ren Musik bzw. H\u00f6rb\u00fccher und spielen manchmal zusammen. Oft sitzen wir auch einfach nur auf der Fly, schauen auf das Meer und die Wolken, und diskutieren \u00fcber Gott und die Welt&#8230; Wir haben bald die H\u00e4lfte der Strecke von den Marquesas zu den Tuamotus zur\u00fcckgelegt. W\u00e4hrend der Nachtwache rechne ich etliche Navigations-Varianten durch und komme immer zu den gleichen Ergebnis: unser geplantes Ankunfts-Motu \u201eMakemo\u201c liegt streckenm\u00e4\u00dfig ung\u00fcnstig. Wir sind zu schnell unterwegs: segeln wir wie bisher weiter im ersten Reff, kommen wir irgendwann Morgen in der zweiten Nachth\u00e4lfte an. Reffen wir aus und laufen so schnell wir k\u00f6nnen, sind wir schon Morgen Abend da. In beiden F\u00e4llen m\u00fcssen wir bis zum darauffolgenden Mittag lange am Pass warten um in das Atoll einlaufen zu k\u00f6nnen. Ich suche nach Alternativen und sto\u00dfe auf das Atoll \u201eKauehi\u201c. Es liegt ca. 50sm weiter entfernt, nordwestlich von \u201eFakarava\u201c. Wir m\u00fcssten es, bei gleichbleibenden Segelbedingungen, gerade so bis Morgen Mittag schaffen. Ich ziehe unsere elektronische Bibliothek zu rate in der wir unz\u00e4hlige Segelberichte, Cruising Guides, Wetterdaten, Offline gespeicherte Internet Seiten, T\u00f6rnberichte, Karten, ec. gespeichert haben. Ich lasse den Computer nach \u201eKauehi\u201c suchen und bekomme ca. 50 Treffer die ich sichte. \u201eKauehi\u201c wird als besonders gr\u00fcnes Atoll, mit vielen Palmen und Sandstr\u00e4nden beschrieben. Einen Ort, mit ca. 300 Einwohner und einem kleinen Laden gibt es auch. Obwohl die Einfahrt in den Pass als einfach beschrieben wird, scheinen nur wenige Segler dieses Atoll anzulaufen. Ich finde, das h\u00f6rt sich gut an und \u00e4ndere unseren Kurs um 40 Grad nach Steuerbord: Ziel \u201eKauehi\u201c.<\/p>\n<p>Freitag, 26.05 Sonnenstrahlen, die durch unsere Heck Luke aufs Bett fallen, wecken mich gegen 8:00 Uhr. Wie selbstverst\u00e4ndlich das sch\u00f6ne warme Wetter f\u00fcr uns ist. Ich f\u00fchle mich ausgeschlafen, hat doch Anita die Nachwache um 2:00 Uhr \u00fcbernommen und ich konnte 6 Stunden am St\u00fcck schlafen. Meine Shorts und ein T-Shirt sind schnell angezogen, ich mache mir einen Kaffee und setze mich zu Kolja auf die Fly. Auch Helena kommt dazu und nachdem Kolja mich \u00fcber seine Segelwache kurz informiert hat (Wind wird schw\u00e4cher, ruhiges Segeln in den letzten Stunden, bisher 500sm bei 7kn Durchschnittsgeschwindigkeit zur\u00fcckgelegt), dreht sich unser Gespr\u00e4ch um Kinofilme. Die letzten, die wir angeschaut haben waren: \u201eLe grand bleu \u2013 Im Rasch der Tiefe\u201c mit Jean Reno, \u201eEiner flog \u00fcbers Kuckucksnest\u201c mit Jack Nicholson, den Zeichentrickfilm: \u201eDrachen z\u00e4hmen leicht gemacht\u201c aber auch die komplette \u201eTerminator\u201c Reihe. Helena ist ein Ph\u00e4nomen: Sie kann sich so viele Details merken, kennt die meisten Schauspieler (und ihre Synchronsprecher!), wei\u00df wer wann und wo mitgespielt hat. Kolja und ich k\u00f6nnen da nicht mithalten, haben aber am Filme schauen und dar\u00fcber diskutieren nicht weniger Spa\u00df. Besonders gern ziehen wir auch \u00fcber deutsche Serien her, die wir nach dem Abendessen anschauen&#8230; Der Rest des Tages und die darauffolgende Nachtwache verlaufen ereignislos = angenehmes Leben an Bord.<\/p>\n<p>Samstag, 27.5 Um 8:00 Uhr ist es Kolja, der \u201eunser\u201c erstes Tuamotu Atoll \u201eTaiaro\u201c mit blo\u00dfem Auge am Horizont erkennt. Trotz aller Technik, die uns heutzutage die Navigation erleichtert, ist es ein aufregender Moment nach rund 500sm (knapp 1.000km) mitten im Pazifischen Ozean wieder Land zu entdecken. In vielen Berichten erw\u00e4hnen Segler, dass sie die Motus erst in letzter Minute erkennen und gerade noch Zeit haben die Segel zu bergen. Dies k\u00f6nnen wir nicht best\u00e4tigen: \u201eTaiaro\u201c hat Kolja aus ca. 15sm Entfernung gesichtet, also rund zwei Stunden im voraus. Andere Atolle konnten wir zur Mittagszeit in 20sm Entfernung erkennen. W\u00e4hrend wir einige Meilen \u00f6stlich an dem Motu vorbeisegeln, haben wir wundersch\u00f6ne Ausblicke auf das t\u00fcrkisfarbene Meer, den wei\u00dfen Sandstrand (wie sich sp\u00e4ter noch herausstellen wird sind es mehr Korallenstr\u00e4nde) und die \u00fcppig gr\u00fcnen Palmenhaine. Der Anblick ist sch\u00f6ner als ich es mir vorgestellt hatte. Es sind nur noch gut 30sm bis \u201eKauehi\u201c, bis zur \u201eSlack Tide\u201c um 11:45 Uhr werden wir es wohl trotzdem nicht mehr schaffen. Es wird wohl eher 14:30 Uhr werden, bis wir am Pass sind. W\u00e4hrend der Wache lese ich in meinen Cruising Guides \u00fcber die Tuamotus. Speziell Berichte von Seglern, \u00fcber die Tuamotus und die Riffeinfahrten. Das h\u00f6rt sich alles ziemlich gruselig an. Obwohl es die anderen Segler scheinbar immer genau schaffen bei Stillwasser und mit der Mittagssonne im R\u00fccken an den P\u00e4ssen zu sein, lese ich von extremen Str\u00f6mungen, wilden Verwirbelungen die einem das Ruder rumrei\u00dfen, sich brechenden Wellen und viele andere abenteuerliche Geschichten. Mein Adrenalinpegel steigt! Wie bei allen Neuen und Unbekanntem ist man erst einmal verunsichert, zumal wir am Nachmittag genau zwischen Ebbe und Flut zur st\u00e4rksten Str\u00f6mung am Pass sein werden. Auf der anderen Seite sind wir ja auch keine Neulinge mehr, haben schon einige enge Hafeneinfahrten und Kan\u00e4le bei Sturm, starker Str\u00f6mung und sich brechenden meterhohen Wellen gemeistert, warum also auch nicht den Pass von \u201eKauehi\u201c? Besonders gefallen und aufschlussreich waren f\u00fcr mich das \u201eThe Tuamotus Compendium\u201d von Soggy Paws (kann man unter <a href=\"http:\/\/svsoggypaws.com\/\" >http:\/\/svsoggypaws.com\/<\/a> herunterladen &#8211; meine Version L ist von Juni 2011) und die Cruising Reports der \u201cMahi Mahi\u201d. Wir schaffen es doch schon um 14:00 Uhr am Pass \u201eArikitamiro\u201c die Segel zu bergen, der Wind hat wieder aufgefrischt und ich habe die letzten Stunden einen Motor mitlaufen lassen. Wir beobachten den Pass durchs Fernglas: der Wind bl\u00e4st mit 18kn gegen die einlaufende Str\u00f6mung, wir sehen Schaumkronen und niedrige sich brechende Wellen die aber nicht wirklich gef\u00e4hrlich wirken. Beruhigend sieht auch ein Fischerboot aus, das im Pass treibt und &#8211; wie wir vermuten &#8211; auf Taucher, die sich unter ihm mit der Str\u00f6mung durch den Pass ziehen lassen, wartet. Beide Motoren drehen 2.000 U\/min. ungef\u00e4hr 1\/3 Kraft voraus, wir fahren mit 6kn in den Pass. Lange Zeit passiert gar nichts, dann erfasst uns die Str\u00f6mung und zieht uns mit max. 4,5kn in das Atoll. Mit gut 10kn rauschen wir v\u00f6llig ungef\u00e4hrdet durch die niedrigen Wellen und&#8230; sind auch schon durch. V\u00f6llig unspektakul\u00e4r und v\u00f6llig harmlos. Wir haben ja noch keinen Vergleich, aber der Pass \u201eArikitamiro\u201c von Kauehi scheint f\u00fcr Tuamotus Neulinge wie uns genau richtig (= einfach) zu sein. Wir motoren die 4sm durch 30m bis 45m tiefes Wasser bis zu unserem Ankerplatz im S\u00fcdosten des Atolls. Unsere Navionics Karten scheinen recht genau zu sein, zumindest sind die beiden, von uns knapp unter der Wasseroberfl\u00e4che gesichteten, Korallenbl\u00f6cke korrekt in unseren Karten verzeichnet. Unser Anker f\u00e4llt in 10m tiefen t\u00fcrkisblauem Wasser direkt vor den traumhaften Palmeninseln von Kauehi. Die Sonne steht schon recht niedrig und h\u00fcllt die Inseln in ihrem goldenen Glanz. Es gibt nat\u00fcrlich einen Umtrunk auf der Fly. Anita hat noch den Elan leckere \u201eHors d\u2019 Oeuvre\u201c mit meinem geliebten Manchego K\u00e4se zu zaubern, w\u00e4hrend die Kinder kalte Getr\u00e4nke vorbereiten &#8211; ich bekomme ein Guinness aus dem Null-Grad-Fach &#8211; einfach k\u00f6stlich! Wir sind gl\u00fccklich und dankbar wieder so eine sichere \u00dcberfahrt gehabt zu haben und plaudern noch einige Zeit lustig durcheinander&#8230;<\/p>\n<p><!--:--><!--:fr--><\/p>\n<p>27.04.2013 Von den Marquesas in die Tuamotus<\/p>\n<p>Mittwoch Abend, 24.04. Es ist meine erste Nachwache, ich sitze auf der Fly und schreibe Logbuch. Die Pacific High gleitet weich durch die Wellen des Pazifischen Ozeans. Wir segeln S\u00fcdkurs, der Passat weht aus Westen mit 9kn bis 12kn, wir haben also angenehme seitliche Winde und segeln mit 7kn bis 9kn unserem Ziel dem Atoll \u201eMakemo\u201c entgegen. Vollmond gibt es auch noch gratis dazu: sch\u00f6neres Nachtsegeln kann man sich wirklich nicht mehr w\u00fcnschen! Dabei hat der Tag schon fr\u00fch und turbulent f\u00fcr uns angefangen. Jeweils Mittwoch, Freitag und Samstag ist Markt in Nuku Hiva. Wer nicht gleich um 6:00 Uhr fr\u00fch da ist, bekommt nichts mehr, so haben es uns andere Segler wenigstens berichtet. Als ich um 5:30 Uhr in den Salon schlaftrunken in den Salon stolpere, hat sich Anita bereits einen Tee zubereitet und das Dinghi vorbereitet. Wir stehen also brav um f\u00fcnf vor sechs vor der Markhalle. Diese liegt praktischerweise direkt am Landungspier. Um kurz nach sechs werden die Tore aufgesperrt und eine Familie entl\u00e4dt den einzigen davor geparktem Pick-Up Truck. Wir warten bis ihr Stand aufgebaut ist, dann d\u00fcrfen wir einkaufen. Es gibt (zumindest heute) nur diesen einen Gem\u00fcsestand, aber hier bekommen wir Alles, was unser Herz begehrt und in hervorragender frischer Qualit\u00e4t: kleine bunte s\u00fc\u00dfe Paprika, herrlich duftende Tomaten, knackige Rettiche und Gurken, Salat, Auberginen und vieles mehr. An einem anderen Obststand erstehen wir eine ganze Bananenstaude. W\u00e4hrend das Gem\u00fcse, erwartungsgem\u00e4\u00df, nicht billig ist (in Deutschland beim Gem\u00fcseh\u00e4ndler h\u00e4tte es weniger als die H\u00e4lfte gekostet), sind Bananen sehr g\u00fcnstig: f\u00fcr eine ganze Staude (Gewicht gesch\u00e4tzte 15Kg) zahlen wir 3 EUR! Wir legen unserem Einkauf offen ins Dinghi \u2013 hier klaut keiner was &#8211; und laufen noch zum Supermarkt Baguettes kaufen. In schneller Gleitfahrt kehren wir mit unserer reichen Beute zur\u00fcck an Bord. Helena und Kolja erwarten uns schon um uns beim umladen der Eink\u00e4ufe und \u201eklar Schiff machen\u201c zu helfen. Gegen 7:30 Uhr gehen wir Anker auf, nicht ohne eine Runde durchs Ankerfeld zu drehen um uns von einigen Seglern zu verabschieden. Begleitet von vielen guten W\u00fcnschen, setzen wir Segel und bekommen gleich einmal einen m\u00e4chtigen Regenschauer ab. Die ganze Zeit, w\u00e4hrend unserem Aufenthalt in Nuku Hiva, hat es praktisch nicht geregnet, gerade jetzt wo wir auslaufen gie\u00dft es aus K\u00f6beln und wir werden klitschna\u00df: Seglerpech! Kaum haben wir das Lee von Nuku Hiva verlassen, treiben uns auch die vorhergesagten Passat Winde mit 9kn Richtung Marquesas. Anita und ich machen es uns bei einem hei\u00dfen Cappuccino gem\u00fctlich. Endlich, wie habe ich den Morgen blo\u00df ohne \u00fcberstanden?! Bald gesellen sich auch Helena und Kolja zu uns, f\u00fcr die Schule sind die seitlichen Wellen heute einfach zu ruppig. Nach gut zwei Stunden haben wir bereits das 20sm entfernte Ua Pou erreicht und werden von einem anderen Segler angefunkt. Es ist die \u201eBika\u201c, die unseren Kurs kreuzt. Henrik und Mina sind aus Norwegen und segeln wie wir Richtung Marquesas. W\u00e4hrend ich im Salon mit Henrik am Funk plaudere, hat Kolja die Steuerung der Pacific High \u00fcbernommen, und segelt gekonnt hinter dem Heck der Bika durch. Obwohl wir 10sm (18km) \u00f6stlich an Ua Pou vorbeisegeln, geraten wir doch f\u00fcr kurze Zeit in ihren Windschatten. Wieder was dazu gelernt \u2013 unglaublich wie weit die hohen spitzen Berge der Insel die Luft verwirbeln. S\u00fcdlich von Ua Pou rauscht ein m\u00e4chtiger 35kn Squall \u00fcber uns hinweg. Kolja und ich haben Wache und ich \u00fcberlasse ihm komplett das Kommando: geschickt segelt er die Pacific High durch Wind und Regen, trimmt die Segel neu und \u00e4ndert den Kurs. Der Rest des Tages verl\u00e4uft \u00e4hnlich: wir haben kr\u00e4ftigen Wind, viel Sonne und einige Squalls. Helena und Kolja lernen doch noch f\u00fcr die Schule: wir lesen zum Beispiel viele franz\u00f6sische Texte aus ihren Schulb\u00fcchern: das geht auch bei rauer See auf der Fly. Abends gibt es Brotzeit: wir haben ja frisches Gem\u00fcse und Baguette an Bord. Mit K\u00e4se, Schinken und Salami hatten wir uns in Panama reichlich eingedeckt. Gro\u00dfe Mengen lagern immer noch im K\u00fchl- bzw. Gefrierschrank. Ich \u00fcbernehme die erste Wache. Dank Radar und Vollmond sind die Squalls nachts fast leichter zu erkennen als tags\u00fcber. Auf dem Display sehen wir ein genaues Bild aller Squalls im Umkreis von 12sm (20km). Wir k\u00f6nnen ihre Zugrichtung und Geschwindigkeit bestimmen, wissen daher recht genau ob und wann uns eine Regenwolke erwischt. Dies gibt Sicherheit, da wir schon im voraus die Segel reffen k\u00f6nnen, bzw. einem besonders kr\u00e4ftigen Regenschauer ausweichen. Gegen 22:30 Uhr zieht der letzte dicke Squall \u00fcber uns hinweg, dann ist Ruhe. Ab Mitternacht haben wir nur noch leichte Passatbew\u00f6lkung und auch der Wind ist schw\u00e4cher geworden. Ich bin von den ruhigen Ankertagen in den Marquesas fit und \u00fcbergebe die Wache an Anita um 3:00 Uhr Morgens.<\/p>\n<p>Donnerstag, 25.04 In den ersten 24 Stunden sind wir 164sm gesegelt. Daf\u00fcr, dass wir die ganze Zeit im ersten Reff gesegelt sind \u2013 sonst sind wir zu schnell und kommen nachts in den Tuamotus an \u2013 ist das Etmal richtig gut. Kolja hat am Morgen die Wache von Anita \u00fcbernommen. Tags\u00fcber entlasten uns die beiden jetzt immer h\u00e4ufiger bei den Wachen. Habe ich gestern eigentlich geschrieben ich w\u00e4re fit? B\u00f6ser Fehler! Prompt f\u00fchle ich mich heute nicht gut: mir ist \u00fcbel und ich habe Kopfschmerzen. Meine Familie \u00fcbernimmt alle (Tages-) Wachen \u2013 Danke! Die Stimmung ist gut an Bord, alle lesen viel (auch Kolja hat bald sein n\u00e4chstes Harry Potter Buch durch), h\u00f6ren Musik bzw. H\u00f6rb\u00fccher und spielen manchmal zusammen. Oft sitzen wir auch einfach nur auf der Fly, schauen auf das Meer und die Wolken, und diskutieren \u00fcber Gott und die Welt&#8230; Wir haben bald die H\u00e4lfte der Strecke von den Marquesas zu den Tuamotus zur\u00fcckgelegt. W\u00e4hrend der Nachtwache rechne ich etliche Navigations-Varianten durch und komme immer zu den gleichen Ergebnis: unser geplantes Ankunfts-Motu \u201eMakemo\u201c liegt streckenm\u00e4\u00dfig ung\u00fcnstig. Wir sind zu schnell unterwegs: segeln wir wie bisher weiter im ersten Reff, kommen wir irgendwann Morgen in der zweiten Nachth\u00e4lfte an. Reffen wir aus und laufen so schnell wir k\u00f6nnen, sind wir schon Morgen Abend da. In beiden F\u00e4llen m\u00fcssen wir bis zum darauffolgenden Mittag lange am Pass warten um in das Atoll einlaufen zu k\u00f6nnen. Ich suche nach Alternativen und sto\u00dfe auf das Atoll \u201eKauehi\u201c. Es liegt ca. 50sm weiter entfernt, nordwestlich von \u201eFakarava\u201c. Wir m\u00fcssten es, bei gleichbleibenden Segelbedingungen, gerade so bis Morgen Mittag schaffen. Ich ziehe unsere elektronische Bibliothek zu rate in der wir unz\u00e4hlige Segelberichte, Cruising Guides, Wetterdaten, Offline gespeicherte Internet Seiten, T\u00f6rnberichte, Karten, ec. gespeichert haben. Ich lasse den Computer nach \u201eKauehi\u201c suchen und bekomme ca. 50 Treffer die ich sichte. \u201eKauehi\u201c wird als besonders gr\u00fcnes Atoll, mit vielen Palmen und Sandstr\u00e4nden beschrieben. Einen Ort, mit ca. 300 Einwohner und einem kleinen Laden gibt es auch. Obwohl die Einfahrt in den Pass als einfach beschrieben wird, scheinen nur wenige Segler dieses Atoll anzulaufen. Ich finde, das h\u00f6rt sich gut an und \u00e4ndere unseren Kurs um 40 Grad nach Steuerbord: Ziel \u201eKauehi\u201c.<\/p>\n<p>Freitag, 26.05 Sonnenstrahlen, die durch unsere Heck Luke aufs Bett fallen, wecken mich gegen 8:00 Uhr. Wie selbstverst\u00e4ndlich das sch\u00f6ne warme Wetter f\u00fcr uns ist. Ich f\u00fchle mich ausgeschlafen, hat doch Anita die Nachwache um 2:00 Uhr \u00fcbernommen und ich konnte 6 Stunden am St\u00fcck schlafen. Meine Shorts und ein T-Shirt sind schnell angezogen, ich mache mir einen Kaffee und setze mich zu Kolja auf die Fly. Auch Helena kommt dazu und nachdem Kolja mich \u00fcber seine Segelwache kurz informiert hat (Wind wird schw\u00e4cher, ruhiges Segeln in den letzten Stunden, bisher 500sm bei 7kn Durchschnittsgeschwindigkeit zur\u00fcckgelegt), dreht sich unser Gespr\u00e4ch um Kinofilme. Die letzten, die wir angeschaut haben waren: \u201eLe grand bleu \u2013 Im Rasch der Tiefe\u201c mit Jean Reno, \u201eEiner flog \u00fcbers Kuckucksnest\u201c mit Jack Nicholson, den Zeichentrickfilm: \u201eDrachen z\u00e4hmen leicht gemacht\u201c aber auch die komplette \u201eTerminator\u201c Reihe. Helena ist ein Ph\u00e4nomen: Sie kann sich so viele Details merken, kennt die meisten Schauspieler (und ihre Synchronsprecher!), wei\u00df wer wann und wo mitgespielt hat. Kolja und ich k\u00f6nnen da nicht mithalten, haben aber am Filme schauen und dar\u00fcber diskutieren nicht weniger Spa\u00df. Besonders gern ziehen wir auch \u00fcber deutsche Serien her, die wir nach dem Abendessen anschauen&#8230; Der Rest des Tages und die darauffolgende Nachtwache verlaufen ereignislos = angenehmes Leben an Bord.<\/p>\n<p>Samstag, 27.5 Um 8:00 Uhr ist es Kolja, der \u201eunser\u201c erstes Tuamotu Atoll \u201eTaiaro\u201c mit blo\u00dfem Auge am Horizont erkennt. Trotz aller Technik, die uns heutzutage die Navigation erleichtert, ist es ein aufregender Moment nach rund 500sm (knapp 1.000km) mitten im Pazifischen Ozean wieder Land zu entdecken. In vielen Berichten erw\u00e4hnen Segler, dass sie die Motus erst in letzter Minute erkennen und gerade noch Zeit haben die Segel zu bergen. Dies k\u00f6nnen wir nicht best\u00e4tigen: \u201eTaiaro\u201c hat Kolja aus ca. 15sm Entfernung gesichtet, also rund zwei Stunden im voraus. Andere Atolle konnten wir zur Mittagszeit in 20sm Entfernung erkennen. W\u00e4hrend wir einige Meilen \u00f6stlich an dem Motu vorbeisegeln, haben wir wundersch\u00f6ne Ausblicke auf das t\u00fcrkisfarbene Meer, den wei\u00dfen Sandstrand (wie sich sp\u00e4ter noch herausstellen wird sind es mehr Korallenstr\u00e4nde) und die \u00fcppig gr\u00fcnen Palmenhaine. Der Anblick ist sch\u00f6ner als ich es mir vorgestellt hatte. Es sind nur noch gut 30sm bis \u201eKauehi\u201c, bis zur \u201eSlack Tide\u201c um 11:45 Uhr werden wir es wohl trotzdem nicht mehr schaffen. Es wird wohl eher 14:30 Uhr werden, bis wir am Pass sind. W\u00e4hrend der Wache lese ich in meinen Cruising Guides \u00fcber die Tuamotus. Speziell Berichte von Seglern, \u00fcber die Tuamotus und die Riffeinfahrten. Das h\u00f6rt sich alles ziemlich gruselig an. Obwohl es die anderen Segler scheinbar immer genau schaffen bei Stillwasser und mit der Mittagssonne im R\u00fccken an den P\u00e4ssen zu sein, lese ich von extremen Str\u00f6mungen, wilden Verwirbelungen die einem das Ruder rumrei\u00dfen, sich brechenden Wellen und viele andere abenteuerliche Geschichten. Mein Adrenalinpegel steigt! Wie bei allen Neuen und Unbekanntem ist man erst einmal verunsichert, zumal wir am Nachmittag genau zwischen Ebbe und Flut zur st\u00e4rksten Str\u00f6mung am Pass sein werden. Auf der anderen Seite sind wir ja auch keine Neulinge mehr, haben schon einige enge Hafeneinfahrten und Kan\u00e4le bei Sturm, starker Str\u00f6mung und sich brechenden meterhohen Wellen gemeistert, warum also auch nicht den Pass von \u201eKauehi\u201c? Besonders gefallen und aufschlussreich waren f\u00fcr mich das \u201eThe Tuamotus Compendium\u201d von Soggy Paws (kann man unter <a href=\"http:\/\/svsoggypaws.com\/\" >http:\/\/svsoggypaws.com\/<\/a> herunterladen &#8211; meine Version L ist von Juni 2011) und die Cruising Reports der \u201cMahi Mahi\u201d. Wir schaffen es doch schon um 14:00 Uhr am Pass \u201eArikitamiro\u201c die Segel zu bergen, der Wind hat wieder aufgefrischt und ich habe die letzten Stunden einen Motor mitlaufen lassen. Wir beobachten den Pass durchs Fernglas: der Wind bl\u00e4st mit 18kn gegen die einlaufende Str\u00f6mung, wir sehen Schaumkronen und niedrige sich brechende Wellen die aber nicht wirklich gef\u00e4hrlich wirken. Beruhigend sieht auch ein Fischerboot aus, das im Pass treibt und &#8211; wie wir vermuten &#8211; auf Taucher, die sich unter ihm mit der Str\u00f6mung durch den Pass ziehen lassen, wartet. Beide Motoren drehen 2.000 U\/min. ungef\u00e4hr 1\/3 Kraft voraus, wir fahren mit 6kn in den Pass. Lange Zeit passiert gar nichts, dann erfasst uns die Str\u00f6mung und zieht uns mit max. 4,5kn in das Atoll. Mit gut 10kn rauschen wir v\u00f6llig ungef\u00e4hrdet durch die niedrigen Wellen und&#8230; sind auch schon durch. V\u00f6llig unspektakul\u00e4r und v\u00f6llig harmlos. Wir haben ja noch keinen Vergleich, aber der Pass \u201eArikitamiro\u201c von Kauehi scheint f\u00fcr Tuamotus Neulinge wie uns genau richtig (= einfach) zu sein. Wir motoren die 4sm durch 30m bis 45m tiefes Wasser bis zu unserem Ankerplatz im S\u00fcdosten des Atolls. Unsere Navionics Karten scheinen recht genau zu sein, zumindest sind die beiden, von uns knapp unter der Wasseroberfl\u00e4che gesichteten, Korallenbl\u00f6cke korrekt in unseren Karten verzeichnet. Unser Anker f\u00e4llt in 10m tiefen t\u00fcrkisblauem Wasser direkt vor den traumhaften Palmeninseln von Kauehi. Die Sonne steht schon recht niedrig und h\u00fcllt die Inseln in ihrem goldenen Glanz. Es gibt nat\u00fcrlich einen Umtrunk auf der Fly. Anita hat noch den Elan leckere \u201eHors d\u2019 Oeuvre\u201c mit meinem geliebten Manchego K\u00e4se zu zaubern, w\u00e4hrend die Kinder kalte Getr\u00e4nke vorbereiten &#8211; ich bekomme ein Guinness aus dem Null-Grad-Fach &#8211; einfach k\u00f6stlich! Wir sind gl\u00fccklich und dankbar wieder so eine sichere \u00dcberfahrt gehabt zu haben und plaudern noch einige Zeit lustig durcheinander&#8230;<\/p>\n<p><!--:--><!--:it--><\/p>\n<p>27.04.2013 Von den Marquesas in die Tuamotus<\/p>\n<p>Mittwoch Abend, 24.04. Es ist meine erste Nachwache, ich sitze auf der Fly und schreibe Logbuch. Die Pacific High gleitet weich durch die Wellen des Pazifischen Ozeans. Wir segeln S\u00fcdkurs, der Passat weht aus Westen mit 9kn bis 12kn, wir haben also angenehme seitliche Winde und segeln mit 7kn bis 9kn unserem Ziel dem Atoll \u201eMakemo\u201c entgegen. Vollmond gibt es auch noch gratis dazu: sch\u00f6neres Nachtsegeln kann man sich wirklich nicht mehr w\u00fcnschen! Dabei hat der Tag schon fr\u00fch und turbulent f\u00fcr uns angefangen. Jeweils Mittwoch, Freitag und Samstag ist Markt in Nuku Hiva. Wer nicht gleich um 6:00 Uhr fr\u00fch da ist, bekommt nichts mehr, so haben es uns andere Segler wenigstens berichtet. Als ich um 5:30 Uhr in den Salon schlaftrunken in den Salon stolpere, hat sich Anita bereits einen Tee zubereitet und das Dinghi vorbereitet. Wir stehen also brav um f\u00fcnf vor sechs vor der Markhalle. Diese liegt praktischerweise direkt am Landungspier. Um kurz nach sechs werden die Tore aufgesperrt und eine Familie entl\u00e4dt den einzigen davor geparktem Pick-Up Truck. Wir warten bis ihr Stand aufgebaut ist, dann d\u00fcrfen wir einkaufen. Es gibt (zumindest heute) nur diesen einen Gem\u00fcsestand, aber hier bekommen wir Alles, was unser Herz begehrt und in hervorragender frischer Qualit\u00e4t: kleine bunte s\u00fc\u00dfe Paprika, herrlich duftende Tomaten, knackige Rettiche und Gurken, Salat, Auberginen und vieles mehr. An einem anderen Obststand erstehen wir eine ganze Bananenstaude. W\u00e4hrend das Gem\u00fcse, erwartungsgem\u00e4\u00df, nicht billig ist (in Deutschland beim Gem\u00fcseh\u00e4ndler h\u00e4tte es weniger als die H\u00e4lfte gekostet), sind Bananen sehr g\u00fcnstig: f\u00fcr eine ganze Staude (Gewicht gesch\u00e4tzte 15Kg) zahlen wir 3 EUR! Wir legen unserem Einkauf offen ins Dinghi \u2013 hier klaut keiner was &#8211; und laufen noch zum Supermarkt Baguettes kaufen. In schneller Gleitfahrt kehren wir mit unserer reichen Beute zur\u00fcck an Bord. Helena und Kolja erwarten uns schon um uns beim umladen der Eink\u00e4ufe und \u201eklar Schiff machen\u201c zu helfen. Gegen 7:30 Uhr gehen wir Anker auf, nicht ohne eine Runde durchs Ankerfeld zu drehen um uns von einigen Seglern zu verabschieden. Begleitet von vielen guten W\u00fcnschen, setzen wir Segel und bekommen gleich einmal einen m\u00e4chtigen Regenschauer ab. Die ganze Zeit, w\u00e4hrend unserem Aufenthalt in Nuku Hiva, hat es praktisch nicht geregnet, gerade jetzt wo wir auslaufen gie\u00dft es aus K\u00f6beln und wir werden klitschna\u00df: Seglerpech! Kaum haben wir das Lee von Nuku Hiva verlassen, treiben uns auch die vorhergesagten Passat Winde mit 9kn Richtung Marquesas. Anita und ich machen es uns bei einem hei\u00dfen Cappuccino gem\u00fctlich. Endlich, wie habe ich den Morgen blo\u00df ohne \u00fcberstanden?! Bald gesellen sich auch Helena und Kolja zu uns, f\u00fcr die Schule sind die seitlichen Wellen heute einfach zu ruppig. Nach gut zwei Stunden haben wir bereits das 20sm entfernte Ua Pou erreicht und werden von einem anderen Segler angefunkt. Es ist die \u201eBika\u201c, die unseren Kurs kreuzt. Henrik und Mina sind aus Norwegen und segeln wie wir Richtung Marquesas. W\u00e4hrend ich im Salon mit Henrik am Funk plaudere, hat Kolja die Steuerung der Pacific High \u00fcbernommen, und segelt gekonnt hinter dem Heck der Bika durch. Obwohl wir 10sm (18km) \u00f6stlich an Ua Pou vorbeisegeln, geraten wir doch f\u00fcr kurze Zeit in ihren Windschatten. Wieder was dazu gelernt \u2013 unglaublich wie weit die hohen spitzen Berge der Insel die Luft verwirbeln. S\u00fcdlich von Ua Pou rauscht ein m\u00e4chtiger 35kn Squall \u00fcber uns hinweg. Kolja und ich haben Wache und ich \u00fcberlasse ihm komplett das Kommando: geschickt segelt er die Pacific High durch Wind und Regen, trimmt die Segel neu und \u00e4ndert den Kurs. Der Rest des Tages verl\u00e4uft \u00e4hnlich: wir haben kr\u00e4ftigen Wind, viel Sonne und einige Squalls. Helena und Kolja lernen doch noch f\u00fcr die Schule: wir lesen zum Beispiel viele franz\u00f6sische Texte aus ihren Schulb\u00fcchern: das geht auch bei rauer See auf der Fly. Abends gibt es Brotzeit: wir haben ja frisches Gem\u00fcse und Baguette an Bord. Mit K\u00e4se, Schinken und Salami hatten wir uns in Panama reichlich eingedeckt. Gro\u00dfe Mengen lagern immer noch im K\u00fchl- bzw. Gefrierschrank. Ich \u00fcbernehme die erste Wache. Dank Radar und Vollmond sind die Squalls nachts fast leichter zu erkennen als tags\u00fcber. Auf dem Display sehen wir ein genaues Bild aller Squalls im Umkreis von 12sm (20km). Wir k\u00f6nnen ihre Zugrichtung und Geschwindigkeit bestimmen, wissen daher recht genau ob und wann uns eine Regenwolke erwischt. Dies gibt Sicherheit, da wir schon im voraus die Segel reffen k\u00f6nnen, bzw. einem besonders kr\u00e4ftigen Regenschauer ausweichen. Gegen 22:30 Uhr zieht der letzte dicke Squall \u00fcber uns hinweg, dann ist Ruhe. Ab Mitternacht haben wir nur noch leichte Passatbew\u00f6lkung und auch der Wind ist schw\u00e4cher geworden. Ich bin von den ruhigen Ankertagen in den Marquesas fit und \u00fcbergebe die Wache an Anita um 3:00 Uhr Morgens.<\/p>\n<p>Donnerstag, 25.04 In den ersten 24 Stunden sind wir 164sm gesegelt. Daf\u00fcr, dass wir die ganze Zeit im ersten Reff gesegelt sind \u2013 sonst sind wir zu schnell und kommen nachts in den Tuamotus an \u2013 ist das Etmal richtig gut. Kolja hat am Morgen die Wache von Anita \u00fcbernommen. Tags\u00fcber entlasten uns die beiden jetzt immer h\u00e4ufiger bei den Wachen. Habe ich gestern eigentlich geschrieben ich w\u00e4re fit? B\u00f6ser Fehler! Prompt f\u00fchle ich mich heute nicht gut: mir ist \u00fcbel und ich habe Kopfschmerzen. Meine Familie \u00fcbernimmt alle (Tages-) Wachen \u2013 Danke! Die Stimmung ist gut an Bord, alle lesen viel (auch Kolja hat bald sein n\u00e4chstes Harry Potter Buch durch), h\u00f6ren Musik bzw. H\u00f6rb\u00fccher und spielen manchmal zusammen. Oft sitzen wir auch einfach nur auf der Fly, schauen auf das Meer und die Wolken, und diskutieren \u00fcber Gott und die Welt&#8230; Wir haben bald die H\u00e4lfte der Strecke von den Marquesas zu den Tuamotus zur\u00fcckgelegt. W\u00e4hrend der Nachtwache rechne ich etliche Navigations-Varianten durch und komme immer zu den gleichen Ergebnis: unser geplantes Ankunfts-Motu \u201eMakemo\u201c liegt streckenm\u00e4\u00dfig ung\u00fcnstig. Wir sind zu schnell unterwegs: segeln wir wie bisher weiter im ersten Reff, kommen wir irgendwann Morgen in der zweiten Nachth\u00e4lfte an. Reffen wir aus und laufen so schnell wir k\u00f6nnen, sind wir schon Morgen Abend da. In beiden F\u00e4llen m\u00fcssen wir bis zum darauffolgenden Mittag lange am Pass warten um in das Atoll einlaufen zu k\u00f6nnen. Ich suche nach Alternativen und sto\u00dfe auf das Atoll \u201eKauehi\u201c. Es liegt ca. 50sm weiter entfernt, nordwestlich von \u201eFakarava\u201c. Wir m\u00fcssten es, bei gleichbleibenden Segelbedingungen, gerade so bis Morgen Mittag schaffen. Ich ziehe unsere elektronische Bibliothek zu rate in der wir unz\u00e4hlige Segelberichte, Cruising Guides, Wetterdaten, Offline gespeicherte Internet Seiten, T\u00f6rnberichte, Karten, ec. gespeichert haben. Ich lasse den Computer nach \u201eKauehi\u201c suchen und bekomme ca. 50 Treffer die ich sichte. \u201eKauehi\u201c wird als besonders gr\u00fcnes Atoll, mit vielen Palmen und Sandstr\u00e4nden beschrieben. Einen Ort, mit ca. 300 Einwohner und einem kleinen Laden gibt es auch. Obwohl die Einfahrt in den Pass als einfach beschrieben wird, scheinen nur wenige Segler dieses Atoll anzulaufen. Ich finde, das h\u00f6rt sich gut an und \u00e4ndere unseren Kurs um 40 Grad nach Steuerbord: Ziel \u201eKauehi\u201c.<\/p>\n<p>Freitag, 26.05 Sonnenstrahlen, die durch unsere Heck Luke aufs Bett fallen, wecken mich gegen 8:00 Uhr. Wie selbstverst\u00e4ndlich das sch\u00f6ne warme Wetter f\u00fcr uns ist. Ich f\u00fchle mich ausgeschlafen, hat doch Anita die Nachwache um 2:00 Uhr \u00fcbernommen und ich konnte 6 Stunden am St\u00fcck schlafen. Meine Shorts und ein T-Shirt sind schnell angezogen, ich mache mir einen Kaffee und setze mich zu Kolja auf die Fly. Auch Helena kommt dazu und nachdem Kolja mich \u00fcber seine Segelwache kurz informiert hat (Wind wird schw\u00e4cher, ruhiges Segeln in den letzten Stunden, bisher 500sm bei 7kn Durchschnittsgeschwindigkeit zur\u00fcckgelegt), dreht sich unser Gespr\u00e4ch um Kinofilme. Die letzten, die wir angeschaut haben waren: \u201eLe grand bleu \u2013 Im Rasch der Tiefe\u201c mit Jean Reno, \u201eEiner flog \u00fcbers Kuckucksnest\u201c mit Jack Nicholson, den Zeichentrickfilm: \u201eDrachen z\u00e4hmen leicht gemacht\u201c aber auch die komplette \u201eTerminator\u201c Reihe. Helena ist ein Ph\u00e4nomen: Sie kann sich so viele Details merken, kennt die meisten Schauspieler (und ihre Synchronsprecher!), wei\u00df wer wann und wo mitgespielt hat. Kolja und ich k\u00f6nnen da nicht mithalten, haben aber am Filme schauen und dar\u00fcber diskutieren nicht weniger Spa\u00df. Besonders gern ziehen wir auch \u00fcber deutsche Serien her, die wir nach dem Abendessen anschauen&#8230; Der Rest des Tages und die darauffolgende Nachtwache verlaufen ereignislos = angenehmes Leben an Bord.<\/p>\n<p>Samstag, 27.5 Um 8:00 Uhr ist es Kolja, der \u201eunser\u201c erstes Tuamotu Atoll \u201eTaiaro\u201c mit blo\u00dfem Auge am Horizont erkennt. Trotz aller Technik, die uns heutzutage die Navigation erleichtert, ist es ein aufregender Moment nach rund 500sm (knapp 1.000km) mitten im Pazifischen Ozean wieder Land zu entdecken. In vielen Berichten erw\u00e4hnen Segler, dass sie die Motus erst in letzter Minute erkennen und gerade noch Zeit haben die Segel zu bergen. Dies k\u00f6nnen wir nicht best\u00e4tigen: \u201eTaiaro\u201c hat Kolja aus ca. 15sm Entfernung gesichtet, also rund zwei Stunden im voraus. Andere Atolle konnten wir zur Mittagszeit in 20sm Entfernung erkennen. W\u00e4hrend wir einige Meilen \u00f6stlich an dem Motu vorbeisegeln, haben wir wundersch\u00f6ne Ausblicke auf das t\u00fcrkisfarbene Meer, den wei\u00dfen Sandstrand (wie sich sp\u00e4ter noch herausstellen wird sind es mehr Korallenstr\u00e4nde) und die \u00fcppig gr\u00fcnen Palmenhaine. Der Anblick ist sch\u00f6ner als ich es mir vorgestellt hatte. Es sind nur noch gut 30sm bis \u201eKauehi\u201c, bis zur \u201eSlack Tide\u201c um 11:45 Uhr werden wir es wohl trotzdem nicht mehr schaffen. Es wird wohl eher 14:30 Uhr werden, bis wir am Pass sind. W\u00e4hrend der Wache lese ich in meinen Cruising Guides \u00fcber die Tuamotus. Speziell Berichte von Seglern, \u00fcber die Tuamotus und die Riffeinfahrten. Das h\u00f6rt sich alles ziemlich gruselig an. Obwohl es die anderen Segler scheinbar immer genau schaffen bei Stillwasser und mit der Mittagssonne im R\u00fccken an den P\u00e4ssen zu sein, lese ich von extremen Str\u00f6mungen, wilden Verwirbelungen die einem das Ruder rumrei\u00dfen, sich brechenden Wellen und viele andere abenteuerliche Geschichten. Mein Adrenalinpegel steigt! Wie bei allen Neuen und Unbekanntem ist man erst einmal verunsichert, zumal wir am Nachmittag genau zwischen Ebbe und Flut zur st\u00e4rksten Str\u00f6mung am Pass sein werden. Auf der anderen Seite sind wir ja auch keine Neulinge mehr, haben schon einige enge Hafeneinfahrten und Kan\u00e4le bei Sturm, starker Str\u00f6mung und sich brechenden meterhohen Wellen gemeistert, warum also auch nicht den Pass von \u201eKauehi\u201c? Besonders gefallen und aufschlussreich waren f\u00fcr mich das \u201eThe Tuamotus Compendium\u201d von Soggy Paws (kann man unter <a href=\"http:\/\/svsoggypaws.com\/\" >http:\/\/svsoggypaws.com\/<\/a> herunterladen &#8211; meine Version L ist von Juni 2011) und die Cruising Reports der \u201cMahi Mahi\u201d. Wir schaffen es doch schon um 14:00 Uhr am Pass \u201eArikitamiro\u201c die Segel zu bergen, der Wind hat wieder aufgefrischt und ich habe die letzten Stunden einen Motor mitlaufen lassen. Wir beobachten den Pass durchs Fernglas: der Wind bl\u00e4st mit 18kn gegen die einlaufende Str\u00f6mung, wir sehen Schaumkronen und niedrige sich brechende Wellen die aber nicht wirklich gef\u00e4hrlich wirken. Beruhigend sieht auch ein Fischerboot aus, das im Pass treibt und &#8211; wie wir vermuten &#8211; auf Taucher, die sich unter ihm mit der Str\u00f6mung durch den Pass ziehen lassen, wartet. Beide Motoren drehen 2.000 U\/min. ungef\u00e4hr 1\/3 Kraft voraus, wir fahren mit 6kn in den Pass. Lange Zeit passiert gar nichts, dann erfasst uns die Str\u00f6mung und zieht uns mit max. 4,5kn in das Atoll. Mit gut 10kn rauschen wir v\u00f6llig ungef\u00e4hrdet durch die niedrigen Wellen und&#8230; sind auch schon durch. V\u00f6llig unspektakul\u00e4r und v\u00f6llig harmlos. Wir haben ja noch keinen Vergleich, aber der Pass \u201eArikitamiro\u201c von Kauehi scheint f\u00fcr Tuamotus Neulinge wie uns genau richtig (= einfach) zu sein. Wir motoren die 4sm durch 30m bis 45m tiefes Wasser bis zu unserem Ankerplatz im S\u00fcdosten des Atolls. Unsere Navionics Karten scheinen recht genau zu sein, zumindest sind die beiden, von uns knapp unter der Wasseroberfl\u00e4che gesichteten, Korallenbl\u00f6cke korrekt in unseren Karten verzeichnet. Unser Anker f\u00e4llt in 10m tiefen t\u00fcrkisblauem Wasser direkt vor den traumhaften Palmeninseln von Kauehi. Die Sonne steht schon recht niedrig und h\u00fcllt die Inseln in ihrem goldenen Glanz. Es gibt nat\u00fcrlich einen Umtrunk auf der Fly. Anita hat noch den Elan leckere \u201eHors d\u2019 Oeuvre\u201c mit meinem geliebten Manchego K\u00e4se zu zaubern, w\u00e4hrend die Kinder kalte Getr\u00e4nke vorbereiten &#8211; ich bekomme ein Guinness aus dem Null-Grad-Fach &#8211; einfach k\u00f6stlich! 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