{"id":6031,"date":"2013-03-27T06:59:22","date_gmt":"2013-03-27T06:59:22","guid":{"rendered":" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/?p=6031"},"modified":"2013-03-27T06:59:22","modified_gmt":"2013-03-27T06:59:22","slug":"27-03-2013-logbuch-pazifikuberquerung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/?p=6031","title":{"rendered":"27.03.2013 Logbuch Pazifik\u00fcberquerung"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Logbuch Pazifik\u00fcberquerung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Tag 08.03.2013 Freitag<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/001_KK_20130308-DSC07403.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-6071\" title=\"001_KK_20130308-DSC07403\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/001_KK_20130308-DSC07403-208x215.jpg\" alt=\"\" width=\"208\" height=\"215\" \/><\/a>Da unsere Zarpe auf den gestrigen Tag ausgestellt war, gingen wir fr\u00fch um 6.00 Uhr Anker auf. Rund 3000 Seemeilen liegen vor uns. Kaum aus der Bucht motort, erwartet uns schon der erste Squall mit 35 Knoten. Nur mit der Fock konnten wir mit 8 Knoten segeln. Der Regen wusch den noch verbliebenen Panamadreck von Bord, ich bilde mir sogar ein, dass die Fock wieder etwas wei\u00dfer geworden ist.\u00a0 Ich habe eine Maschine W\u00e4sche gewaschen. Die Luft ist so salzhaltig, die W\u00e4sche gar nicht richtig trocknen. Wir haben D\u00fcnung gegen uns, aber in langen Abst\u00e4nden. Absolut ruhiges Segeln. Ich habe die Wache um 2.00 Uhr von Klaus \u00fcbernommen. Gerade hat ein Frachter unseren Weg gekreuzt. Irgendwo schwirrt noch ein Fischer herum, was mich nicht gl\u00fccklich macht. Hoffentlich zieht der kein Schleppnetz hinter sich her. Ansonsten ist nicht viel los.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Tag 09.03.2013 Samstag<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Helena l\u00f6st mich um 6.00 Uhr ab. Ich habe mich noch mal hingelegt. Um 7.30 Uhr werde ich von viel L\u00e4rm geweckt. Klaus hat mit den Kindern die Besegelung gewechselt. Von Gro\u00df mit Fock auf Parasailor. Mit diesem konnten wir bis Nachmittag gut segeln, dann allerdings war der Wind ganz weg. Da uns lt. Wetterdaten ein Flauten Gebiet im Nacken sitzt, entscheiden wir uns zu motoren. Nichts wie weg, wir gehen nach S\u00fcden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da Klaus gerade schlief, barg ich den Parasailor mit Kolja zusammen. Er hatte Schwierigkeiten, den Snuffler \u00fcber den Schirm zu ziehen. Wir hampelten eine Weile herum, bis er dann letztendlich unten war. Gott sei Dank war kein Wind, sonst w\u00e4ren wir ganz sch\u00f6n in die Bredouille gekommen. Die R\u00fcckholleine ist an einer Stelle mit einem schwarzen Kunststoff \u00fcberzogen der aufgerissen ist. Und an dieser Stelle verhaken sich die d\u00fcnnen Leinen des Schirms. Deshalb ging es immer schwer den Snuffler (Bergesack) \u00fcber den Schirm zu ziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Tag 10.03.2013 Sonntag<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In meiner Nachtwache \u00fcberl\u00e4sst es Klaus mir, ob mit Segel oder ohne. Ich entscheide mich f\u00fcr mit ohne Segel. Fast kein Wind, schlagende Segel, st\u00e4ndig aufpassen. Da ist es mir f\u00fcr den Anfang so lieber. Auf schlagende Segel habe ich jetzt keine Lust. Dieses Ger\u00e4usch, wenn der Baum mit voller Wucht schl\u00e4gt, tut in der Seele weh. So motoren wir durch die Nacht. Aber das macht auch nicht richtig gl\u00fccklich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4. Tag 11.03.2013 Montag<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind frustriert. Man kann es sich auch nicht mehr sch\u00f6nreden. Wir motoren seit gestern Vormittag immer wieder f\u00fcr l\u00e4ngere Abschnitte. Der gestrige Tag war gr\u00f6\u00dftenteils bedeckt und um 7.00 Uhr hat es zu regnen angefangen. Ein Riesenregengebiet mit 30 km Durchmesser. Aber kein Wind. Nullinger, nada, nischta. Und wenn, von vorne. Ich wei\u00df nicht, wann und ob wir jemals wieder Wind bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gestern war ein Rotfu\u00dft\u00f6lpel bei uns. Er hat sich auf dem Rettungsring niedergelassen und hat sich ausgiebig geputzt, bevor er weitergeflogen ist. Sonst ist Fehlanzeige mit irgendwelchen Tiersichtungen. Keine Delfine, keine Wale.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5.00 Uhr fr\u00fch: Jetzt reicht es. Das Gro\u00dfsegel schl\u00e4gt wie verr\u00fcckt, der (nicht vorhandene) Wind kommt von allen Seiten. Das Segel bringt nullkommanix, macht einen H\u00f6llenl\u00e4rm und wird auch nicht besser dadurch. Ich berge es in der Hoffnung, dass unmittelbar danach Wind aufkommt. Mal sehen, ob es klappt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6.00 Uhr fr\u00fch: Morgengrauen. Immer wieder ein fantastisches Naturschauspiel. Ich sitze auf der Fly und sehe staunend zu wie sich der Himmel verf\u00e4rbt. Ein magischer Moment. Wenn nur das bl\u00f6de Motorgebrumm nicht zu h\u00f6ren w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6.30 Uhr: Helena kommt und l\u00f6st mich ab. Ich warte noch, bis es richtig hell ist und verschwinde dann in meine Koje. Unsere Kinder helfen uns tags\u00fcber bei den Wachen, bei Dunkelheit haben sie meiner Ansicht nach jedoch drau\u00dfen nichts verloren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">8.00 Uhr: Es hat geklappt. Ich h\u00f6re in meiner Koje wie Klaus die Segel hisst und den Motor abstellt. Hurra, wir segeln wieder. Allerdings nicht sehr lange. Dann verl\u00e4sst uns der Wind wieder und die Segel fangen wieder an zu schlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">10.00 Uhr: Zerm\u00fcrbend. Das Ger\u00e4usch des schlagenden Gro\u00dfsegels. Ein kurzes Knarzen der Leinen und dann ein lauter Schlag. Dann wieder Ruhe und das Ganze von vorn. Die See ist trotz fehlenden Windes unruhig, die Wellen kommen gef\u00fchlt von allen Seiten. Wir werden durchgesch\u00fcttelt. Des Seglers Traum: Kein Wind und unruhige See. Spa\u00df macht das nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">12.00 Uhr: Wir sind die schlagenden Segel leid und probieren es mit dem Gennaker. Der Aufwand ist gro\u00df (Segel aus dem Schapp holen, fertig machen, usw.) und wir sind uns nicht sicher, ob der Wind f\u00fcr das Segel ausreicht. Aber wir werden f\u00fcr die M\u00fchen belohnt. Wir laufen immerhin 4 Knoten (und sind gl\u00fccklich dar\u00fcber) in die richtige Richtung. Die See wird angenehmer, wir werden nicht mehr durchgesch\u00fcttelt und langsam auch schneller.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/002_KK_20130313-DSC07409.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6070\" title=\"002_KK_20130313-DSC07409\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/002_KK_20130313-DSC07409-700x466.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"466\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5. Tag 12.03.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2.00 Uhr fr\u00fch: Meine Wache beginnt. Bei einfachen \u00dcberfahrten (keine schwierigen Bedingungen) wechseln Klaus und ich nur 1 x in der Nacht. Klaus \u00fcbernimmt die 1. Wache von 21.00 Uhr bis 2.00 Uhr. Ich \u00fcbernehme dann bis morgens. Wir kommen gut damit klar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Morgens l\u00f6sen die Kinder mich ab, bis Klaus wieder \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3.00 Uhr: Es ist Neumond und rabenschwarze Nacht. Ich vermisse den Mond, aber ich muss noch zwei Wochen auf Vollmond warten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6.00 Uhr: Kein Kind kommt mich abl\u00f6sen. Kolja hat wieder &#8220;Nachtwache&#8221; mit Klaus gehalten. Ich wei\u00df nicht wie lange, deshalb m\u00f6chte ich ihn nicht wecken. Helena m\u00f6chte ich auch nicht wecken, ich wei\u00df, wie schwer ihr das Aufstehen f\u00e4llt. Au\u00dferdem macht es mir nichts aus. Die Sonne geht auf, es wird hell. Allerdings sind dunkle Wolken am Himmel, die Sonne kommt gar nicht recht durch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den ganzen Tag \u00fcber machen wir gute Fahrt. Wir m\u00fcssen an den Segeln kaum etwas verstellen. Nur kurz sitze ich oben, wir haben recht viel Wind von der Seite und es ist k\u00fchl, vor allem wenn die Sonne nicht scheint. Wir sitzen oft zu viert im Salon und es wird eng.\u00a0 Am Abend funken wir und spielen Rummy Cub. Ich gewinne 3x hintereinander.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6. Tag 13.03.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2.00 Uhr fr\u00fch: Das Aufstehen f\u00e4llt mir schwerer als am Anfang. Der Himmel ist bedeckt, es sind keine Squalls oder Regen am Radar erkennbar. Auch kein anderes Schiff. Der Pazifik ist weiterhin unruhig. Oft macht die Pacific High unkoordinierte Bewegungen, dann wieder f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit recht ruhige Fahrt. Wir laufen 8 Knoten bei 14 &#8211; 15 Knoten scheinbarem Wind. Durch die Notausstiegsluken kann man leuchtendes Plankton erkennen. Und unseren Rumpf, der langsam aber sicher wieder mit einer braunen, schmierigen Schicht zuw\u00e4chst. Wie kann das bei diesen Geschwindigkeiten anwachsen? Bei Tageslicht kann man durch das Notfenster immer mal wieder f\u00fcr wenige Sekunden das Unterwasserschiff erkennen. Die Propeller, die Ruder und auch die Kiele. Wenn sich eine Welle unter dem Schiff durchschiebt und das Fenster komplett mit Wasser bedeckt, ist es wie eine gro\u00dfe Taucherbrille.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die Wellen von der Seite kommen rummst es ab und zu kr\u00e4ftig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 4.00 Uhr wird der Wind immer st\u00e4rker. Der Windalarm geht etliche Male an, Kolja ist wach und beunruhigt. Als wir dann AWS 20 Knoten hatten und \u00fcber 10 Knoten gelaufen sind, will ich die Fock ins 1. Reff setzen. Es ist aber zu viel Wind, ich schaffe es nicht alleine. Klaus ist sowieso wach, er hat f\u00fcr solche Situationen oft einen 6. Sinn. Wir haben die Fock zusammen ins 1. Reff gesetzt. Wir sind nochmal 10 \u00b0 nach Nord gegangen, damit ist es auch angenehmer geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der heutige Tag war bedeckt, dadurch haben wir durch die Solarzellen nicht allzu viel Strom bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">7. Tag 14.03.2013:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2.00 Uhr fr\u00fch: Das Aufstehen f\u00e4llt immer schwerer. Obwohl ich schon um 19.00 Uhr ins Bett gegangen bin und nicht mehr allzu lange gelesen habe. Ich bin gut ausgeschlafen, aber es macht halt nicht unbedingt Spa\u00df. Und nat\u00fcrlich regnet es jetzt. Und nat\u00fcrlich haben wir gleich 25 Knoten Wind. Ich hoffe, es wird wieder ruhiger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manchmal kommt eine Welle und das Schiff wird hin und her geworfen, die Wanten schlagen. Gestern berichtete Alex von der Rose in der Funkrunde, dass bei ihm eine Wante gebrochen ist. Aber Alex, der alte Haudegen, findet das gar nicht so tragisch. Er kann noch weiter segeln. Seine Ruhe m\u00f6chte ich haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Segelei ist elend. So war der Atlantik nicht. Unglaubliche Schl\u00e4ge, eine Wackelei. Von wegen ruhiger Pazifik. Ich bin froh, wenn wir endlich angekommen sind. Gott sei Dank haben wir den Autopilot. Klaus sagte beim Wachwechsel, er w\u00fcrde eine solche Passage nicht f\u00fcr 100.000 EUR in dem kleinen roten Schwedenboot machen, das auf den Galapagos neben uns geankert hat. Nein danke, ich auch nicht. Aber die Schweden sind ja noch jung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Morgen muss man die ganzen fliegenden Fische und Tintenfische einsammeln, die nachts auf unser Boot geflogen oder gesprungen sind. Gott sei Dank hinterlassen nicht alle Tintenfische Tinte auf unserem Boot. Die meisten sterben farblos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittag f\u00fcllten Klaus und ich Trinkwasser ab. Pl\u00f6tzlich sehe ich etwas aus dem Wasser ragen. &#8220;Du, da ist was im Wasser!&#8221; Wir sehen beide an Steuerbord einen dunklen Schatten. Ein Wal. Als wir aufstehen und ins Wasser sehen,\u00a0 kommt der massige K\u00f6rper direkt neben uns aus dem Wasser. Ein Orca! Deutlich sehen wir das Schwert und die Zeichnung. Dann taucht er wieder ab und schwimmt weiter. Wow! Nun schon das zweite Mal, dass wir einen Orca direkt bei unserem Schiff sehen. Leider ist es immer nur eine kurze Begegnung. Ein paar Mal taucht noch das Schwert aus dem Wasser und dann ist er weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klaus legt sich hin, da er die Nacht nicht gut geschlafen hat. Zu ruppig war die Segelei. Wir hatten meist um die 20 Knoten TWS, manchmal 25 Knoten. Ich musste weiter nach Norden segeln als uns eigentlich lieb war. Trotzdem hatte ich Spitzengeschwindigkeit von \u00fcber 11 Knoten drauf. Mit der Kurs\u00e4nderung war es dann zumindest Segeltechnisch ruhiger. Wir liefen Durchschnitt 8,5 Knoten. Richtig schnell. Da macht das ETA (errechnete Ankunftszeit) anzusehen Freude: wenn wir in dieser Geschwindigkeit weitersegeln: 10 Tage. Aber der Wind wird hoffentlich wieder ruhiger werden, denn lieber 2 Tage l\u00e4nger und daf\u00fcr ruhig und kein Bruch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittag rei\u00dft der Himmel auf und wir sehen endlich wieder blau. Ist das sch\u00f6n: der Himmel und das Meer sind tiefblau. Wir freuen uns sehr \u00fcber die Wetter\u00e4nderung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich rufe mit dem Satellitentelefon zu Hause an. Es ist wirklich bizarr. Da sind wir in der Mitte von Nirgendwo und ich telefoniere mit meiner Mutter. Ein Wunder der Technik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 15.30 Uhr sitze ich oben und sehe routinem\u00e4\u00dfig um mich in der Erwartung nichts zu sehen. Aber was ist das? Ein grauer Schatten steuerbord am Horizont. Ich muss erst das Fernglas holen. Ein Fischer. Auf Kollisionskurs. Ich bete, dass er hinter uns vorbeigeht. Wer wei\u00df, wie lange das Netz ist, das er hinter sich herzieht. Bald darauf \u00e4ndert der Fischer seinen Kurs und ich bin beruhigt, er geht hinter uns durch. Das Schiff sendet kein AIS. Kolja und ich schalten das Radar ein, darauf ist er gut zu erkennen. Von der ersten Sichtung bis zur Kreuzung unseres Fahrwasser dauert es 25 Minuten. H\u00e4tte er den Kurs nicht ge\u00e4ndert, w\u00e4re er in 20 Minuten bei uns gewesen. Nachts sieht man ihn dank des Radars fr\u00fcher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abends gibt es Nudeln von gestern. Aufgew\u00e4rmt. So m\u00fcssen wir nicht nochmal den Generator starten. \u00dcberraschenderweise haben wir gestern bei bedecktem Himmel mehr Strom aus den Solarkollektoren erhalten als heute. Allerdings ist die Sonne erst Mittag richtig durchgekommen und die Kollektoren waren um 14.30 schon wieder durch das Segel beschattet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">8. Tag 15.03.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3.00 Uhr<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben 12 Knoten Wind und laufen 7 Knoten. Der Himmel ist sternenklar. Klaus hatte am Anfang seiner Nachtwache den Mond. Aber nicht lange. Zu Anfang der Nachtwachen hatte ich den Mond als winzige Sichel um 4.00 Uhr fr\u00fch an Backbord. Dann war Neumond. Und jetzt hat Klaus den Mond als winzige Sichel um 9.00 Uhr an Steuerbord. Ansonsten ist es ruhig. Kein Regen. Laue, warme Nacht, keine Feuchtigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3.30 Uhr:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein AIS Signal hinter uns an Steuerbord. Floretino, ein Fischer. So wie es aussieht, geht er etwa in einer Stunde vor uns vorbei. Mist. Mir w\u00e4re es lieber, er w\u00fcrde hinter uns bleiben. Ich wei\u00df ja nicht, ob er irgendein Netz hinter sich herschleppt. Jetzt ist auch ausgerechnet der Wind weg. Nur noch 9 Knoten AWS, SOG 4.6. Da kann ich ihm nat\u00fcrlich auch nicht wegfahren. So ein Pech. Mal sehen, was wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/003_KK_20130314-KK_L3708.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6069\" title=\"003_KK_20130314-KK_L3708\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/003_KK_20130314-KK_L3708-700x466.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"466\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5.30 Uhr:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Floretino geht im Abstand von etwa 3 sm vor uns durch. Ich habe vergeblich versucht ihn anzufunken. Keine Reaktion. Die letzten zwei Stunden habe ich nichts anderes gemacht, als den Fischer zu beobachten. Zwischendurch frischte der Wind auf und ich dachte, vielleicht k\u00f6nnte ich doch noch vor ihm durch. Dann war der Wind aber wieder weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 7.15 Uhr wecke ich Helena und sie l\u00f6st mich ab. Ich bin froh, mich hinlegen zu k\u00f6nnen. Ich schlafe bis 9.00 Uhr. Kolja hat Klaus alles schon erz\u00e4hlt. Auch ich spreche mit ihm \u00fcber mein n\u00e4chtliches Erlebnis mit dem Fischer. Er tut alles ab, der Fischer h\u00e4tte bestimmt kein Netz hinter sich hergezogen, denn der h\u00e4tte ja auch Angst um sein Netz und blablabla. Ein bisschen mehr Anteilnahme w\u00e4re toll gewesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Segel Tag war toll. F\u00fcr Klaus ist es zwar zu wenig Wind. Wir haben um die 10 Knoten AWS und laufen ca. 6 Knoten. Ich find&#8217;s toll. Die Sonne scheint, es ist wolkenlos. Das Meer wird immer ruhiger. Nur noch alle 10 Minuten gibt es ein Tschawong und eine un\u00fcbliche Welle l\u00e4sst die Segel schlagen. Ansonsten ein v\u00f6lliges ruhiges Segeln. So macht es fast Spa\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">9. Tag 16.03.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klaus weckt mich um 23.30 Uhr. Drei Fischer um uns herum, einer davon auf Kollisionskurs. Die drei fahren im gleichen Abstand zueinander und geh\u00f6ren zur selben Flotte. Klaus vermutet, dass die drei ein riesiges Schleppnetz zwischen sich haben. Und wir bald mittendrin. Alle drei reagieren nicht auf Funk. Wir beleuchten unsere Segel. Als der Abstand nur noch 1 Seemeile betr\u00e4gt und wir auf direktem Kollisionskurs sind, startet Klaus die Motoren. Wir fahren mit zwei Motoren 10 Knoten um dem Netz zu entkommen. Zeitgleich werden wir mit einem riesigen Strahler vom Fischerboot angeleuchtet. Er dreht und wird langsamer. Schlie\u00dflich geht er mit wenig Abstand hinter uns durch. Das h\u00e4tte nicht sein m\u00fcssen. Helena ist wach. Sie sagt, pl\u00f6tzlich kam viel Licht durch die Seitenluke in ihre Kabine. Sie wusste, da kann etwas nicht stimmen. 68KoryoMaru hei\u00dft das Schiff, das solche Aufregung verursacht hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ersten 1000 Seemeilen sind geschafft, nur noch 2000 Meilen. Ich bin froh, dass es so ruhig ist. Hoffentlich kommen jetzt erst mal keine Fischer mehr..<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 7.30 Uhr wecke ich Kolja zur Abl\u00f6se. Ich schlafe dann noch bis 10.30 Uhr. Vom Winchget\u00f6se werde ich geweckt. Aha, Parasailor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war den ganzen Tag \u00fcber ein sch\u00f6nes Segeln mit dem Parasailor. Er zieht dieses tonnenschwere Schiff so m\u00fchelos durch das Meer. Au\u00dferdem kann man sch\u00f6n nach vorne sehen. Das merkt man immer dann, wenn man die Besegelung auf Fock und Gro\u00df wechselt (um 18.30 Uhr). Der Baum schl\u00e4gt wie wild. Nicht sch\u00f6n. Fast sind wir versucht, den Parasailor wieder aufzuziehen. Aber nein, Squalls sind unberechenbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der abendlichen Funkrunde mit CostaRica G\u00fcnther beruhigt der uns. Die Fischer ziehen zwar kilometerlange Netze hinter sich her, die w\u00fcrden aber in einigen Metern Tiefe schwimmen. Wir h\u00e4tten also auch hinter dem Fischer durchgehen k\u00f6nnen. Trotzdem bleibt es eine bl\u00f6de Sache.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Tag heute ist absolut ruhig. Da sind wir vor Anker schon unruhiger gelegen. Den Tag nutzen wir f\u00fcr verschiedene Arbeiten, die Kinder machen Schule.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">10. Tag 17.03.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8220;QRZ, QRZ, hier ist das Costa-Rica-Panama-Pacific-Island-Net, ist jemand von den Seglern QRV?&#8221; P\u00fcnktlich um 12.00 UHR UTC ruft G\u00fcnther aus Costa Rica \u00fcber Funk. F\u00fcr uns ist die allabendliche Funkrunde mit ein Highlight des Tages. Alle Segler geben ihre Positionen durch und bekommen von G\u00fcnther die Wetterdaten frei Haus geliefert. Ein toller Service. G\u00fcnther ist stets mit Rat und Tat an unserer Seite und opfert seine Freizeit um t\u00e4glich die Funkrunde zu moderieren. Um diese deutsche Funkrunde mit einer Bodenstation an Land werden wir von vielen Seglern anderer Nationen gl\u00fchend beneidet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Laue Sommernacht, wenig Welle, wenig Wind. Und kein Fischer weit und bereit. Wir sind superlangsam. Nur 4 &#8211; 5 Knoten, daf\u00fcr ist das Meer absolut ruhig. Wir schweben so dahin. Um 7.30 Uhr haben wir auf Parasailor gewechselt, danach bin ich ins Bett und habe bis 12.30 Uhr geschlafen. \u00dcber Schlafmangel kann ich mich nicht wirklich beschweren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">11. Tag 18.03.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Irgendwie m\u00fcssten wir heute das Bergfest schaffen oder schon geschafft haben. Die schnellste \u00dcberfahrt wird das wohl nicht werden. Wir dachten, nach den 3 Motorsegeltagen am Anfang, dass es hier flutschen w\u00fcrde. Einmal auf der Passatautobahn\u2026.aber es ist einfach zu wenig Wind. Deshalb haben wir entschieden, heute auch nachts den Parasailor stehen zu lassen. Gro\u00df und Fock schlagen, wir sind langsam und segeln dann noch in die falsche Richtung\u2026da f\u00e4llt die Entscheidung f\u00fcr den Parasailor leicht. Nachdem wir nun schon seit Tagen max. TWS 15 Knoten haben und keinerlei Squalls lassen wir ihn nun stehen. Und sind meistens 5.5 &#8211; 6 Knoten schnell. Momentan ist der Radar komplett schwarz. Es ist 2.00. Uhr. Wachabl\u00f6sung war heute um 1.30 Uhr, da wir die Uhr um eine Stunde vorgestellt haben. Jetzt wird es wenigstens um 6.00 Uhr langsam hell, nicht erst um 7.00 Uhr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Tag war wieder relativ ereignislos. Keine Sichtungen. Der Wind legte etwas zu, wir sind eine Weile 7 &#8211; 8 Knoten gesegelt. Sch\u00f6n, mal wieder etwas schneller zu sein. Auf dem Meer waren Schaumkronen zu sehen. Ansonsten ein strahlend blauer Pazifiktag. Je sp\u00e4ter der Abend wurde, desto weniger Wolken waren zu sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Funkrunde erfahren wir, dass die Gemeos, die 9 Tage vor und von den Galapagos gestartet ist nach 19 Tagen die Marquesas erreicht hat. Wir sind neidisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/009_KK_20130318-KK_L3725.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6073\" title=\"009_KK_20130318-KK_L3725\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/009_KK_20130318-KK_L3725-700x466.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"466\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">12. Tag 19.03.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wachabl\u00f6sung 1.30 Uhr: Wir segeln mit 7 &#8211; 7.5 Knoten durch die Nacht. Auf dem Radar ist nichts zu sehen. Der Wind kommt ca. aus 128\u00b0, er sollte nicht unter 120\u00b0 kommen. Das ist das Einzige, auf was man momentan achten muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Nachtwache war easy, keinerlei Regen oder Windver\u00e4nderung. Nur merkte ich deutlich, dass wir die Uhr um eine Stunde vorgestellt hatten. Diesmal dauerte die Nachtwache l\u00e4nger als sonst. Naja, ich habe auch eine halbe Stunde fr\u00fcher angefangen. Sch\u00f6n ist es, wenn es um 6.00 Uhr schon hell wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Tag ansonsten war auch ereignislos. (Ereignislos = langweilig = positiv). Abends gab es Wiener Schnitzel mit Kartoffel-Pommes. Lecker. Und Cola. Wir brauchen die Flasche auch dringend f\u00fcr unseren M\u00fcll. Und dabei schauen wir eine Folge von &#8220;Der letzte Bulle&#8221; und regen uns \u00fcber Mick Brisgau wegen seines 80er-Jahre- Machogehabes auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unseren M\u00fcll stopfen wir in leere Cola-Flaschen. So haben wir das M\u00fcllproblem an Bord gel\u00f6st. Alles wird klein geschnitten und in die Flaschen gestopft. Dann Deckel drauf. So bekommt man gro\u00dfe Mengen M\u00fcll klein und er ist geruchslos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">21.00 Uhr: Heute haben wir die Wache getauscht. Ich habe am Nachmittag nochmal 2 Stunden geschlafen. Um 19.00 Uhr ging Klaus ins Bett. Ich war bis 22.00 Uhr oben auf der Fly. Ich habe Musik geh\u00f6rt. Ein sagenhaftes Gef\u00fchl, dort oben zu stehen. Man kommt sich vor wie Leonardo di Caprio. Ich schaue aufs Meer, der laue Sommerwind umweht mich, der Mond scheint. Das war \u00fcbrigens auch der Grund f\u00fcr den Wachwechsel. Ich sollte auch mal in den Genuss des Mondes kommen. Bei meiner Wache bisher war er n\u00e4mlich immer weg. Obwohl erst Halbmond ist, ist es sehr hell. Wir rauschen durch die Nacht, eher mit 8 als mit 7 Knoten. Vorhin kam eine Wolkenbank durch und brachte ein kleines bisschen mehr Wind. Nicht bedrohlich. Immerhin haben wir schon die dritte Nacht den Parasailor stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">13. Tag 20.03.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/004_KK_20130315-DSC07425.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-6072\" title=\"004_KK_20130315-DSC07425\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/004_KK_20130315-DSC07425-333x500.jpg\" alt=\"\" width=\"333\" height=\"500\" \/><\/a>20.00 Uhr: Ich sehe mit Helena einen Film im Salon. Pl\u00f6tzlich kommt ein Fisch angeflogen. Ich glaub&#8217;s nicht: durchs ge\u00f6ffnete Salonfenster (es war nur eines halboffen, aber da ist er durch). Und direkt bei uns unter den Tisch geschlittert. B\u00e4\u00e4hh. Ich habe ihn gleich mit dem Kehrschaufel ins Meer zur\u00fcckbef\u00f6rdert. Ich hoffe, er hat es \u00fcberlebt. Danach Odor verspr\u00fcht und Frischluft aus der Dose. Jetzt riecht es penetrant nach diesem Zeug. Naja, besser als nach Fisch. Ab jetzt bleiben die Fenster nachts zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drau\u00dfen ist alles ruhig. Keine Wolke, Sterne und Mond. Der Wind ist unstet. Wir laufen zwischen 6 und 9 Knoten. 6 und 7 Knoten ist ok, bei 8 und 9 Knoten ist es laut und rumpelig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">14. Tag 21.03.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">40.000 km sind wir bisher gesegelt. Einmal um die Erde. Das war uns eine Feier wert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem wir jetzt tage- und n\u00e4chtelang mit dem Parasailor gesegelt sind, haben wir wieder auf Gro\u00df und Fock gewechselt.\u00a0 Vor uns ist eine gro\u00dfe Wolkenfront. Die sieht zwar nicht furchteinfl\u00f6\u00dfend aus, trotzdem haben wir uns zum Wechsel entschlossen. Wir wollen kein Risiko eingehen. Der Segelwechsel findet dann auch in Dunkelheit statt. Das h\u00e4tten wir etwas fr\u00fcher machen sollen, aber durch den Vollmond hatten wir gen\u00fcgend Licht. Aber man merkt beim Gro\u00dfhochziehen, wie unangenehm es gegen den Wind w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie angenehm ist es, mit Parasailor zu segeln. Wir haben direkten Kurs auf unser Ziel und wir schweben durchs Wasser. Mit Gro\u00df und Fock k\u00f6nnen wir nicht direkten Kurs anlegen und es rumpelt und das Gro\u00df schl\u00e4gt von Zeit zu Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gestern bei der Nachtwache h\u00f6rte ich mal wieder &#8220;Krieg der Welten&#8221;. Vielleicht liegt es an unserer schnelllebigen Zeit: es war fast langweilig zuzuh\u00f6ren. Die Texte sind kurz und sehr lange Musikpassagen. Fr\u00fcher hat mir das nichts ausgemacht, heute w\u00fcrde ich am liebsten st\u00e4ndig vorspulen. Auch beim Musikh\u00f6ren: Lied halb angeh\u00f6rt, zack, n\u00e4chstes Lied. Fr\u00fcher mit Cassetten hab&#8217; ich mir einfach alles angeh\u00f6rt, weil das Vorspulen zu kompliziert war. Daf\u00fcr hatte ich auf den Cassetten aber auch nur die Lieblingsst\u00fccke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">15. Tag 22.03.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">19.45 Uhr: Eigentlich schon 20.45 Uhr, aber wir haben die Uhr wieder eine Stunde zur\u00fcckgestellt. Meine Nachtwache f\u00e4ngt an. Tags\u00fcber war nicht viel los. Ich bin morgens wachgeworden von Motorengebrumm. Zuerst dachte ich, oje, der Wind ist weg. Aber dann h\u00f6rte ich, wie Klaus und Kolja den Parasailor setzen. Ich bin nochmal eingeschlafen und um 8.30 Uhr aufgestanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute noch sagte ich zu Klaus, dass wir gar keine Delfine sehen. Und zwei Stunden sp\u00e4ter kamen sie. Viele Delfine, aber es war nur ein kurzes Schauspiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kolja hat heute den Supergau. Sein Computer ist kaputt. Geht nicht mehr und das hier auf dem Pazifik. Der arme Kerl, keine Aussicht auf Reparatur f\u00fcr das n\u00e4chste halbe Jahr. Wir haben alle Apple-Computer an Bord und sind begeisterte Apple-Anh\u00e4nger. Allerdings l\u00e4sst die Qualit\u00e4t zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Mein Laptop (damals 2 \u00bd\u00a0 Jahre alt) wurde in New York repariert. Klaus alter Laptop hat schon vor 2 Jahren den Geist aufgegeben. Klaus neuer Laptop (1 \u00bd Jahre alt) hat rote Streifen im Display. Bei Helena&#8217;s (1 \u00be Jahre alt) geht das DVD-Laufwerk nicht mehr. Und Kolja&#8217;s (1 \u00be Jahre alt) geht nun gar nicht mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mond scheint mittlerweile wunderbar, man kann bis zum Horizont sehen. Alex von der Rose ist nur noch 100 Meilen vor uns. Die Felice und Luna Blu sind heute von den Galapagos gestartet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">16. Tag 23.03.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Morgen Segelwechsel. Diesmal von Parasailor auf Gro\u00df und Fock. Un\u00fcblich. Aber hinter uns kam eine gro\u00dfe Wolkenfront. Im Nachhinein h\u00e4tte man den Parasailor stehen lassen k\u00f6nnen. Es war zwar mehr Wind, aber der Parasailor h\u00e4tte das schon ausgehalten. Aber hinterher ist man immer schlauer. Unter Gro\u00df und Fock gingen wir einen s\u00fcdlicheren Kurs mit Wind (18 Knoten AWS) und Wellen mehr von der Seite. Sp\u00e4ter haben wir dann wieder auf Parasailor gewechselt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">17. Tag 24.03.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da ich gestern tags\u00fcber nicht geschlafen hatte, war ich w\u00e4hrend meiner Nachtwache so m\u00fcde, dass ich mich auf der Fly mit Fleecedecke zum Schlafen gelegt habe. Das i-Phone auf 20 Minuten gestellt und ged\u00f6st. Und das bis 2.00 Uhr. Die Nacht war wolkenlos, der ziemlich volle Mond bescheint das Meer, die wenigen Wolken und l\u00e4sst die Sterne nicht mehr so leuchten wie in mondlosen N\u00e4chten. Mir ging es dann gut mit den 20-min\u00fctigen Unterbrechungen, war aber heilfroh, als Klaus mich um 2.00 Uhr abgel\u00f6st hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Klaus heute Nacht die Nachtwache \u00fcbernommen hat, legte der Wind auf einen Schlag zu und wir hatten oft SOG (Speed over Ground) 10 oder 12 Knoten drauf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Momentan um 21.30 Uhr haben wir wieder nur um die 9 Knoten Wind und gehen 6.5 &#8211; 7.5 Knoten. Es sind heute mal viele Wolken unterwegs und das Radar zeigt st\u00e4ndig gelbe Flecken. Der fast Vollmond scheint die Wolken an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Parasailor haben wir seit gestern Vormittag wieder drau\u00dfen, auch wenn jetzt viele Wolken am Himmel sind. Seit 10 Tagen haben wir moderate Winde auch wenn eine Wolke \u00fcber uns zieht. Deshalb f\u00e4llt die Entscheidung leicht, den Parasailor auch in der Nacht drau\u00dfen zu lassen. Sonst ist segeln auch kaum m\u00f6glich. Mit schlagendem Gro\u00df in die falsche Richtung?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/012_KK_20130324-DSC07463.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-6074\" title=\"012_KK_20130324-DSC07463\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/012_KK_20130324-DSC07463-700x466.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"466\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">18. Tag 25.03.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute Nachmittag war ich gerade am W\u00e4scheaufh\u00e4ngen als wieder Delfine kamen. Zwei gro\u00dfe mit zwei kleinen.\u00a0 Die Delfine blieben lange und machten einige meterhohe Spr\u00fcnge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gestern Nacht war ab 1.00 Uhr mal wieder der Wind weg. Der Parasailor fiel zusammen und ich musste den Kurs um 30\u00b0 \u00e4ndern, damit wieder gen\u00fcgend Wind im Tuch war. Da freute ich \u00fcber jeden kleinsten Squall, so hatten wir f\u00fcr Minuten wenigstens ein bisschen Wind. Als Klaus \u00fcbernahm, war fast kein Wind mehr. Durch geschicktes Verstellen des Parasailors schaffte er es dann doch noch, zu segeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit ich die Nachtwache hier angefangen habe segeln wir mit 6 &#8211; 7 Knoten. Das ist ordentlich, brauchen wir aber auch, wenn das hier die vorletzte Nachtwache sein soll. Das w\u00e4re schon toll, wenn wir nur noch diese und n\u00e4chste Nacht wachen m\u00fcssen. Das w\u00e4re sch\u00f6n, mal wieder durchschlafen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1.50 Uhr: 1 Stunde lang sind wir 8.5 &#8211; 9.5 Knoten gesegelt. Obwohl auf dem Radar gar nicht viel zu erkennen war, hat eine Wolke viel Wind gebracht. Das ist gut, denn so haben wir mal ein bisschen aufgeholt. Die Ankunftszeit war dann auch gleich in 1 Tag 5 Stunden. Klaus war mal oben und hat geschaut. Bei ihm h\u00f6rte es sich nach 30 Knoten an. Unten ist es immer dramatischer als oben. Jetzt ist der Wind zur\u00fcckgegangen auf 10 &#8211; 11 Knoten AWS und wir segeln 6 Knoten. Das ist ok.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">19. Tag 26.03.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist nichts passiert. Ruhige Fahrt, keine Segelwechsel. Vormittag hatten wir mehr Wind und sind 7 &#8211; 8 Knoten gesegelt. Gut, so kommen wir vielleicht morgen doch noch bei Tageslicht an. Die Meilen rauschen nur noch so durch, jetzt um 21.20 Uhr nur noch 120 Meilen. Vielleicht sind es am Ende meiner Wache unter 100!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade hat es ein paar Tropfen geregnet. Kolja war oben bei mir gesessen. Seit sein Computer kaputt ist, hat er es schwer. Ihm ist langweilig, dauernd redet er davon, was er jetzt machen w\u00fcrde, wenn er einen Computer h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt haben wir vorne an den zwei B\u00fcgen auch braunen Schleim, ziemlich weit nach oben. Gestern war der noch nicht da. Am Heck sind viele Entenmuscheln, ich hoffe, die fallen von alleine wieder ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/015_KK_20130325-DSC07488.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6075\" title=\"015_KK_20130325-DSC07488\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/015_KK_20130325-DSC07488-700x466.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"466\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a020. Tag 27.03.2013 Angekommen!!!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angekommen! Nach 3000 gesegelten Seemeilen! Es f\u00fchlt sich noch nicht echt an. Mir zittern die Knie und es ist ungewohnt unwackelig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem der Wind schon in der 2. Nachth\u00e4lfte geschw\u00e4chelt hat und tags\u00fcber eher noch mehr abgenommen hat, sind wir mit 4.5 &#8211; 5 Knoten dahingezockelt. Um 16.00 Uhr starteten wir die Motoren, so konnten wir die Ankerbucht noch bei Tageslicht erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 15.00 Uhr war &#8220;Land in Sicht!&#8221;. Langsam sch\u00e4lte sich die Insel als dunkler Fleck aus dem Dunst. Beim Vorbeisegeln entpuppte sich die K\u00fcstenlinie als schroffer Bergfelsen mit kargem Bewuchs. Wir sa\u00dfen alle 4 auf der Fly und konnten es kaum glauben. Kolja war zun\u00e4chst entt\u00e4uscht. Er hat Sandstr\u00e4nde erwartet. Beim N\u00e4herkommen sahen wir ein Segelboot in der Bucht. Aber die Bucht sah jetzt nicht SO besonders aus. Uns wurde diese Ankerbucht als sch\u00f6nste Ankerbucht der Welt verkauft. Na, da hat uns wieder jemand einen B\u00e4ren aufgebunden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber tats\u00e4chlich, als wir fast drin waren, entfaltete sich eine fast mystische Sch\u00f6nheit. Eine Mischung aus senkrecht abfallender Felsen, verschiedenen Felsformationen, \u00fcppigem Gr\u00fcn, Nebel und Wolken. Ziegen und K\u00fche auf den Bergh\u00e4ngen. Und am Ufer das Dorf mit Kirche, Volleyballfeld und Fu\u00dfballplatz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Anker hielt erst beim 2. Mal. Der Anker fiel auf 11 Meter und wir haben nun schon 23 Meter unter unseren Kielen. Wegen der ber\u00fcchtigten Fallb\u00f6en muss der Anker gut eingegraben sein, andernfalls wacht man vielleicht am n\u00e4chsten Morgen auf und ist in Hiva Oa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend des Ankerns war es nahezu windstill. Wir sa\u00dfen zu viert auf der Fly und lie\u00dfen die au\u00dfergew\u00f6hnliche Sch\u00f6nheit des Ankerplatzes auf uns wirken. Die Felsformationen. Samtgr\u00fcn bewachsene Bergh\u00e4nge. Felsgrate. Wir hoben unsere Gl\u00e4ser und feierten unsere gl\u00fcckliche Ankunft in der S\u00fcdsee. Wir sind alle wohlauf, der Pacific High geht es gut. Wir haben diese lange Strecke ohne jegliche Blessuren, weder an Schiff oder Mensch, hinter uns gebracht. Daf\u00fcr sind wir sehr dankbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/016_KK_20130327-DSC07535.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6076\" title=\"016_KK_20130327-DSC07535\" src=\" http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/016_KK_20130327-DSC07535-700x466.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"466\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--:--><!--:en--><\/p>\n<p><!--:--><!--:fr--><\/p>\n<p><!--:--><!--:it--><\/p>\n<p><!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Logbuch Pazifik\u00fcberquerung 1. Tag 08.03.2013 Freitag Da unsere Zarpe auf den gestrigen Tag ausgestellt war, gingen wir fr\u00fch um 6.00 Uhr Anker auf. Rund 3000 Seemeilen liegen vor uns. Kaum aus der Bucht motort, erwartet uns schon der erste Squall mit 35 Knoten. Nur mit der Fock konnten wir mit 8 Knoten segeln. 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