{"id":10174,"date":"2014-12-08T10:16:47","date_gmt":"2014-12-08T21:16:47","guid":{"rendered":"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/?p=10174"},"modified":"2014-12-10T10:44:25","modified_gmt":"2014-12-10T21:44:25","slug":"08-12-2014-segeln-von-neukaledonien-nach-australien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/?p=10174","title":{"rendered":"08.12.2014 Segeln von Neukaledonien nach Australien"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(940sm \/ 5 N\u00e4chte \/ 120 Stunden \/ knapp 8kn Fahrt durchschnittl.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/01_20141203_Panorama_DSC00900.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-10182 size-medium\" src=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/01_20141203_Panorama_DSC00900-700x241.jpg\" alt=\"01_20141203_Panorama_DSC00900\" width=\"700\" height=\"241\" srcset=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/01_20141203_Panorama_DSC00900-700x241.jpg 700w, http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/01_20141203_Panorama_DSC00900.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a>Sonnenaufgang am fr\u00fchen Mittwoch Morgen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie immer f\u00e4llt uns der Abschied nicht leicht&#8230; Neukaledonien hat sich uns als ein wenig bekanntes Paradies offenbart! Nach den beiden windigen Tagen vor der Ile Maitre sind wir aber auch ein wenig froh diesen unruhigen Ankerplatz am Mittwochmorgen zu verlassen und nach Australien zu segeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/02_20141203_DSC00912.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-10183 size-medium\" src=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/02_20141203_DSC00912-700x393.jpg\" alt=\"02_20141203_DSC00912\" width=\"700\" height=\"393\" srcset=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/02_20141203_DSC00912-700x393.jpg 700w, http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/02_20141203_DSC00912.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a>Ein letztes Erinnerungsfoto, dann gehen wir Anker auf<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter Fock steuert Kolja die Pacific High um 7:00 Uhr morgens durch den breiten Pass von Dumbea. Je weiter wir uns von der Grande Terre (so hei\u00dft die Hauptinsel Neukaledoniens) entfernen, umso mehr frischt der Wind auf und nehmen Schwell und Wellen zu. Rund 25kn sollen es die ersten beiden Tage laut Wettervorhersage sein, daher setzten wir unser Gro\u00df gleich ins Reff und segeln mit 9kn bis 11kn genau Kurs Neukaledonien. Der Pazifik offenbart sich (wieder einmal) von seiner ruppigen Seite: 1,5m Welle aus Ost \u00fcberschneiden sich mit 3m Schwell aus S\u00fcd\u2026 aber das soll in den kommenden Tagen besser werden! Mit langen Hosen, Flie\u00dfpulli und Segeljacken sitzen wir vier auf der Fly, eine hei\u00dfe Tasse Tee oder Kaffee in der Hand &#8211; trotz 25 Grad Lufttemperatur. Der Himmel ist bedeckt aber es regnet (noch) nicht. Viel schneller als erwartet verschwindet die lange und hohe Silhouette der Berge Neukaledoniens in einem Wolkenmeer: wir drei verziehen uns in den gesch\u00fctzten und warmen Salon, nur Anita h\u00e4lt die Stellung und liest in ihrem Kindle.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/03_20141203_DSC00921.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-10176 size-medium\" src=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/03_20141203_DSC00921-466x700.jpg\" alt=\"03_20141203_DSC00921\" width=\"466\" height=\"700\" srcset=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/03_20141203_DSC00921-466x700.jpg 466w, http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/03_20141203_DSC00921.jpg 1067w\" sizes=\"(max-width: 466px) 100vw, 466px\" \/><\/a>Gro\u00dfsegel im dritten Reff<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welch praktische Erfindung f\u00fcr uns Segler: bei diesen kr\u00e4ftigen Winden ein \u201enormales\u201c Buch zu lesen: (fast) unm\u00f6glich und aktuelle deutsche B\u00fccher, die wir \u00fcberall auf der Welt auf unsere Kindle laden k\u00f6nnen, schon mal gleich gar nicht. Richtiger Schulunterricht ist bei der unruhigen See nicht m\u00f6glich, aber Kolja und Len lernen Franz\u00f6sisch Grammatik und fragen sich gegenseitig Vokabeln ab. Am sp\u00e4ten Vormittag gibt es ein \u00fcppiges Fr\u00fchst\u00fcck, haben wir doch viele K\u00f6stlichkeiten gebunkert, die wir nicht nach Australien mitnehmen d\u00fcrfen. Die franz\u00f6sischen Inseln im Pazifik sind f\u00fcr uns Segler schon allein aus einkaufstechnischer Sicht ein Paradies! Len und ich sind ein wenig Seekrank und halten uns daher \u2013 gezwungenerma\u00dfen \u2013 zur\u00fcck. \u00dcberhaupt, was soll das: vier Jahre lang war ich nie Seekrank, konnte mir auch der \u00fcbelste Schwell nichts anhaben. Jetzt ist mir bei jeder l\u00e4ngeren Passage erst einmal zwei Tage leicht \u00fcbel und ich bekomme auch immer \u00f6fters Kopfweh von dem vielen Wind. Ohne M\u00fctze oder Stirnband segele ich schon gar nicht mehr\u2026 Nachmittags spielen wir Karten und schauen Filme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viel zu sehen gibt es nicht, der Himmel ist immer noch grau in grau, aber die Wellen kommen \u2013 wie vorausgesagt \u2013 mehr aus achterlicher Richtung. Die Pacific High scheint sich bei diesen Wetter Bedingungen wohl zu f\u00fchlen und stapft weiter genau Kurs Coffs Harbour durch die See. Viel zu tun haben wir nicht: die Segel stehen gut, der Wind weht konstant \u2013 ehrlich gesagt ist uns langweilig. Die See ist zu unruhig f\u00fcr ein \u201enormales\u201c Bordleben, es reicht nur zum Lesen oder Filme schauen. Willkommene Abwechslung sind kleine Rituale wir unser nachmittags Cappuccino auf der Fly. Wenigstens f\u00fcr das leibliche Wohl ist gesorgt: abends gibt es italienische Kartoffelgnocchi (gab es Vakuum verpackt beim Casino Supermarkt in Noumea) mit Tomatensauce Bolognese Art mit vielen Kr\u00e4utern (immer noch von unseren Freunden Aline und Elodie, die uns auf der Ile des Pins besucht hatten \u2013 halten sich in der 0 Grad Box im K\u00fchlschrank wochenlang frisch) dazu einen gro\u00dfen bunten Salat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste Nacht bringt wenig Aufregung. Nachtwachen bei 25kn Wind und Geschwindigkeiten im 2-stelligen Bereich erfordern zwar erh\u00f6hte Aufmerksamkeit, solange uns keine dicken Squalls oder Gewitter heimsuchen, sind sie aber immer noch gut zu verkraften zumal uns jetzt Kolja und Len unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/04_20141207_Panorama_DSC00926.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-10177 size-medium\" src=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/04_20141207_Panorama_DSC00926-700x324.jpg\" alt=\"04_20141207_Panorama_DSC00926\" width=\"700\" height=\"324\" srcset=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/04_20141207_Panorama_DSC00926-700x324.jpg 700w, http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/04_20141207_Panorama_DSC00926.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a>Schwarze Wolken, viel Wind = schnelles Segeln<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Donnerstag um 7:00 Uhr morgens trage ich unser erstes Etmal von 200sm ins Logbuch ein: das ist doch ganz ordentlich und die kabbelige See gleich besser zu ertragen. Auch unser zweiter Segeltag verl\u00e4uft \u00e4hnlich: gr\u00f6\u00dftenteils bedeckter Himmel, konstante Winde \u00fcber 20kn abnehmender Schwell um 2m. Wir spielen \u201eChase the Ace\u201c, ein Kartenspiel, dass wir vor vielen Jahren von der Crew der \u201eMango Groove\u201c gelernt haben. Len ist irgendwie ein Pechvogel: sie ist die einzige die nie gewinnt, selbst wenn sie kurz vor Ende haushoch f\u00fchrt, gelingt es noch jemand anderem ihr den Sieg wegzuschnappen! Abends gib es Rindergulasch mit Blumenkohl an Sauce Bechamel und Kartoffelp\u00fcree. Nach einer gemeinsamen Filmrunde verkr\u00fcmeln sich alle au\u00dfer der Nachtwache fr\u00fch in ihre Kojen. Auch diese Nacht verl\u00e4uft ohne gr\u00f6\u00dfere Aufregungen. Der Himmel klart auf, wie haben fast Vollmond, es ist also die ganze Nacht \u00fcber recht hell. Gegen 4:30 Uhr beginnt bereits die Morgend\u00e4mmerung und um kurz nach 5 Uhr geht die Sonne auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind weiterhin flott unterwegs: 380sm in 48 Stunden. Das Wetter ist sch\u00f6n geworden: Passatbew\u00f6lkung und viel Sonne. Wind (18kn) und Welle kommen jetzt genau von achtern, wir haben den Parasailor (Spi) gesetzt. Obwohl der Pazifik ruhiger und das Bordleben angenehmer geworden sind empfinden wir alle vier diese Tage ein wenig als verlorene Zeit. Man ist doch sehr eingeschr\u00e4nkt in seinen M\u00f6glichkeiten, vertreibt sich die Zeit mit Lesen oder Spielen. Vielleicht sind wir einfach nur ein wenig \u00fcbers\u00e4ttigt, ausgepowert? Am Nachmittag feiern wir Bergfest, haben also \u00fcber die H\u00e4lfte der Strecke bereits hinter uns. Wenn wir weiter so schnell unterwegs sind, k\u00f6nnten wir es sogar in nur vier N\u00e4chten bis Coffs Harbour schaffen. W\u00e4hrend meiner folgenden Nachtwache soll aber Alles anders kommen\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe die letzte Nachtwache ab 2:30 Uhr. Der Wind hat weiter nachgelassen, wir sind mit 7-8kn langsamer unterwegs. Alles ist ruhig: eine entspannte Nachtwache. Ich langweile mich und lade per Kurzwelle \/ Pactor Modem nicht nur die aktuellen Wetter Grib Files herunter, sondern auch den Australischen Marine Weather Forecast f\u00fcr Queensland und New South Wales. Die Grib Files sind unver\u00e4ndert: wie n\u00e4hern uns einem Starkwindgebiet vor der K\u00fcste Australiens mit max. 25kn Wind aus Nord. Das hat uns der Wetterserver von MaxSea schon vor einer Woche vorausgesagt \u2013 business as usual. Dann lese ich mir die detaillierten Australischen Seewetterprognosen durch und koche mir erst einmal einen starken Kaffee. Die zeichnen n\u00e4mlich ein ganz anderes Szenario auf: in ihnen wimmelt es nur so von Unwetter-, Sturm-, Starkwind- und Gewitter- Warnungen\u2026 und zwar entlang der gesamten Ostk\u00fcste von Brisbane bis Sydney: na super! Es ist gar nicht so leicht die vielen Sturmwarnungen zuzuordnen, da die betroffenen K\u00fcstenabschnitte mit lokalen Bezeichnungen versehen sind, die man in den Seekarten nicht auf Anhieb findet. Mein erster Impuls ist: in diese Suppe will ich nicht hineinsegeln, nicht vor der unbekannten K\u00fcste eines mir fremden Kontinents! Wir m\u00fcssen uns das nicht antun: ich \u00e4ndere den Kurs um 40 Grad nach Steuerbord, dann segeln wir halt nach Brisbane.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am fr\u00fchen Vormittag, beim Fr\u00fchst\u00fcck (wir haben immer noch leckeres Landbrot aus Noumea im Tiefk\u00fchler, dass &#8211; kurz im Ofen aufgebacken &#8211; k\u00f6stlich riecht und schmeckt!) unterrichte ich meine Crew \u00fcber die Sturm- und Gewitterwarnungen und unserem ge\u00e4nderten Ankunftshafen. Zu meinem gro\u00dfen Erstaunen meutert diese gegen ihren eigenen Kaptain! Das ist ja nur R\u00fcckenwind, der z\u00e4hlt nicht! Auch der Schwell und die Wellen kommen von achtern! Das wird schon nicht so schlimm kommen! Die \u00fcbertreiben immer, die Aussies! Wir wollen wie geplant in dem malerischen Fischerort Coffs Harbour als in der Gro\u00dfstadt Brisbane einklarieren! Diese Flut an Argumenten hatte ich nicht erwartet und droht schon all meine Bedenken \u00fcber Bord zu sp\u00fclen, als Anita und Kolja zum vernichtenden Schlag ausholen. Sie erinnern mich daran, dass ich letzte Nacht den Spi stehen lassen wollte, w\u00e4hrend die beiden dagegen waren. Ihre Entscheidung auf Gro\u00df und Fock zu wechseln war die richtige: wir hatten einige Squalls und Windwechsel die unter Spi nicht lustig gewesen w\u00e4ren. Ich gebe mich endg\u00fcltig geschlagen: wir einigen uns aber darauf in einem weiten Bogen nach Coffs Harbour zu segeln. Zusammen mit meiner Kurs\u00e4nderung verl\u00e4ngert sich dadurch unsere Segelstrecke, aber wir haben so an der K\u00fcste Australiens die Starkwinde genau von achtern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Tag verl\u00e4uft ereignislos = angenehmes Segeln! Die See hat sich so weit beruhigt, dass wir nach dem Abendessen (Rindergeschnetzeltes mit Zucchini\/M\u00f6hren Gem\u00fcse und Reis) noch ein paar Runden \u201eBuzz\u201c auf der Playstation spielen (ein Fragequiz \u00e4hnlich \u201eWer wird Million\u00e4r\u201c). Len \u00fcbernimmt die erste Wache, dann Kolja, Anita und ich wieder die letzte. Wir sind noch rund 150sm von Australien entfernt und erleben ein unglaubliches n\u00e4chtliches Spektakel: gewaltige Gewitter \u00fcber der Ostk\u00fcste! Von 21:00 Uhr abends bis zur Morgend\u00e4mmerung erhellen Blitze den gesamten Horizont. Gott sei Dank ist es nur Wetterleuchten, nur ab und zu ein leichtes. Die Gewitter scheinen sich \u00fcber dem hei\u00dfen Kontinent zu bilden um dann weit aufs Meer hinaus zu ziehen. Ab Mitternacht halten Anita und ich zusammen Nachtwache. Rundherum zucken jetzt Blitze, wir segeln nur noch unter Fock. Spa\u00df macht das keinen mehr! W\u00e4hrend wir heute Nacht noch in einigem Abstand zu den eigentlichen Gewitterherden segeln, wandern meine Gedanken schon voraus: morgen Nacht segeln wir nur 30sm vor der K\u00fcste mitten in dieser Suppe!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/05_20141208_Panorama_DSC00941.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-10178 size-medium\" src=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/05_20141208_Panorama_DSC00941-700x258.jpg\" alt=\"05_20141208_Panorama_DSC00941\" width=\"700\" height=\"258\" srcset=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/05_20141208_Panorama_DSC00941-700x258.jpg 700w, http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/05_20141208_Panorama_DSC00941.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages brechen gegen f\u00fcnf Uhr durch die Wolken und offenbaren einen aufgew\u00fchlten Wolkenhimmel. Dicke schwarze Squalls, \u00fcberlagert von einer recht kompakten Wolkendecke die in hohe wild zerzauste Cirrus Wolken \u00fcbergeht. Schaut traumhaft aber nicht gerade beruhigend aus! Wir trinken zusammen im Salon Kaffee \/ Tee, dann \u00fcbernimmt Len die Vormittagswache und ich hole mir noch eine M\u00fctze Schlaf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich mittags wieder auf der Fly erscheine hat sich das Wetter erneut komplett ge\u00e4ndert: kleine Sch\u00e4fchenwolken ziehen schnell am blauen Himmel vorbei, das Wetter ist einer stabilen Passatwetterlage nicht un\u00e4hnlich. Der Wind hat auf 25kn aus Nord aufgefrischt. Wir h\u00f6ren zum ersten Mal auf UKW Kanal 16 die Australische K\u00fcstenwache (aus rund 100sm Entfernung!) die das aktuelle Wetter und die vielen Sturmwarnungen wiederholt. Das Wetter schert sich nicht drum und auch bei Sonnenuntergang herrscht eine stabile Wetterlage, von Gewitterzellen, auch \u00fcber dem Festland, keine Spur. Sollten wir doch Gl\u00fcck haben und ohne Gewitter durch unsere letzte Nacht segeln? Ja, die Nachtwachen sind zwar kein Zuckerschlecken, aber wir bleiben von den verhassten Blitzen verschont. Dass wir wirklich Gl\u00fcck hatten erfahren wir zwei Tage sp\u00e4ter von Elise, der Marina Managerin von Coffs Harbour. Am Vortag wurde ein leckgeschlagenes Segelschiff in den Hafen geschleppt, das kurz vor dem Untergehen war. Ein Blitzschlag hatte nicht nur die komplette Elektrik lahmgelegt, sondern auch mehrere L\u00f6cher unterhalb der Wasserlinie in den Rumpf gerissen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir laufen aus eigener Kraft und ohne Sch\u00e4den bei Nieselregen am fr\u00fchen Morgen in die gesch\u00fctzte Bucht von Coffs Harbour ein. Den Maritime Rescue Service hatte ich schon 20sm davor angefunkt und \u00fcber unsere geplante Ankunftszeit informiert. In den letzten Stunden hat die Crew, allen voran Anita, die Pacific High auf Hochglanz gebracht und noch einmal alle Schr\u00e4nke, Schubladen, Luken etc. kontrolliert und geputzt. Wir wurden von vielen befreundeten Seglern, die in den letzten Wochen in Australien einklariert hatten, vorgewarnt, dass die Segelboote vom Australischen Zoll freundlich, aber penibel genau kontrolliert werden. Jetzt ankern wir in der zugewiesenen Quarant\u00e4ne Zone zwischen Jetty und Marina Einfahrt und meinen f\u00fcr jegliche Inspektion gut ger\u00fcstet zu sein. Wir sitzen in Flie\u00dfpulli und Segeljacke auf der Fly und beobachten die sportbegeisterten Aussies am Strand und auf dem Jetty. Es wird gejogged, geschwommen, gekajackt, \u2026und das um 7:00 Uhr fr\u00fch! Die Luft ist gef\u00fchlte 15 Grad kalt und das Meer auch (in Wirklichkeit sind es schon ein paar Grad mehr)\u2026 brrr da w\u00fcrden wir nie auf die Idee kommen schwimmen zu gehen! Eine Gro\u00dffamilie schlendert direkt am Heck der Pacific High \u00fcber die Pier, zieht sich T-Shirt und Shorts aus und schon springen Vater, Mutter, Kind unter lautem Mutgebr\u00fcll ins Meer\u2026 und das gleich drei Mal hintereinander! Die spinnen die R\u00f6mer, \u00e4h die Aussies!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/07_20141208_DSC00979.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-10180 size-medium\" src=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/07_20141208_DSC00979-700x466.jpg\" alt=\"07_20141208_DSC00979\" width=\"700\" height=\"466\" srcset=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/07_20141208_DSC00979-700x466.jpg 700w, http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/07_20141208_DSC00979.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Zoll hat uns entdeckt und bittet uns via Funk in die Marina zu kommen und am Transient Dock festzumachen. Kaum haben wir angelegt, erscheinen auch schon zwei Zollbeamte. Ein kurzer Blick auf unser Unterwasserschiff, dann sind sie an Bord. W\u00e4hrend Rory mit mir im Salon sitzt und sich mehr um den Papierkram k\u00fcmmert, geht Anthony mit Anita durch die Kabinen. Die beiden sind sehr freundlich, es werden nur stichpunktartig wenige Schubladen oder Luken kontrolliert. Da wir schon vorab aus dem Internet die Einklarierungsformulare heruntergeladen und ausgef\u00fcllt hatten ist auch der Papierkram schnell erledigt und die beiden machen Anstalten sich schon zu verabschieden. Das soll schon Alles gewesen sein? Nach all den Horrorgeschichten die wir geh\u00f6rt haben!?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/08_20141208_DSCN4437.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-10181 size-medium\" src=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/08_20141208_DSCN4437-700x393.jpg\" alt=\"08_20141208_DSCN4437\" width=\"700\" height=\"393\" srcset=\"http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/08_20141208_DSCN4437-700x393.jpg 700w, http:\/\/pacifichigh.de\/wp_ph_de\/wp-content\/uploads\/08_20141208_DSCN4437.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So schnell kommen die beiden uns nicht davon: erst einmal werden Erinnerungsfotos geschossen (Rory hasst es fotografiert zu werden, wie uns Anthony kichernd erz\u00e4hlt, macht aber gute Miene zu b\u00f6sem Spiel) und dann fragen wir sie noch \u00fcber Coffs Harbour aus. Wir bekommen viele Tipps, wo man gut einkaufen kann, wann der Markt ge\u00f6ffnet hat und wo man f\u00fcr nur 10 AUD (7 EUR) die besten Steaks essen kann. Da sie keinen Kaffee mit uns trinken wollen, d\u00fcrfen sie jetzt von Bord und auch wir m\u00fcssen die Marina verlassen, da sie ausgebucht ist. Wir ankern diesmal links vom Jetty in 4m Wassertiefe auf Sand: Seglerherz was willst Du mehr?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir machen uns Tee oder Kaffee, nehmen leckere Kekse mit und setzten uns alle gem\u00fctlich auf die Fly. Wir bestaunen die Australische K\u00fcste und k\u00f6nnen es noch nicht so recht glauben mit unserem eigenen Segelboot hier zu ankern. Ein guter Zeitpunkt die letzten Jahre Revue passieren zu lassen, jeder hat seine speziellen Erinnerungen gespeichert. Wei\u00dft Du noch in \u2026 da haben wir doch \u2026, erz\u00e4hlen wir uns gegenseitig unsere Lieblingserlebnisse der vergangenen Reise. Genau 2078 Tage leben wir an Bord der Pacific High, rund 30.000sm (55.000km) sind wir gesegelt: von Europa ins Mittelmeer, \u00fcber den Atlantik, die Inseln der Karibik abgeklappert, die USA Ostk\u00fcste hinauf bis nach Kanada, Kuba, Mittelamerika, den Panama Kanal durchquert, Galapagos, Franz\u00f6sisch Polynesien, Samoa, Fiji, Neukaledonien und jetzt Australien &#8211; genug Stoff f\u00fcr viele Geschichten!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>. (940sm \/ 5 N\u00e4chte \/ 120 Stunden \/ knapp 8kn Fahrt durchschnittl.) \u00a0. Sonnenaufgang am fr\u00fchen Mittwoch Morgen Wie immer f\u00e4llt uns der Abschied nicht leicht&#8230; Neukaledonien hat sich uns als ein wenig bekanntes Paradies offenbart! 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